Dawid Kownacki versprühte gute Laune, was natürlich am Ergebnis lag - und ein bisschen auch an seiner eigenen Bilanz. Herthas etatmäßiger Stürmer Nummer 1, der sich nach zwei Monaten Pause wegen einer Sprunggelenkverletzung über Teileinsätze gerade zurückkämpft, hatte als Joker erneut zugeschlagen. Drei Tage nach dem Siegtor in Kiel (1:0) glückte dem Polen bei der Pokal-Achtelfinal-Gala gegen den 1. FC Kaiserslautern (6:1) am Dienstagabend nur vier Minuten nach seiner Einwechslung der nächste Treffer. "Tore für die Mannschaft zu schießen, ist mein Job", sagte Kownacki. "Aber wir brauchen alle, jeden Einzelnen. Ich bin deshalb sehr glücklich, dass auch so viele andere Jungs getroffen haben. Gerade für Luca mit seinen zwei Toren freue ich mich."
Schuler ist eine der Hinrunden-Überraschungen
Luca Schuler, der nach 71 Minuten für Kownacki Platz machte, hatte erneut das Startelf-Mandat erhalten. Und wie schon dreieinhalb Wochen zuvor beim 1:0-Auswärtssieg auf dem Betzenberg entnervte er seinen Jugendklub Kaiserslautern, bei dem er zwischen 2006 und 2016 ausgebildet wurde, auch diesmal. Seine Bilanz: zwei Tore, ein Pfostentreffer und sehr viel Hunger und Fleiß. Eine hartnäckige Hüftverletzung, deren Ursache ein Beckenschiefstand war, kostete den Stürmer fast ein halbes Jahr - und schien seine Perspektive in Berlin einzutrüben. Jetzt ist er eine der Hinrunden-Überraschungen im Berliner Kader und steht wettbewerbsübergreifend bei fünf Saisontoren. "Es war eine zähe Zeit", sagt Schuler über die schwierigen Monate bis zum Comeback im September. "Ich freu' mich, dass ich jetzt wieder nahezu bei 100 Prozent bin und viel Spielzeit bekomme. Das tut mir gut."
Kownackis Rückkehr? "Wir wissen alle, was Dawid kann"
Kownackis Rückkehr verunsichert ihn augenscheinlich kein bisschen. "Ich bin da ganz entspannt", erklärt Schuler. "Wir wissen alle, was Dawid kann, und profitieren, je mehr Spieler zurückkommen. Wir hatten zuletzt viele Spiele, in denen Seba (Sebastian Grönning, d.Red.) und ich uns abgewechselt haben, und es hat mit beiden gut geklappt. Es wird auch gut klappen, wenn Dawid wieder von Beginn an spielt. Wir sind alle drei unterschiedliche Spielertypen, der Trainer wird dann schon eine gute Entscheidung treffen."
Gegen seine ehemaligen Klubs trumpft er regelmäßig auf
Warum er gegen seine Ex-Klubs so regelmäßig auftrumpft, sei "eine sehr gute Frage, die ich mir auch schon gestellt habe", sagt Schuler mit einem Lächeln - und kennt die Antwort nur zum Teil: "Zum einen, weil ich immer die Chancen bekomme. Zum anderen weiß ich es nicht genau." In dieser Saison schenkte er dem FCK in Summe bereits drei Tore ein, in der vergangenen Saison beim 4:3-Auswärtssieg Ende August 2024 zwei - und dem 1. FC Magdeburg, seinem Arbeitgeber vor dem Wechsel nach Berlin, Ende November 2024 beim 3:1-Auswärtssieg ein Tor.
Die für Schuler spezielle Woche bietet die Chance, diesen besonderen Lauf fortzusetzen. Am Sonntag gastiert Schlusslicht FCM im Berliner Olympiastadion. "Da freue ich mich natürlich auch sehr drauf", sagt der Stürmer, der im Sommer 2024 Magdeburg in Richtung Berlin verlassen hatte. "Die stehen nicht so gut da, aber wenn man sieht, wie die Jungs spielen, spiegelt das die Tabelle nicht unbedingt wider." Luca Schuler weiß, was auf ihn am Sonntag zukommt. Aber der 1. FC Magdeburg weiß das auch.