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Muslic: "Cheftrainer? Das ist keine One-Man-Show"

kicker

Um kurz nach 10 Uhr kamen die Verantwortlichen in das Mediencenter auf Schalke. Neben Neu-Sportvorstand Frank Baumann und Youri Mulder, dem Direktor Profifußball, trat auch Cheftrainer Miron Muslic erstmals vor die Presse.

"Ich hatte Lust auf Schalke, richtig Bock", leitet der 42-jährige Österreicher ein und skizziert seine Entscheidung für das Engagement im Ruhrpott etwas genauer: "Wenn man das erste Mal mit Schalke in Berührung kommt, merkt man sofort etwas. Wenn man sich mit Schalke beschäftigt, erlebt man die Fankultur und die Begeisterung. Man merkt, wie unglaublich wichtig Schalke für das Leben der Fans ist. Und dann merkt man, dass es auch für einen selbst wichtig ist."

Muslics Art: Zwischen fordernd und respektvoll

"Keine Sekunde" habe er gezögert, als die Schalker Verantwortlichen ihn im Mai kontaktiert hatten. "Wir möchten eine neue Dynamik entwickeln und wollen das mit Positivität anpacken, uns auf allen Ebenen nach vorne arbeiten", sagt Muslic.

Aber warum sieht er sich als geeigneten Kandidaten, um den anhaltenden Negativtrend auf Schalke zu stoppen? "Ich finde, dass ich eine gute Balance habe", meint Muslic, der sich gewählt und höflich ausdrückt, gleich mehrmals.

"Ich bin fordernd, aber immer respektvoll und wertschätzend. Jeder weiß, was er zu tun hat, welche Rolle und Zuständigkeit er hat. Wenn wir gemeinsam als Mannschaft auflaufen, müssen die Jungs wissen, was sie zu tun haben. Wir müssen das nicht nur vorleben, sondern auch schaffen. Ich bin mir absolut im Klaren, was die Aufgabe betrifft."

Worauf Muslic dabei großen Wert legt: "Cheftrainer? Das ist keine One-Man-Show. Ich bin ein Teamplayer, es ist mir unglaublich wichtig, dass wir als Staff nicht nur eine Spielidee vorbereiten, sondern sie auch umsetzen."

Apropos Spielidee: Nachdem Muslic auf Schalke angekündigt worden war, klang schon durch, wie der Ex-Coach von Plymouth Argyle gerne spielen lässt. Am Freitag bekam er die Chance, das Ganze noch einmal in eigenen Worten zu beschreiben. "Unsere Spielart, sehr aktiv, sehr intensiv, sehr aggressiv und mutig, passt wunderbar zu der Fankultur." Die Schalker Profis sollen "unbeugsam sein, bereit, ein Stück weit zu leiden" - unter der Führung von Kenan Karaman, der Kapitän bleibt.

Austausch mit St. Paulis Blessin

Bekanntermaßen steht ein Schalke-Trainer aber nicht nur für die Aufgabe, sportlich etwas zu entwickeln. Auch muss er mit dem großen Interesse am Verein und damit einhergehend an der eigenen Person fertigwerden und sich in der Öffentlichkeit souverän präsentieren. Vielen S04-Coaches ist das in der Vergangenheit nicht gelungen, der eine scheiterte früher, der andere später.

"Ich bekomme schon mit, dass die Berichterstattung hier eine komplett andere ist. Das verändert aber nicht meinen Ansatz der Mannschaft gegenüber. Das Wichtigste passiert am Platz und da bin sehr zuversichtlich, dass wir das Ganze in eine andere Richtung lenken können." Dass er "beeindruckt von der ganzen Masse" sei, konnte sich Muslic aber dennoch nicht verkneifen.

"Wir sind in einer Performance-Branche und die Drucksituation gehört zu unserem Job dazu. Wir müssen damit umgehen können, wir müssen Wege und Lösungen finden können. Für mich ist extrem wichtig, die Balance zu finden." Ob ihm das gelingt, wird sich erst in den kommenden Wochen und Monaten zeigen.

Dass die Strukturen und die Wucht der Knappen Potenzial haben, ist keine Frage. Das hat auch St. Paulis Trainer Alexander Blessin in einer Textnachricht bestätigt und von einem schlafenden Riesen gesprochen, erzählt Muslic über deren Konversation. "Ich sehe auch dieses Potenzial. Wir müssen dieses Potenzial von der Leine lassen."

Am Samstag um 10.45 Uhr startet der FC Schalke 04 mit einer öffentlichen Trainingseinheit in die Zweitliga-Vorbereitung.