Der Schweizerische Fussballverband (SFV) hat einen Trainerwechsel bei der Frauen-Nationalmannschaft vorgenommen. Auf Pia Sundhage folgt der Spanier Rafel Navarro. Wie der Blick berichtet, erfuhr Sundhage von dieser Entscheidung in Stockholm und beschrieb den Moment als "wie vom Blitz getroffen". Die 65-jährige Schwedin zeigte sich vom plötzlichen Ende ihrer Amtszeit überrascht und enttäuscht.
Gegenüber der schwedischen Zeitung Expressen erklärte sie: "Es gab nicht wirklich einen Prozess. Unmittelbar nach der Europameisterschaft sagte ich, dass ich weitermache, wenn ich eine Vollzeit-Co-Trainerin bekomme. Seitdem gab es keinerlei Diskussionen."
Plötzliches Aus für Nati-Trainerin wirft Fragen auf
Der SFV präsentierte bereits am Dienstag in Muri bei Bern Rafel Navarro als Nachfolger. SFV-Präsident Peter Knäbel erläuterte, dass die Entscheidung nach dem 4:3-Testsieg in Schottland am 28. Oktober gefallen sei. "Nach dem Spiel in Schottland war unser Entscheid gefällt. Das haben wir dann Pia in Stockholm mitgeteilt", erklärte er. Ausserdem stellte er klar, dass die Spielerinnen "bei der Entscheidung für Navarro keinen Einfluss gehabt haben".
Frauenfussball-Direktorin Marion Daube erläuterte die Entscheidung: "Ich habe viel mit den Spielerinnen gesprochen. Sie sind immer Teil der Entwicklung und Gespräche." Daube betonte, dass es sich um einen Prozess handelte, bei dem es "Höhen und Tiefen" gab. Letztendlich sei es jedoch der Verband gewesen, der die Entscheidung getroffen habe.
Auf die Frage nach Sundhages Forderung nach einer Vollzeitstelle für die Assistenztrainerin antwortete Daube: "Pia hat diese Forderung gestellt, ja. Aber das war nicht ausschlaggebend dafür, dass wir uns gegen eine Fortführung der Zusammenarbeit entschieden haben." Vielmehr sei das Gesamtbild entscheidend gewesen, insbesondere die ernüchternde Bilanz von nur einem Sieg in zehn Pflichtspielen im Jahr 2024. Sundhage verteidigte ihre Forderung damit, dass sie so ihr Bestes für die schwierige WM-Qualifikation hätte geben können.
Knäbel äusserte sich zuversichtlich über die Zukunft: "Ich hoffe, dass er den Frauenfussball hier auf ein neues Level heben und uns an die grossen Turniere führen wird." Navarro erhielt einen Vierjahresvertrag, was die langfristige Planung des SFV unterstreicht. Der 39-jährige Katalane war zuvor beim FC Barcelona Femení an der Seitenlinie tätig.