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Lieberknecht lobt Bankdrücker Ritter: "Er meistert die Situation sensationell"

kicker

Viel Einsatz, viel Leidenschaft, torgefährlich und zweikampfstark: ein Spieler, der seit 2020 das Betze-Trikot trägt und damit den Weg vom tiefsten Tiefpunkt - dem drohenden Absturz in die Regionalliga - bis zu den höchsten Höhepunkten der jüngeren Vereinsgeschichte (Pokalfinale, Aufstieg) mitgegangen ist: Daniel Hanslik gehört zu den Identifikationsfiguren auf dem Betzenberg. Ein Ackerer, der durch seine Art, Fußball zu spielen, gut ankommt und der schließlich durch seinen Treffer in der Relegation 2022 auch maßgeblichen Anteil daran hat, dass der FCK nun bereits in sein viertes Zweitliga-Jahr in Folge seit dem Absturz in die 3. Liga gehen kann.

Auch für Torsten Lieberknecht, der im Finale der Vorsaison im Fritz-Walter-Stadion anheuerte, gehörte Hanslik zu den gesetzten Akteuren. Mit satten 18 Torbeteiligungen war der Offensivmann zudem ein Leistungsträger.

Seinen bislang letzten Einsatz absolvierte Hanslik allerdings Anfang August beim 1:0 gegen Schalke, als er den entscheidenden Elfmeter herausholte. Seitdem wird der 28-Jährige von Achillessehnenproblemen geplagt, stand den Roten Teufeln nicht zur Verfügung und wurde mindestens genauso schmerzlich vermisst wie damals Ivan Prtajin, der sich nach Wadenproblemen jedoch furios zurückmeldete.

Hansliks Fernziel ist das Derby gegen Karlsruhe

Und auch bei Hanslik gibt es Hoffnung. "Er ist Gott sei Dank wieder auf dem Trainingsplatz, hat aber natürlich einen gewissen Trainingsrückstand, den er aufholen muss", sagte Lieberknecht am Donnerstag. "Unser Ziel - auch in Abstimmung mit ihm - ist es, ihn in der kommenden Woche noch einmal intensiv trainingstechnisch zu begleiten. Danach folgt die Länderspielpause, und spätestens im Anschluss daran sollte er wieder komplett zur Verfügung stehen."

Das Ziel sei, Hanslik bis zum Derby in Karlsruhe am 18. Oktober wieder komplett als Option aufgebaut zu haben, wenngleich Lieberknecht mit Blick auf das Wetter und mögliche kurzfristige Ausfälle nicht ausschloss, dass der Offensiv-Allrounder auch kurzfristig in den Kader rutschen könnte, falls Teamkollegen ausfallen. Geplant sei dies jedoch nicht.

Klar ist, dass sich Hanslik im inzwischen engen Konkurrenzkampf um die drei Offensivplätze in der Startelf behaupten muss. Dem fiel zuletzt auch Marlon Ritter zum Opfer: Zweimal kam der Kapitän nur von der Bank, was aber - so betonte es Lieberknecht mehrfach - durch engen Austausch und Dialog zu keiner Missstimmung führte.

"Marlon zeigt mir gerade jetzt, warum ich ihn zum Kapitän ernannt habe. Auch wenn er momentan nicht immer von Beginn an spielt, nimmt er großen Einfluss auf die Mannschaft. Er bringt starke Impulse von der Bank und ist vor allem ein sehr offener Partner, der genau weiß, dass ein Kapitän nicht nur auf dem Platz funktionieren muss", ist der Trainer voll des Lobes.

"Er meistert die Situation momentan sensationell: Er geht im Training voran, lässt sich nicht hängen und lebt seine Rolle vorbildlich aus."

Grundsätzlich bieten sich dem 52-Jährigen ohnehin viele Kaderoptionen. "Wir haben uns das gemeinsam erarbeitet", so Lieberknecht, der dabei den Zusammenhalt hervorhebt: "Trotz des nötigen Egoismus bringt sich jeder in den Teamgedanken ein. Entscheidend ist dieses Gefühl, dass jeder jedem den Einsatz gönnt - egal, ob er von Beginn an spielt, eingewechselt wird oder vielleicht gar nicht im Kader steht."

Letzteres gilt für Mahir Emreli, den der FCK-Coach gegen Fürth und Münster aus sportlichen Gründen nicht ins Aufgebot berufen hatte. Nach dem Spiel im Ronhof verknüpfte er dies noch mit der Hoffnung, den streitbaren Nationalspieler Aserbaidschans kitzeln und zu mehr Leistung animieren zu können. Emreli quittierte dies bislang - wie schon bei seiner vorherigen Station in Nürnberg - mit Social-Media-Posts, die zumindest Raum für Spekulation lassen und seinen Unmut erahnen lassen. Ein ganz großer öffentlicher Krach blieb bislang freilich aus.

"Wichtig ist mir auch hier: Wir haben ein gutes Gespräch geführt und unsere Sichtweisen ausgetauscht. Jeder hat seine Punkte eingebracht - jetzt wird weitergearbeitet", will Lieberknecht das Thema abbinden und für sich abhaken. Ob er Emreli die Tür schon am Samstag wieder öffnet, bleibt abzuwarten und dürfte letztlich maßgeblich von dessen Trainingsleistung abhängen.