Arminia Bielefeld ist das Team der Stunde. Nach einem starken Schlussspurt in der Liga und dem Pokal-Finale in der vergangenen Spielzeit knüpft das Team von Mitch Kniat nahtlos an diese Leistungen an und grüßt nach zwei Spieltagen als Aufsteiger mit der besten Offensive (sieben Treffer) von der Tabellenspitze. Das 2:0 in Kiel war saisonübergreifend das 13. ungeschlagene Ligaspiel in Folge.
Im Holstein-Stadion reichte dem DSC eine starke Halbzeit mit einem reingespitzelten Tor nach schöner Kombination durch Noah Joel Sarenren Bazee und einem Traumfreistoß von Tim Handwerker zum dreifachen Punkterfolg, ehe es nach dem Seitenwechsel nochmal eng wurde. Das lag nicht zuletzt an der Ampelkarte gegen Keeper Jonas Kersken in der 70. Minute, der zwei Minuten zuvor verwarnt wurde.
Kersken: "Mit ein bisschen Fingerspitzengefühl spiele ich zu Ende."
"Ich kann mich heute bei der Mannschaft bedanken, die die Null gehalten hat. Ich habe es nicht einfach gemacht die letzten 20 Minuten", beschrieb der Schlussmann nach Abpfiff am Mikrofon von Sky, tat sich aber mit beiden Gelben Karten schwer: "Draußen stehen die Jungs bereit zur Einwechslung. Da steht einer mit der Tafel. Ich denke, es wird eingewechselt", analysierte der 24-Jährige die erste Gelbe Karte wegen Zeitspiels in der 68. Minute.
Zwei Minuten später eilte Kersken dann aus seinem Tor, um einen langen Kieler Schlag abzufangen und rannte auf dem Rückweg absichtlich Jonas Therkelsen um. "Ich muss ihm da besser ausweichen. Es war dann unglücklich, da muss ich mir an die eigene Nase fassen", nahm sich der gebürtige Düsseldorfer selbst in die Pflicht, ließ aber noch eine Beschreibung der Situation aus seiner Sicht folgen. "Aus meiner Sicht laufe ich sehr nah an ihm vorbei und in dem Moment steht er in mich rein auf. Kann man pfeifen, trotzdem glaube ich, mit ein bisschen Fingerspitzengefühl spiele ich hier das Spiel zu Ende."
Den folgenden offensiven Bemühungen der Störche musste sich dann Leo Oppermann erwehren, der mit einigen Paraden den Sieg festhielt. "Da wusste ich, dass ich mir keine Sorgen zu machen brauche", sprach Kersken der Bielefelder Nummer 2 das Vertrauen aus.
Bielefelder Bescheidenheit
Abgesehen vom Platzverweis blicken die Ostwestfalen allerdings auf einen gelungenen Sonntagnachmittag zurück, auch wenn die Bescheidenheit die Oberhand behält: "Wir tun gut daran, demütig zu bleiben. Es bleibt ein hartes Stück Arbeit, auch wenn ich unsere Leistungen als sehr gut bewerte", betont Kersken.
In Kiel machte eine gute Chancenverwertung, griffiges Zweikampfverhalten und eine konzentrierte Defensivleistung den Unterschied. "Ich kann mich auf die Mentalität bei meiner Mannschaft immer verlassen", weiß auch Trainer Mitch Kniat. Doch auch er bleibt demütig ob des Höhenflugs: "Es kann ganz schnell in eine andere Richtung gehen. Wir müssen jetzt genau dieselbe Leistung am Freitag zeigen und danach gegen Dresden. Das muss unser Ansatz sein, egal ob zu zehnt oder zu elft."
Am Freitag (20.45 Uhr, LIVE! bei kicker) wartet Werder Bremen in der 1. Runde des DFB-Pokals auf die Arminen. Die Ausganglage um weiter auf der Erfolgswelle zu reiten, ist keine schlechte aus Bielefelder Sicht. Schaltete man Bremen doch im Viertelfinale der zurückliegenden Spielzeit mit 2:1 aus.