Nach den vergeblichen Avancen aus Graz fokussiert Maximilian Senft den Blick wieder ganz auf die SV Ried. "Der wichtigste Aspekt ist, dass wir aus einer herausfordernden Situation gestärkt in unserer Zusammenarbeit herausgehen", betonte der Chefcoach im Rahmen des Trainingsauftakts im Innviertel am Mittwoch. Die Rieder liegen als Sechster im Rennen um die Meistergruppe. Der Kader soll verstärkt werden, auch Abgänge sind möglich.
Dass Meister Sturm Graz die Fühler nach Senft ausstreckte, sei "eine Auszeichnung für unsere Arbeit", wie Rieds Präsident Thomas Gahleitner bei einem Medientermin noch einmal anmerkte. Der Aufsteiger wusste unter Senft im Herbst zu überzeugen. Das eigentliche Ziel - der Klassenerhalt - könnte mit dem Sprung in die Meistergruppe vorzeitig erreicht werden. Das Ziel für die ausstehenden fünf Runden im Grunddurchgang ist demnach klar vorgegeben.
In Ried "ist Außergewöhnliches drin"
"Wenn wir Außergewöhnliches leisten, ist auch Außergewöhnliches drin", sagte Gahleitner. Es gelte dennoch, demütig zu bleiben. Dass mit Senft der Taktgeber erhalten blieb, ist kein Nachteil. Die Gespräche des Klubs mit Sturm zerschlugen sich am Ende. Ried verlangte eine hohe Ablöse, die die Grazer nicht stemmen wollten. Senft soll sich mit Sturm laut Berichten bereits einig gewesen sein.
Der 36-Jährige gab am Mittwoch erstmals Einblicke in seine Gedankenwelt. "Für mich war von Anfang an klar, dass ich das nicht um jeden Preis machen werde und auch will. Dass viele Punkte zutreffen müssen, damit das Ganze konkreter wird. Das war am Ende des Tages nicht der Fall", meinte Senft. Wehmut gebe es keinen. Mit der Spielvereinigung will der Wiener nun den nächsten Schritt machen.
Grosse darf gehen
Helfen sollen zwei Neuzugänge, die im Idealfall vor der Reise ins Trainingslager in der Türkei am Sonntag kommen sollen. Laut Senft werden ein Offensivmann mit Qualitäten im letzten Drittel sowie ein vielseitig einsetzbarer Spieler gesucht. Aus der Offensivabteilung können zwei Profis den Verein verlassen. Aufstiegsheld Mark Grosse sowie der Spanier Ekain Azkune sind abgangswillig.
Laut Rieds Sportchef Wolfgang Fiala steht der Klub einem möglichen Wechsel von Grosse offen gegenüber. "Weil wir schon davon leben, dass wir als Einheit auftreten und jeder zufrieden sein muss und soll." Ob der 26-Jährige noch in die Türkei fahren wird, ist offen. Azkune wird sicher im Innviertel bleiben. Ernst wird es für die Rieder erstmals am 31. Jänner (17.30 Uhr). Im Viertelfinale des ÖFB-Cups steht ein Heimspiel gegen Rapid am Programm.