"Ganz beschwerdefrei bin ich noch nicht", sagt Pius Dorn über seinen aktuellen Gesundheitszustand. Die gebrochene Zehe, eine vermeintlich kleine Verletzung, stellte sich als grösseres Hindernis heraus. "Die Heilung des Bruches benötigte Zeit. Beim Laufen und Abbremsen in den engen Fussballschuhen war der Schmerz zu gross", erklärt Dorn. Ein verfrühter Einsatz unter Schmerzmitteln sei keine Option gewesen: "Das hätte das Risiko einer späteren Arthrose erhöht."
Während seiner Abwesenheit holte der FCL nur vier Punkte aus sechs Ligaspielen - eine schwierige Phase für den Verein. Besonders nervenaufreibend sei es für ihn gewesen, nur zuschauen zu können: "Man ist deutlich nervöser, wenn man auf der Tribüne sitzt, als wenn man selbst eingreifen kann." Trotzdem blieb Dorn nah am Team: "Ich versuchte, möglichst viel bei der Mannschaft zu sein, um von aussen positiven Einfluss zu nehmen."
Saison verläuft bislang nicht nach Wunsch
Die Saison verlief bisher nicht nach Wunsch. Nach 19 Runden steht der FCL im Mittelfeld der Tabelle, wobei der Vorsprung auf den Barrage-Platz nur vier Zähler beträgt. "Mehr ist immer möglich", gibt Dorn zu, aber: "Die Tabelle lügt nicht. Wir stehen mehr oder weniger verdient dort, wo wir jetzt sind." Die Liga sei sehr ausgeglichen, und der Schlüssel zum Erfolg liege in der Konstanz: "Wir müssen endlich mal zwei Spiele hintereinander gewinnen."
Rückblickend sieht Dorn die vergangene Saison als Paradebeispiel für den Unterschied: "Damals konnten wir die Spiele auf Messers Schneide für uns entscheiden, etwa gegen Winterthur, St.Gallen oder Lugano. Jetzt verlieren wir zu oft Punkte nach Führungen." Die Mannschaft müsse aus den Erfahrungen der Hinrunde lernen und geschlossen auftreten.
„Zwischen Coach und Team passt kein Blatt Papier.“ (Pius Dorn, Luzerner Zeitung, 04.01.2026)
Dorns enge Zusammenarbeit mit Trainer Mario Frick, die bereits bei ihrem gemeinsamen Engagement beim FC Vaduz begann, bleibt stabil, auch wenn der Coach zuletzt in die Kritik geriet. "Ehrlich gesagt litt ich nicht unbedingt mit dem Coach mit, weil wir alle im gleichen Boot sitzen", sagt Dorn. Die jüngste Phase mit sechs sieglosen Spielen sei die erste echte Krise gewesen, die er beim FCL miterlebt habe. Der 4:0-Erfolg gegen Lausanne kurz vor Weihnachten habe jedoch gezeigt, was in der Mannschaft stecke. "Zwischen Coach und Team passt kein Blatt Papier", betont Dorn.
Nicht nur auf dem Rasen, sondern auch abseits davon gilt Dorn als Führungspersönlichkeit. Trainer Frick bezeichnet ihn als "Chef der Mannschaft". Ob er sich auch als "Professor" sieht, wie es einst seinem früheren Teamkollegen Nicolas Haas in Italien nachgesagt wurde? "Das habe ich noch nie gehört", lacht Dorn, der kürzlich ein Bachelor-Fernstudium in Betriebswirtschaftslehre und Rechtswissenschaft abgeschlossen hat. "Ich bin froh, dass ich diesen Titel nicht habe."
Mit Blick nach vorne bleibt der Captain des FC Luzern optimistisch: "Wir müssen als Team zusammenwachsen und konstanter werden. Dann können wir zeigen, was wirklich in uns steckt."