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Marcos Leonardo über City-Spiel: "Diese Tore gehören meiner Familie"

FIFA
  • Marcos Leonardo glänzt für Al Hilal beim Überraschungssieg gegen City
  • Den Sieg widmet der Brasilianer seiner Mutter
  • "Habe diesen Sieg so vielen Menschen zu widmen"

Bereits in der ersten Minute der zweiten Halbzeit gelang Al Hilal der Ausgleich – der Startschuss für die Aufholjagd. In der siebten Minute der Verlängerung markierte Marcos Leonardo schließlich den Treffer zum 4:3-Endstand gegen Manchester City und sicherte Al Hilal das Viertelfinal-Ticket bei der FIFA Klub-Weltmeisterschaft 2025™.


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Der 30. Juni 2025 wird Marcos Leonardo wohl für immer in Erinnerung bleiben – und das aus mehreren Gründen.

"Dieser Tag wird sich in mein Leben, die Geschichte von Al Hilal und das Herz aller Araber einbrennen", sagte der Stürmer nach Abpfiff.

Die Aufgabe hätte kaum schwieriger sein können: Al Hilal wusste, dass ein spielstarkes Team wie Manchester City das Geschehen kontrollieren wollte. Doch für Marcos Leonardo hatte diese Partie eine viel tiefere Bedeutung als bloße Taktik. Er lief im fernen Orlando auf, doch mit den Gedanken war er auch in São Paulo – bei seiner Mutter.

Dort verfolgte Leidiane Santos, seine Mutter, stolz den Auftritt ihres 22-jährigen Sohnes – ein emotionaler Moment, denn noch vor Kurzem hatte sie um ihr Leben gekämpft. Nach dem Spiel sprach Marcos Leonardo über die schwere Zeit der vergangenen Wochen und die Bedeutung dieses besonderen Abends.

"Ich habe diesen Sieg so vielen Menschen zu widmen: meiner Familie, meinem Vater, meinen Freunden – aber in erster Linie meiner Mutter", erklärte er im Interview mit FIFA.


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"Viele wissen das nicht, aber sie lag 23 Tage im künstlichen Koma, insgesamt 60 Tage auf der Intensivstation. Es ist ein Wunder Gottes, dass sie heute aus Brasilien zuschauen konnte. Leider konnte sie nicht hier in den USA sein, aber sie ist auf dem Weg der Besserung. Ich bin überglücklich – über dieses Spiel, diese Tore, und vor allem über den Zustand meiner Mutter."

Ende Mai musste sich Leidiane einer Operation unterziehen, die nicht wie geplant verlief. Wochenlang kämpfte sie im Krankenhaus, während Marcos Leonardo mit Al Hilal mitten im Titelrennen in Saudi-Arabien steckte. Dennoch ließ es sich der Stürmer nicht nehmen, jede freie Minute bei ihr zu sein. In einer seiner wenigen Pausen flog er in drei Tagen von Riad nach São Paulo und wieder zurück, nur um an ihrer Seite zu sein.

Mittlerweile befindet sich Leidiane weiter in der Genesung – außerhalb der akuten Gefahr. Befreit von der Last der vergangenen Wochen kann sich Marcos Leonardo wieder auf das konzentrieren, was er am besten kann: Tore schießen.

"Ich bin Mittelstürmer – ich lebe von Toren. Und was gibt es Schöneres, als zwei Tore gegen ein Top-Team wie Manchester City zu erzielen? Ich werde dieses Spiel nie vergessen", so der Torjäger.

Der Brasilianer steht mit drei Treffern aktuell auf Rang zwei der Torschützenliste bei der FIFA Klub-Weltmeisterschaft 2025™ – gemeinsam mit acht weiteren Spielern. Einige Konkurrenten wie Erling Haaland, Phil Foden (beide Manchester City) und Wessam Abou Ali (Al Ahly) sind allerdings bereits ausgeschieden. Spitzenreiter ist Argentiniens Routinier Ángel Di María mit vier Toren.

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Marcos Leonardo befindet sich in bestechender Form. Mit seinen Treffern gegen City ist er aktuell der erfolgreichste brasilianische Torschütze weltweit im Jahr 2025 – bereits 20 Treffer hat er erzielt. Seit seinem Wechsel zu Al Hilal stehen wettbewerbsübergreifend 26 Tore und drei Vorlagen in 46 Spielen zu Buche.

Diese Zahlen überraschen kaum, wenn man den Werdegang des Stürmers aus Itapetinga, Bahia kennt. Bei der FIFA U-20-Weltmeisterschaft 2023 in Argentinien erzielte er fünf Tore in fünf Spielen und musste sich nur Italiens Cesare Casadei (sieben Tore) im Kampf um den Goldenen Schuh geschlagen geben.

"Am Ende zählt nur, dass der Ball im Netz landet – egal ob schön oder hässlich", lachte Marcos Leonardo im Gespräch mit FIFA. "Das Einzige, was schlimmer ist als ein hässliches Tor, ist gar kein Tor. Ein Mittelstürmer muss treffen."

Der ehemalige "Menino da Vila", der 2022 und 2023 insgesamt 21 Treffer für den FC Santos erzielte, ehe er zu SL Benfica wechselte, tut alles für ein Tor. Selbst gegen City biss er auf die Zähne, als er von starken Krämpfen geplagt wurde, und weigerte sich, das Feld zu verlassen.

Der Lohn: der Siegtreffer in der Verlängerung.

"Ich wollte sprinten, plötzlich krampfte die Wade. Die Bank zeigte mir schon das Auswechselzeichen, aber ich habe zum Mister (Simone Inzaghi) gesagt: 'Ich bleibe drin.' Beim Tor habe ich bei der Ballannahme in beiden Beinen Krämpfe gespürt, aber ich wusste: Das ist der Moment, da darf ich nicht aufhören", schilderte er.

"Gott sei Dank ist das Tor gefallen. Ich danke der ganzen Mannschaft für ihren Einsatz – es war ein extrem hartes Spiel. Aber wir sind weiter, das ist ein historischer Abend."

Nach diesem Erfolg wartet auf Marcos Leonardo und Al Hilal am Freitag (4. Juli) im Viertelfinale das nächste schwere Duell gegen Fluminense FC. Der Stürmer ist bereit.

"Wir müssen von Spiel zu Spiel denken. Im Viertelfinale gibt es keine leichten Gegner mehr. Fluminense ist ein großartiges Team – aber mit Gottes Hilfe können wir es schaffen."

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