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Neujahrs-Überraschung in Balingen: Coach Isik geht zum Saisonende

kicker

2026 startet bei der TSG Balingen mit einem Neujahrskracher: Wie die Verantwortlichen des abstiegsbedrohten Regionalligisten am Samstagabend bekannt gaben, wird Trainer Murat Isik seinen auslaufenden Vertrag nicht verlängern. Isik, der vor zweieinhalb Jahren nach Balingen kam, wird mit der Mannschaft also noch die laufende Viertliga-Saison zu Ende bringen, aber dann Abschied nehmen.

Einen Nachfolger für den Nürtinger konnten die Balinger selbstredend noch nicht nennen. Die konkrete Trainersuche sei erst der nächste Schritt, so Manager Jonathan Annel. Zunächst hätten beide Seiten ihre Positionen ausloten wollen, erklärte der Balinger Geschäftsführer, der wie TSG-Chef Eugen Straubinger von "offenen, vertrauensvollen und zielführenden Gesprächen" berichtete.

Beiden Seiten sei es um Planungssicherheit und schließlich darum gegangen, "einen frühzeitigen und geplanten Übergang" einleiten zu können, der etwa auch die laufenden Vertragsgespräche mit den Spielern betrifft. Der Verein hatte Isik dem Vernehmen nach angeboten, das Traineramt auch über die laufende Runde hinaus auszuüben. Isik aber entschied sich dafür, die TSG im anstehenden Sommer zu verlassen. "Murats Entscheidung verstehen und respektieren wir", erklärte Annel.

„"Als ich nach Balingen gekommen bin, hatte ich vom ersten Moment an ein gutes Gefühl. Genau auf dieses Gefühl höre ich jetzt wieder"“ (Murat Isik)

"Als ich nach Balingen gekommen bin, hatte ich vom ersten Moment an ein gutes Gefühl. Genau auf dieses Gefühl höre ich jetzt wieder", ließ sich Isik vom Verein zitieren. "Wir haben gemeinsam sehr viel bewegt und ich bin überzeugt davon, dass jetzt ein guter Zeitpunkt ist, die Verantwortung für den nächsten Entwicklungsschritt in andere Hände zu übergeben." Gleichwohl werde er "bis zum letzten Tag, mit voller Überzeugung und maximalem Einsatz für diese Mannschaft und diesen Verein arbeiten", so der 50-Jährige weiter.

Über die Aufstiegsspiele zurück

Der frühere U-Coach des VfB Stuttgart hatte sich im Winter 2023/2024 dem damals wie heute akut abstiegsbedrohten Südwest-Regionalligisten angeschlossen. Beim württembergischen Amateurklub folgte er auf Martin Braun. Zwar konnte Isik den Abstieg nicht mehr verhindern. Gleichwohl schaffte er in der Folgesaison das Kunststück, die Mannschaft hinter Großaspach auf Oberliga-Platz 2, sodann über die Aufstiegsspiele zurück in die vierte Liga und zudem ins WFV-Pokal-Finale zu führen (Niederlage gegen Aspach). Dabei kompensierte er einen Aderlass von 18 Abgängen und baute eine mit jungen Spielern gespickte Truppe auf, die direkt um die Meisterschaft spielte.

"Wir haben den Trainer damals mit klaren Erwartungen verpflichtet: Murat Isik sollte den sportlichen Neuaufbau, die Entwicklung einer jungen Mannschaft, die Rückkehr in die Regionalliga sowie die Weiterentwicklung der Arbeitsweise und der Rahmenbedingungen rund um das Team voranbringen", betonte Straubinger. "All diese Ziele wurden erreicht - und das deutlich früher, als man es realistischerweise hätte erwarten dürfen. Denn ein solcher Prozess erfordert im Normalfall Jahre." Allein dafür gebühre Isik "großer Respekt und großer Dank", so der Balinger Vereinsvorsitzende. "Wir haben damals einen Trainer für unsere Mannschaft verpflichtet. Gekommen ist ein großartiger Mensch, der seine Visionen auf den gesamten Verein übertragen hat."

Gelingt das "Wunder" Klassenerhalt?

Nach den Überraschungen von Wiederaufstieg und Pokalfinale tun sich die schwäbischen Fußballer in der laufenden Spielzeit indes schwer, liegen zur Winterpause schon zehn Punkte hinter den wahrscheinlichen Nicht-Abstiegsplätzen zurück (Anzahl der Absteiger ist abhängig vom Abschneiden der Südwestteams in der 3. Liga und damit davon, ob der SSV Ulm die Liga hält). Anders gesagt: Sie brauchen ein kleines Wunder, um sich in der vierten Liga zu halten. Auch deshalb war Isik in den vergangenen Monaten zunehmend in die Kritik geraten. Die Vereinsführung aber stellte sich konsequent hinter ihren Trainer, auch zuletzt noch.

Annel ist überzeugt davon, dass Isik "alles daran setzen wird", mit dem Team doch noch den Regionalliga-Verbleib zu erreichen. "Der Trainer trägt bis zum letzten Spieltag die volle sportliche Verantwortung und genießt unser komplettes Vertrauen. Unser Fokus liegt nun ausschließlich auf der Weiterentwicklung unseres Teams und dem gemeinsamen Ziel 'Klassenerhalt'", erklärte der TSG-Manager, der im Hintergrund die Kaderplanung vorantreibt. Diese liege nun federführend in der Verantwortung von Geschäftsführung und Vorstand. Isiks sportliche Expertise werde dabei aber weiterhin mit einbezogen. Zuletzt hatte der degradierte Keeper Dennis Klose seinen Abschied verkündet. Wessen Tor der 30-Jährige nach der Winterpause hüten wird, steht bis jetzt nicht fest.