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Lüneburger SK: Kontinuität und Pokalträume

kicker

In einigen Vereinen ist es um den Jahreswechsel herum recht turbulent zugegangen. Gleich vier Oberligisten haben ihre Trainer vor die Tür gesetzt: In Wilhelmshaven, Verden sowie bei den Aufsteigern Wetschen und Holthausen Biene stehen in der Rückrunde andere Verantwortliche an der Linie als in der Hinrunde. Dass es auch anders geht, hat sich in Lüneburg gezeigt. Der LSK hat diesen Monat den Vertrag mit Tarek Gibbah vorzeitig um eine weitere Saison bis Juni 2027 verlängert.

Gibbah war im Sommer 2025 nach dem Aufstieg zum Sport-Klub gekommen. Nach dem Premierenspiel in der Oberliga sah es nicht danach aus, dass Lüneburg vor Beginn der Rückrunde als bester Aufsteiger dastehen würde. Mit 1:5 ging man beim TuS Heeslingen unter - erste Unkenrufe wurden laut. Aber nach anfänglichen Schwierigkeiten hat sich die Mannschaft immer besser in der Liga zurechtgefunden. Aktuell Platz 10 mit 21 Punkten, das kann sich sehen lassen.

Hoffnungen erfüllt

Nicht zuletzt auch ein Verdienst des Trainers und seines Staffs. Für Manfred Nitschke, 2. Vorsitzender des LSK, war die Vertragsverlängerung daher ein rein formaler Akt. "Tarek spielt für uns eine ausnehmend gute Rolle. Er hat das, was wir an Hoffnungen in ihn gesetzt haben, erfüllt. Er führt die Mannschaft, wie uns das gefällt, ist sehr anspruchsvoll, akribisch in der Spielvorbereitung und in der Spielnachbereitung. Er hat ein gutes Verhältnis zur Mannschaft. Das ist all das, was man sich erwünscht. Tarek passt gut zu uns. Und er hat Erfolg."

Der so hochgelobte sieht das in ihn gesteckte Vertrauen auch als Auftrag. "Die Hinrunde war sehr intensiv und fordernd - dennoch haben alle das Gefühl, dass wir beim LSK noch lange nicht fertig sind. Die Mannschaft lebt, der Zusammenhalt ist spürbar und wir haben jeden Tag Spaß daran, gemeinsam besser zu werden. Auf und neben dem Platz."

Trotz der "überdurchschnittlich zufriedenen" Hinrunde weiß Nitschke sehr wohl, dass noch nichts erreicht worden ist. Die Zufriedenheit dürfe nicht als Phlegma enden. Daher bleibe man wachsam. "Wir haben jetzt gerade mal 21 Punkte. Mit 21 Punkten hat noch nie eine Mannschaft die Liga gehalten. Das heißt, wir müssen schauen, dass wir schnell Punkte sammeln, dass wir gut in die Rückrunde starten", mahnt und fordert Gibbah.

Das vorrangige Ziel ist die frühzeitige Sicherung des Klassenerhalts. Es darf aber gerne mehr werden. "Wenn wir einen einstelligen Platz erreichen. Dann ist das toll. Wir werden eine anspruchsvolle Rückrunde spielen. Wir werden sehen, wo das letztlich endet. Und dann fangen wir jetzt an, für die nächste Saison zu planen", erklärt Nitschke, der den Verein in den 90er Jahren selbst trainiert hat.

Mangelnde Chancenverwertung

Um die sportlichen Vorgaben letztlich auch zu erreichen, muss Gibbah vor allem ein Problem beheben: die mangelnde Chancenverwertung. Sechs Remis-Spiele stehen für den LSK im ersten Saisonhalbjahr zu Buche. "Wir erspielen uns Chancen, auch gegen gute Gegner, kriegen es aber oft nicht hin, so gewichst zu sein, noch das Zweite nachzulegen oder halt die Chancen zu nutzen bei einem Unentschieden. Stattdessen fressen wir dann eher das Gegentor. Das zog sich wie ein roter Faden durch die Hinrunde."

Für eine bessere Torausbeute hat sich der Verein in der Winterpause mit Samir Rabbi vom Landesligisten TV Jahn Schneverdingen verstärkt. "Samir ist eine weitere Alternative in der Offensive. Er kann vorn jede Position bekleiden. Und er ist unser einziger Linksfuß im Kader", freut sich Gibbah. Neu ist zudem der 18-jährige Verteidiger Anton Beer. Er kommt von den Regionalliga-A-Junioren des JFV A/O/B/H/H zum LSK. Nach dem Abgang von fünf Spielern verfügt Tarek Gibbah, der gebürtig aus der niedersächsischen Hansestadt kommt, über einen Kader von 22 Akteuren.

Wenn 2027 der Vertrag von Gibbah ausläuft, möchte er "im oberen Drittel in der Liga stehen. Wir wollen von Jahr zu Jahr besser werden. Wir haben schon im Fokus, dass wir gerne unter die ersten Sechs kommen in der nächsten Saison." Neben der Liga fiebert der LSK in diesem Jahr noch einem besonderen Termin entgegen. Am Ostersamstag treffen die Lüneburger im Halbfinale des Niedersachsenpokals auf Germania Egestorf/Langreder. Da beabsichtigt man, unbedingt ins Finale einzuziehen.