Alessandro Del Piero – eine Ikone des italienischen Fußballs und langjähriger Torjäger von Juventus FC – traut CF Monterrey im Duell mit Borussia Dortmund den Sprung ins Viertelfinale zu. Für Trainer Domenec Torrent ist das zwar ein schönes Kompliment, aber keines, das sein Team ablenken darf. Der Coach der Nordmexikaner mahnt zur Vorsicht: "Wir danken Del Piero für seine Worte, aber ich wünsche mir, dass die Mannschaft sie nicht gehört hat, denn jeder soll sich darauf konzentrieren, wirklich in jeder Sekunde um jeden Ball zu kämpfen. Denn nur so können wir mithalten."
Monterrey hat sich mit starken Auftritten gegen namhafte Gegner wie den FC Internazionale Milano, CA River Plate und die Urawa Red Diamonds verdient den Einzug ins Achtelfinale der Klub-WM gesichert. Zwei Unentschieden gegen die europäischen und südamerikanischen Topklubs legten den Grundstein, ehe ein klarer Sieg am letzten Gruppenspieltag das Weiterkommen perfekt machte. Das sorgt für Rückenwind – auch bei Spielmacher Sergio Canales: "Wir müssen einfach darauf vertrauen, das Richtige zu machen. In den Gruppenspielen haben wir gezeigt, dass wir was draufhaben und mit jedem mithalten können. Wenn wir die Ruhe bewahren, die Konzentration hochhalten und an den Feinheiten arbeiten, können wir weiterkommen."
Der spielstarke Zehner der Rayados ist wieder dabei – und das rechtzeitig vor dem Duell mit Borussia Dortmund. Beim letzten Gruppenspiel gegen Urawa musste der kreative Kopf Monterreys noch verletzungsbedingt pausieren. Jetzt ist er wieder fit und will mithelfen, das nächste große Kapitel zu schreiben. Der Spanier weiß, worauf es dabei ankommt: "Die deutschen Mannschaften sind sehr stark und spielen mit viel Tempo. Wir müssen uns auf ein intensives Spiel vorbereiten, das uns viel abverlangen wird. Sie sind überall hervorragend besetzt und können uns vor große Probleme stellen. Wichtig ist, konzentriert zu sein, gemeinsam hart zu arbeiten und sie nicht ins Spiel kommen zu lassen."
"Wir müssen versuchen, so zu agieren wie gegen Inter und River", erklärte derweil Stürmer Germán Berterame, der beim 4:0-Sieg gegen die Japaner doppelt traf. "Es wird darauf ankommen, intensiv bei der Sache zu sein, die taktische Ordnung zu halten, uns nicht zu verstecken und unsere Gelegenheiten zu nutzen – dann können wir auch gewinnen."
Für Monterrey ist es bereits das zweite Aufeinandertreffen mit einem europäischen Topteam bei dieser Klub-WM. Gegen Champions-League-Finalist Inter Mailand ging man dank eines wuchtigen Kopfballs von Sergio Ramos früh in Führung und dominierte das Spiel über weite Strecken. Nun wartet mit Borussia Dortmund die nächste große Herausforderung.
Trainer Domenec Torrent sieht Parallelen: "Das wird ein echt hartes Spiel. Man kann den BVB in etwa mit Inter vergleichen. Ich hab das Gefühl, dass die europäischen Teams mit jedem Tag besser werden. Obwohl es natürlich nicht einfach wird, denke ich, dass wir gegen Borussia Dortmund unsere Chancen haben werden. Wir wollen bis zum Schluss alles geben und Schwächephasen wie in anderen Partien vermeiden. Auch wenn man wirklich alles versucht, können sie uns aufgrund ihrer Klasse unter Druck setzen. Wir müssen defensiv gut stehen, mit elf Mann verteidigen und bei eigenen Angriffen mutig sein."
Torrent kennt das höchste Niveau – als Assistent von Pep Guardiola bei Barcelona, Bayern und Manchester City hat er erlebt, was es braucht, um ganz oben mitzuhalten. Und genau das fordert er nun auch von seinem Team: totale Hingabe. "Wir müssen als Team kämpfen. Das Verteidigen geht nur im Kollektiv. Wer nicht mitzieht oder spielerisch nicht auf der Höhe ist, wird ausgewechselt. Da bleibe ich hart. Wer sich nicht in den Dienst der Mannschaft stellt und die Anweisungen einhält, schadet dem ganzen Team."
"Bei diesen Mannschaften muss man stets konzentriert agieren, und man darf nie denken, das Spiel unter Kontrolle zu haben", ergänzte der 62-Jährige. "Genau deshalb bin ich stolz auf mein Team, weil wir in der Partie gegen Inter Mailand gut gespielt und um jeden Ball gekämpft haben. Manchmal muss man einfach leiden. Doch selbst die talentierten Offensivspieler, die nicht so gerne mit nach hinten arbeiten, waren bereit, sich aufzuopfern und zu verteidigen."
Bei Monterrey steckt viel individuelle Klasse im Kader – doch Stürmer Roberto de la Rosa stellt klar: Das allein reicht noch nicht. "In der Mannschaft steckt viel Talent. Doch das Wichtigste ist immer, nicht nur darauf zu vertrauen, sondern als Team aufzutreten und zu arbeiten." Einer, der Monterreys Spiel auf ein neues Level hebt, ist Rückkehrer Canales. Der erfahrene Spielmacher, der Stationen bei Real Madrid, Valencia, Betis & Co. hinter sich hat, verleiht dem Team Struktur und Ideen.
Und Canales sieht sein Team auf dem richtigen Weg: "Die besten Teams sind für mich die, die auf sämtliche Spielstile vorbereitet sind. In der Gruppenphase gegen Inter wurde uns gegen Spielende klar, dass wir punkten müssen. Es gab Momente, in denen wir sogar dachten, die Partie gewinnen zu können. Doch die Mannschaft wächst von Spiel zu Spiel. Unser Auftreten gegen Urawa hat uns viel Selbstvertrauen für das Achtelfinale gegeben. Wir werden also gut vorbereitet sein und versuchen, ihnen das Leben schwer zu machen."
"Wir müssen voll da sein", betonte Torrent – und spricht damit an, worauf es im Duell gegen den BVB ankommen wird: kompromisslose Zweikampfführung, maximale Einsatzbereitschaft und taktische Disziplin. "Um gegen uns zu gewinnen, müssen sie unter Beweis stellen, dass sie körperlich überlegen, unheimlich stark und sehr schnell sind. Doch wir werden alles daran setzen, dies zu verhindern."
Der Matchplan ist klar: mutig mit Ball, geschlossen ohne. "Wenn wir im Ballbesitz sind, müssen wir mutig sein. Ist es jedoch notwendig, wie gegen Inter tief zu stehen, sind alle gefordert und müssen verteidigen. In solchen Spielen hat jeder mitzuziehen. Macht hier einer seinen Job nicht, haben wir keine Chance."