Vieles ist dieser Tage in Bewegung beim FC Schalke 04 - zwischen Millionenregen, Personalrochaden und einer nicht abgeschlossenen Kaderplanung erscheint aktuell vor allem eines sicher: Beim Pokalauftakt am Sonntag (15.30 Uhr) bei Lok Leipzig dürfte sich die S04-Elf im Vergleich zur jüngsten 0:1-Ligapleite gegen den FC Kaiserslautern deutlich verändern.
Was nicht nur am kurz bevorstehenden Abgang von Taylan Bulut liegt, der für etwa sechs Millionen Euro zu Besiktas wechseln soll und von seinem Verein für Vertragsverhandlungen freigestellt wurde. Sondern auch an der Personaldecke, die nach dem Ausfall von Peter Rennert (Sprunggelenksverletzung) nun wieder etwas komfortabler daherkommt: Sowohl Innenverteidiger Nikola Katic (Gehirnerschütterung) als auch Kapitän Kenan Karaman (Meniskusriss) haben unter der Woche mit der Mannschaft trainiert, beide sollen bereits gegen Leipzig ihr Comeback geben.
Auf einmal Optionen in der Innenverteidigung
"Selbstverständlich" sei Karaman dabei als Kapitän für die Startelf vorgesehen, erklärte S04-Trainer Muslic auf der Pressekonferenz vor dem Pokalauftakt. "Kenan hat so viel investiert, um endlich an diesen Punkt zu kommen. Er ist so weit, deswegen wird er zurückkehren", so der Trainer über seinen Spielführer.
Auch Katic soll laut seinem Coach schon gegen Leipzig von Beginn an spielen - das Nachsehen haben könnte dadurch Felipe Sanchez, der in der 2. Liga zuletzt zweimal auf dem Platz gestanden und seine Sache dabei ordentlich gemacht hatte. "Er hat sich in den vergangenen Wochen aufgedrängt. Wir haben nun mehrere Optionen, die wir uns noch offen lassen", stellte Muslic klar. "Mit vier bis fünf fitten Innenverteidigern, die alle performen können, haben wir ein echtes Luxusproblem", so der Österreicher.
Weniger Alternativen hat Muslic dafür wohl bald in der Rechtsverteidigung - wenn Buluts Wechsel nach Istanbul vollzogen werden sollte, steht den Knappen auf dieser Position nur noch Adrian Gantenbein zur Verfügung. "Wir haben einen Plan und wir haben Alternativen", sagte der Coach mit Blick auf mögliche Transfers. Neben Gantenbein habe man sich für hinten rechts "mehrere Optionen erarbeitet. Und ich glaube, wir kommen gut zurecht."
Gut aufgestellt sieht Muslic sein Team derweil zwischen den Pfosten, wo die Schalker "mehrere hervorragende Keeper zur Verfügung haben". Einen Pokaltorhüter "brauchen wir nicht", betont Muslic - beordert für das Spiel gegen Leipzig aber dennoch die eigentliche Nummer zwei Justin Heekeren in die Startelf. "Weil wir seine Trainingsleistungen belohnen wollen", stellte der Schalker Übungsleiter klar.
Ein umschaltstarker Meister
Überhaupt zeigte sich Muslic "sehr zufrieden" mit dem, was sein Team in den vergangenen Tagen im Training gezeigt habe. Der Coach spricht von der "intensivsten" Woche seit seinem Amtsantritt - ein starker Fokus habe darauf gelegen, Lösungen mit dem Ball zu finden.
Das kommt in Anbetracht des Pokalgegners Leipzig auch alles andere als überraschend: Gegen den Regionalligisten, der in der vergangenen Saison trotz seiner Meisterschaft den Aufstieg verpasst hatte, wird Königsblau auf ein tief stehendes Team mit Stärken im Umschaltspiel treffen. Dass gegen die Sachsen ein anderer Spielstil gefragt ist als in der 2. Liga, ist auch Muslic bewusst: "Wir müssen ihnen unser Spiel aufzwingen. Wenn nicht, werden sie uns Probleme bereiten.