Matheus Martinelli genießt das Vertrauen von Renato Portaluppi seit dem ersten Tag von dessen neuer Amtszeit bei Fluminense FC. Knapp drei Monate nach seinem Siegtreffer im Debütspiel des Trainers sorgte der Mittelfeldspieler erneut für Jubel: Er erzielte das wichtige Führungstor beim 2:1-Sieg der Tricolor gegen Al Hilal im Viertelfinale der FIFA Klub-Weltmeisterschaft 2025™.
"Ich bin einfach nur glücklich über diesen Moment und für das ganze Team. Das ist spektakulär. Wenn wir uns gegenseitig helfen und alles geben, werden die Erfolge kommen. Beim Schuss mit links hatte ich das nötige Glück… Das sah fast aus wie ein Treffer von Thiago Neves!", sagte der Torschütze des ersten Flu-Treffers.
"Wir sind vielleicht nicht die Mannschaft mit den höchsten Investitionen, aber wir haben ein riesiges Herz, einen unglaublichen Teamgeist, eine Seele und eine spektakuläre Nachwuchsabteilung."
Diese Einstellung zeigt sich nicht nur auf dem Platz, sondern auch in der Rückendeckung des Trainers. Um diese Geschichte zu verstehen, muss man zurückblicken auf den 6. April 2025.
Vor rund 20.000 Fans an einem verregneten Sonntag in Rio de Janeiro bestritt Renato Portaluppi sein erstes Spiel bei seiner Rückkehr zu Fluminense. Der Tricolor ging zunächst in Führung, kassierte jedoch den Ausgleich von Bragantino. Ein Ergebnis, das bis kurz vor Schluss Bestand hatte. Die ungeduldigen Anhänger machten Martinelli zum Sündenbock und quittierten jede seiner Aktionen mit Pfiffen. Doch der Mittelfeldspieler ließ sich davon nicht beeindrucken.
Renato hielt an Martinelli fest und wurde mit Erfolg gekrönt: In der 47. Minute der zweiten Halbzeit erzielte der Youngster den umjubelten Siegtreffer.
"Die Fans sollen immer ins Maracanã kommen und die Mannschaft unterstützen. Keine Pfiffe bitte", forderte der Trainer damals. "Martinelli wurde ausgepfiffen und hat dann das Siegtor erzielt. Die gleichen Leute, die ihn vorher kritisiert haben, waren danach glücklich."
"Trotz der Pfiffe hat der Junge die drei Punkte gesichert. Natürlich hat er das Tor nicht allein gemacht, aber er hat geholfen. Die Jungs aus Xerém sind die Zukunft des Klubs. Klar, er hat noch Defizite, aber wir werden daran arbeiten. Wir wollen, dass die Fans ihn unterstützen. Mit harter Arbeit holen wir am Ende den Sieg."
Die Unterstützung vom ersten Tag an prägte die folgenden Monate. Martinelli ist unter Renato Stammspieler und stand in allen fünf bisherigen Partien der FIFA Klub-Weltmeisterschaft in der Startelf. Für ihn ist das allerdings nichts neues.
Der Mittelfeldspieler gehörte zu den Leistungsträgern aus dem Kader, der 2023 die Copa Libertadores gewann. Im Endspiel gegen die Boca Juniors stand er ebenfalls in der Startelf. Mittlerweile bringt es Martinelli auf über 250 Einsätze im Trikot des Tricolor. Sein bislang größter Moment dürfte der vergangene Freitag in Orlando gewesen sein.
Mit seinem Tor gegen Al Hilal bescherte er den Fans von Fluminense ein unvergessliches Erlebnis und auch für ihn selbst war es ein Moment der Genugtuung. Schließlich war die Mannschaft zu Beginn des Turniers von vielen nicht als Halbfinal-Kandidat gehandelt worden.
"Dieses Tor bedeutet mir sehr viel. Ich freue mich riesig, dass wir das Halbfinale erreicht haben. Die Leistung der Mannschaft war großartig. Viele haben nicht an uns geglaubt, aber wir spielen ein starkes Turnier."
Martinelli ist aufgrund einer Gelbsperre im Halbfinale gegen Palmeiras oder Chelsea nicht dabei, doch er vertraut das Kollektiv.
"Wir haben eine topbesetzte Mannschaft, jeder, der reinkommt, wird uns extrem weiterhelfen. Ich bin sicher, dass wir ein starkes Halbfinale spielen werden."
"Das ist Fluminense, jeder, der reinkommt, muss bereit sein, dieses Trikot mit Stolz zu tragen."