Als Stefan Leitl am Dienstagabend nach der Leistung von Boris Mamuzah Lum im Testspiel gegen Drittliga-Aufsteiger TSV Havelse (3:2) gefragt wurde, brauchte er für die Antwort nicht viele Worte. "Sehr auffällig" fand Herthas Trainer die Darbietung des Mittelfeldspielers, der als Einziger der vor dem Seitenwechsel aufgebotenen Akteure auch im zweiten Durchgang startete. "Er hat seine Sache gut gemacht."
Mit der Wertschätzung für das Talent steht Leitl im Klub nicht allein da: Hertha glaubt an Lum - und Lum, wie man seit Mittwochabend weiß, weiter an Hertha. Der 17-Jährige hat seinen Vertrag beim Zweitligisten nach Vereinsangaben "langfristig verlängert" - nach der am vergangenen Freitag verkündeten Vertragsverlängerung von Mittelfeldspieler Kennet Eichhorn (15), um den unter anderen die Bundesligisten Frankfurt, Leverkusen und Wolfsburg geworben hatten, ist Lums Unterschrift das nächste Zeichen des Hauptstadtklubs.
Lum trug sich in der Vorsaison in die Geschichtsbücher ein
"Bobos Verlängerung macht uns stolz und ist das nächste starke Signal für unseren gemeinsamen Berliner Weg", wird Sportdirektor Benjamin Weber in einer Vereinsmitteilung zitiert. "Er bringt fußballerisch unheimlich viel mit, hat bereits wertvolle Erfahrungen bei den Profis sammeln können und besitzt enormes Potenzial. Wir freuen uns, dass sein Weg im blau-weißen Trikot weitergeht."
Lum war 2016 in die Akademie von Hertha BSC gewechselt und hatte in der Hinrunde der vergangenen Saison durch die Einwechslung im Heimspiel gegen die SV Elversberg (1:4) im Alter von 16 Jahren, elf Monaten und 27 Tagen Shervin Radjabali-Fardi als jüngsten Hertha-Spieler abgelöst, der je in einem Pflichtspiel für Herthas erste Mannschaft aufgelaufen ist. 2024 gewann der gebürtige Berliner die Fritz-Walter-Medaille in Bronze.
"Das ist mein zehntes Jahr im Verein, und ich bin sehr glücklich, auch weiterhin dieses Trikot tragen zu dürfen", sagt Lum über seine Vertragsverlängerung. "Ich möchte weiterhin hart arbeiten, mich weiterentwickeln und so viele Profispiele wie möglich für Hertha machen." Vor einem Jahr gab es bei Lum und dessen damaliger Berater-Agentur Gedanken an einen Wechsel nach England. Jetzt ist klar: Der Weg des Kapitäns der deutschen U-18-Nationalmannschaft geht bei Hertha weiter.