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Münster kündigt Lorenz fristlos und erstattet Anzeige - Ex-Kapitän äußert sich

kicker

Preußen Münster teilte am Dienstag in einer kurzen Pressemitteilung mit, dass man "Mittelfeldspieler Marc Lorenz fristlos gekündigt und parallel dazu Anzeige erstattet habe".  Hintergrund seien "konkrete Hinweise auf Unregelmäßigkeiten im Zusammenhang mit Spendengeldern".

Ins Detail gingen die Preußen dabei nicht, betonten jedoch, dass man sich in seiner Rolle "als bedeutender Arbeitgeber und Botschafter der Region sieht" und in der Verantwortung stehe, "die Integrität des Klubs, seine Werte sowie das Vertrauen der Öffentlichkeit uneingeschränkt zu wahren und zu schützen."

Der fristlosen Kündigung zum Trotz betonte der Verein, dass man obgleich der "Schwere der Vorwürfe auf ein faires Verfahren sowie einen respektvollen Umgang mit dem langjährigen und verdienten Spieler Wert" lege. Auch stellten die Preußen klar, dass man bis zum Abschluss der laufenden Untersuchungen keine weiteren Stellungnahmen zu diesem Vorgang abgeben wolle.

Was Lorenz genau vorgeworfen wird, ist derzeit also noch unklar. Bekannt ist jedoch, dass der 37-Jährige seit Jahren Spendengelder für die sogenannten "Clinic Clowns" sammelt. Dabei handelt es sich um eine Gruppe, die mit künstlerischen Auftritten in Krankenhäusern dafür sorgt, dass Kinder ihren Klinikalltag für ein paar Augenblicke vergessen können. Lorenz engagiert sich seit 2019 und über die Jahre kamen dabei mehrere Tausend Euro zusammen.

Lorenz spielte von 2009 und 2011 an der Hammer Straße, der gebürtige Münsteraner kehrte dann 2022 zurück, avancierte zur Führungsfigur und wurde Kapitän der Adlerträger. Nun endet nach 94 Spielen und 14 Toren in den vergangenen drei Jahren die Zusammenarbeit unrühmlich. Der Spieler, der Ende Juni seinen Vertrag bei den Preußen noch um ein weiteres Jahr verlängert hatte, etwas später dann aber als Kapitän abgesetzt worden war, äußerte sich am Abend via sozialer Medien.

Lorenz äußert sich

Lorenz gab zu, dass es Ungereimtheiten gab, betonte aber auch, dass der offene Betrag wieder beglichen sei und sprach zudem über mentale Probleme, die er hat. Lorenz' Statement im Wortlaut:

"Was ich mir vorwerfen muss, ist, dass ich die Spendengelder zu spät abgerechnet habe. Zum Zeitpunkt der Kündigung war der offene Betrag allerdings schon wieder beglichen. Entsprechend war ich nun sehr verwundert darüber, dass der Verein damit unabgesprochen in die Öffentlichkeit geht. Ich habe es selbst von der Preußen-Website erfahren müssen.

Doch zum Gesamtkontext gehört auch: Ich befinde mich seit einigen Wochen in therapeutischer Behandlung, da meine mentale Gesundheit in den letzten Jahren sehr gelitten hat. Das lag zum einen an der sportlichen Situation, aber auch an schwierigen privaten Umständen in meinem engsten Familienkreis. Auch darüber war der Verein seit über einem Jahr informiert.

Dass die Gelder verspätet überwiesen wurden, kann ich mir nur krankheitsbedingt erklären. Meine psychische Erkrankung hat mich in einem solchen Maße belastet, dass ich in dieser Zeit völlig antriebslos war und notwendige Handlungen nicht rechtzeitig veranlassen konnte.

Niemals aber würde ich mit Absicht Spendengelder für den guten Zweck veruntreuen. Wie erwähnt: Bereits vor der Kündigung und der Pressemitteilung von Preußen waren alle Gelder gezahlt."