"Normalerweise gilt im Fussball die Weisheit: Wenn du die Tore nicht machst, verlierst du das Spiel. Nur hat sich das heute nicht bewahrheitet", sagte Ludovic Magnin beim Blick nach dem 2:0-Erfolg seines FC Basel über den FC Zürich. Tatsächlich lief Xherdan Shaqiri einmal alleine auf Yanick Brecher los, etwas später scheiterte Albian Ajeti völlig verwaist am Zürcher Schlussmann.
Auch nach der Pause vergab mit Marin Soticek ein Basler aus aussichtsreicher Position. Das Spiel, es hätte zu diesem Zeitpunkt aber schon längst entschieden sein sollen. Das Problem der Chancenverwertung hat Magnin längst erkannt: "Seit meinem ersten Spiel mit Basel sind wir statistisch gesehen die Mannschaft mit den meisten Grosschancen. Am Ende schiessen wir dafür aber zu wenig Tore."
16 Grosschancen gab es in den letzten vier Spielen, Tore allerdings nur deren sechs. Vor dem Tor müsse dringend gearbeitet werden. Dann werden auch die Konsequenz und die Selbstverständlichkeit kommen, ist sich der Romand sicher. Auch Captain Shaqiri ist sich bewusst, dass er es selbst in seiner Situation viel besser hätte machen müssen. Gleichzeitig hat er eine Forderung an seinen Trainer: "Vielleicht müssen wir im Training noch etwas mehr aufs Tor schiessen."
Magnin reagierte gegen den FCZ mit einem Wechsel zur Pause. Für Albian Ajeti kam aber nicht etwa der etatmässige Ersatz Moritz Broschinski als Mittelstürmer, sondern mit Ibrahim Salah ein Flügelspieler. Damit wollte Magnin mehr Tempo bekommen, um nach Chipbällen von Xherdan Shaqiri mehr Tiefe zu bekommen. Dass Salah dann mit dem Kopf zum 2:0 trifft, eben wie ein Stürmer, sei nicht geplant gewesen.
Die Frage stellt sich nach dem Mittwochabend, wie der FCB gegen den BSC Young Boys auftreten wird. Ideen hat Magnin scheinbar genug: "Ich habe auch schon überlegt, Shaqiri als falsche Nummer neun einzusetzen und dahinter Koindredi oder Bacanin im Mittelfeld aufzustellen. Ich habe viele Ideen im Kopf." Welche Idee es schlussendlich wird, bleibt abzuwarten.