Das Marathon-Match zwischen Manchester City und Al Hilal war gerade abgepfiffen. Die Saudis hatten Pep Guardiolas Team nach Verlängerung mit 4:3 geschlagen – eines der spektakulärsten Spiele, das wir bislang bei der FIFA Klub-Weltmeisterschaft 2025™ erlebt haben. Im Spielertunnel auf dem Weg zu den Kabinen war die Freude, das Singen und das komplette Chaos deutlich zu hören.
"Das sind die Fans draußen vor dem Stadion", meinte jemand. Natürlich feierten die Al-Hilal-Anhänger den historischen Sieg über Manchester City lautstark – doch das Geräusch schien auch von woanders zu kommen.
"Ja, wir haben in der Kabine gejubelt und geschrien", erklärte Sergej Milinković-Savić im Gespräch mit FIFA. "Nach so einem Sieg weiß man kaum, was man machen soll – das Adrenalin ist einfach riesig."
Auch wenn das gesamte Team stark auftrat, hinterließ der großgewachsene Serbe einen bleibenden Eindruck. Für Milinković-Savić war das Wiedersehen mit Simone Inzaghi ein besonderes Highlight – der Italiener, der ihn bereits bei Lazio Rom trainiert hatte, ist Anfang des Monats von Inter Mailand zu Al Hilal gewechselt.
Inzaghi formte den Mittelfeldspieler laut Pep Guardiola zu dem "fantastischen Spieler", der er heute ist. Und der 30-Jährige zeigte sich sichtlich inspiriert – sowohl von seinem neuen alten Trainer als auch vom besonderen Abend in den USA.
"Es ist natürlich etwas Besonderes, so ein Kompliment von einem Trainer wie Guardiola zu bekommen", gab Milinković-Savić offen zu. "Heute haben wir gezeigt, auf welchem Niveau wir spielen können. Ich fühle mich hier sehr wohl, wir trainieren gut und körperlich bin ich in einer guten Verfassung. Jetzt ist auch Simone Inzaghi da, den ich sehr gut kenne – jetzt müssen wir bis zum Ende an uns glauben."
"Was wir heute erreicht haben, ist eigentlich kaum in Worte zu fassen. Wir haben gegen eines der besten Teams der Welt gespielt, das gibt uns umso mehr Motivation für die kommenden Spiele. Für uns, für den Verein und für das ganze Land ist das ein historischer Erfolg. Wir haben von der ersten bis zur letzten Sekunde daran geglaubt – und wir haben es geschafft."
Technisch hat Sergej Milinković-Savić schon immer überzeugt – unter Simone Inzaghi hat er jedoch auch im taktischen Bereich enorme Fortschritte gemacht. Die erfolgreiche Verbindung der beiden feierte bei Al Hilal nun ihre Wiedervereinigung, was es Inzaghi erleichtert, seine Spielidee schnell an die Mannschaft weiterzugeben.
"Ich musste Sergej nicht erst kennenlernen. Er ist ein außergewöhnlicher Spieler, der Qualität und Einsatzbereitschaft perfekt vereint", betonte der Coach. "Heute Abend ist er extrem viel gelaufen – genau wie alle anderen auch. Er, [Kalidou] Koulibaly und João Cancelo sprechen Italienisch, das hilft meinem Trainerstab und mir enorm."
Auch wenn ein Großteil der Aufmerksamkeit seinem alten Weggefährten galt, wollte Simone Inzaghi betonen, dass der Sieg keineswegs das Verdienst eines Einzelnen war.
"Zuerst möchte ich meiner Mannschaft ein großes Kompliment machen", so Inzaghi. "Die Spieler waren heute Abend einfach großartig. In so einem Moment darf man glücklich sein – gemeinsam mit dem Klub und unseren fantastischen Fans. Ich bin sehr zufrieden mit der Arbeit, die die Mannschaft investiert hat, und mit den Bedingungen, die uns der Verein ermöglicht. Genau deshalb wollte ich direkt bei der Klub-Weltmeisterschaft dabei sein. Ich wollte sofort Antworten sehen – und die habe ich heute bekommen."
"Ich habe gerade mit meinem Trainerteam gefeiert, da kam Pep [Guardiola] direkt zu mir, hat uns gratuliert und mir die Hand geschüttelt. Zwischen uns herrscht großer Respekt. Im Fußball gewinnt man mal, man verliert mal – aber so ein Kompliment von ihm ist natürlich immer etwas Besonderes."
Al Hilal bleibt vorerst in Orlando, wo es im Viertelfinale der FIFA Klub-Weltmeisterschaft™ zum Duell mit Fluminense FC kommt. Beide Teams wollen dabei ein neues Kapitel in ihrer internationalen Geschichte schreiben.