Während sich die Fußballwelt noch immer die Augen reibt, wie ein einst so stolzer Fußballklub wie Olympique Lyon in diese fast ausweglose Situation geraten konnte, arbeiten die Lyonnais emsig daran, dieses Szenario doch noch abzuwenden. Hinter den Kulissen wird über Transfers, Geldquellen und eine neue Führung nachgedacht.
Fakt ist: Die DNCG, die französische Finanzaufsichtsbehörde, hat OL die Liquidität abgesprochen, der Klub muss absteigen. Aber: Er kann noch Berufung einlegen, Geld generieren und seine Finanzlücken stopfen. Das tun die Lyonnais seit Monaten, verkauften beispielsweise Rayan Cherki für gut 42 Millionen Euro zu Manchester City oder lösten den Vertrag mit Kapitän Alexandre Lacazette, der derzeit noch vereinslos ist, auf. Doch das reichte der DNCG bislang nicht. Was kann nun helfen?
Gerlinger als Textor-Nachfolger?
Rein finanziell gesehen müssen weitere Stammkräfte folgen, so könnte Malick Fofana zu Chelsea wechseln, sein Abgang könnte einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag bringen. Ganz so hoch sind die Ablösesummen beim Ex-Münchner Corentin Tolisso oder Nemanja Matic, einst bei Manchester United, zwar nicht, aber mit den beiden Profis würde sich OL einiges an Gehalt einsparen.
So oder so: Die Fans sind erzürnt über das Gebaren Textors, der jüngst im brasilianischen TV zumindest Fehler einräumte. Wie er diese auszubessern gedenkt, bleibt offen. Klar ist: Eine Zukunft mit dem US-amerikanischen Unternehmer ist wohl nicht mehr realistisch. Im Hintergrund soll laut der französischen Tageszeitung L'Equipe bereits über einen Nachfolger als (Interims-)boss diskutiert werden. Der Kandidat: Michael Gerlinger, ein Deutscher, der sich einst beim FC Bayern um die Rechtsabteilung kümmerte.
Was zumindest schon einmal eine positive Nachricht darstellt: Sollte Lyon doch nicht absteigen müssen, dürfen sie im kommenden Jahr ihren sportlich erreichten Europa-League-Startplatz wahrnehmen. Allein diese Entscheidung zeigt: Die Lyonnais gehen fest davon aus, dass sie wie schon im vergangenen November um einen Zwangsabstieg herumkommen. Um das zu erreichen, muss jedoch noch einiges passieren.