FC Winterthur - Francis Momoh
Das Budget ist in der Eulachstadt begrenzt und treffsichere Stürmer sind teuer. Das hat zu einigen Experimenten beim FC Winterthur geführt. Während der Leihtransfer von Andrin Hunziker geglückt ist, werden Brian Beyer und Francis Momoh den Ansprüchen nicht wirklich gerecht. Die Wahl für den schlechtesten Transfer ist hier auf Momoh gefallen, denn der 24-Jährige kannte die Super League bereits und steht dennoch noch ohne Scorerpunkt da. Da hilft es auch kaum, dass der FCW den Nigerianer ablösefrei aus der Ukraine verpflichten konnte. Einen Mehrwert stellte Francis Momoh in der Hinrunde noch nicht dar.
Grasshopper Club Zürich - Allan Arigoni
Die Rückkehr von Allan Arigoni zum Grasshopper Club Zürich wurde im Sommer zunächst als kleiner Coup gefeiert. Auf dem Platz hat der 27-Jährige die Hoffnungen, die in ihn gesteckt wurden, nicht erfüllen können. Nur ein Spiel durfte der Verteidiger in der Super League von Beginn an bestreiten. Zum Ende der Hinrunde hin befand sich Arigoni nicht einmal mehr im Spieltagskader von Gerald Scheiblehner. Der Transfer entpuppt sich immer mehr als Missverständnis. Es ist für den Spieler und den Verein zu hoffen, dass der Turnaround gelingt.
Servette FC - Giotto Morandi
Von einem GC-Neuzugang kommen wir zu einem GC-Abgang. Giotto Morandi war einer der interessantesten Spieler, die in der Schweiz im letzten Sommer ablösefrei verfügbar wurden. Servette hat sich die Dienste des langjährigen Leistungsträgers der Grasshoppers gesichert. In der Calvinstadt funktioniert aber Morandi noch nicht wie gewünscht. Der offensive Mittelfeldspieler wartet noch immer auf seinen ersten Scorerpunkt in der laufenden Saison. 13 Einsätze hat der Tessiner bereits bestritten, dabei wurde er auf verschiedenen Positionen ausprobiert. Sowohl zentral als auch auf beiden Seiten durfte Morandi aufs Feld, noch fehlt ihm aber der gewünschte Einfluss aufs Genferspiel.
FC Lausanne-Sport - Muhanad Al-Saad
Die Verpflichtung von Muhanad Al-Saad war das erste Produkt der Zusammenarbeit zwischen dem FC Lausanne-Sport und dem saudischen Verein NEOM SC. Viel Spielpraxis hat für den einmaligen saudischen Nationalspieler beim Westschweizer Verein noch nicht herausgesprungen, allerdings machen dem 22-Jährigen auch immer wieder Verletzungen zu schaffen. Aktuell laboriert Al-Saad an einem Mittelfussbruch. In seinen wenigen Minuten hat der offensive Mittelfeldspieler einen Glanzpunkt setzen können: den Ehrentreffer bei der 1:3-Niederlage gegen GC. Unter dem Strich haben sich wohl sowohl Lausanne als auch NEOM mehr von diesem Leihgeschäft erhofft.
FC Luzern - Oscar Kabwit
Der Sturm ist eine der Problempositionen beim FC Luzern, das hat auch unser Stürmer-Ranking zur Hinrunde offenbart. Adrian Grbic und Lars Villiger treffen zu unregelmässig und Julian von Moos ist verletzungsanfällig. Da hätte mit Oscar Kabwit das Problem kompensiert werden sollen.
Ein Blick auf die Scorerwerte des Kongolesen offenbart jedoch: Kabwit konnte das Problem beim FC Luzern nicht beheben. Ein Tor steht in der Statistik des 20-Jährigen. Dieses erzielte Kabwit in der 1. Cuprunde gegen den FC Bosna Neuchâtel. Für die Beurteilung dieses Transfers ist allerdings weniger die Leistung des Spielers ursächlich als vielmehr die Erwartungshaltung. Von einem 20-Jährigen, der direkt aus dem Kongo nach Luzern wechselt, darf man sich nicht direkt 20 Tore in der Super League versprechen. Trotzdem hat der FCL versucht, mit Kabwit die Sturmprobleme zu lösen, was womöglich schon im Ansatz zum Scheitern verurteilt war.
FC Zürich - Lisandru Tramoni
Der ablösefreie Transfer von Lisandru Tramoni war sicherlich nicht das Meisterstück von Milos Malenovic. Zu Beginn der Saison kam der 22-Jährige noch zu vereinzelten Einsätzen und durfte sogar gegen Winterthur von Beginn an aufs Feld. Seit dem zehnten Spieltag sind die Dienste des 22-Jährigen aber nicht mehr gefragt. Zunächst sass Tramoni auf der Bank, dann auf der Tribüne. Beim FC Zürich wird auf andere Akteure gebaut, und so wäre ein schnelles Ende der Zeit von Lisandru Tramoni beim FCZ nur folgerichtig. Es ist nicht davon auszugehen, dass Spieler und Verein noch zusammenfinden.
FC Sion - Lamine Diack
Leihspieler dienen in der Regel dazu, das Team zu verstärken. Im Falle von Lamine Diack ist das den Wallisern nicht wirklich gelungen. Der Senegalese, der aus Nantes zum FC Sion wechselte, kommt in der Super League kaum zum Einsatz. Didier Tholot setzt im zentralen Mittelfeld lieber auf andere Kräfte. Trotz dieser fehlgeschlagenen Leihe muss den Constantins für die Transfers im vergangenen Sommer ein grosses Lob ausgesprochen werden. Zahlreiche Neuzugänge haben sich umgehend als absoluter Glücksgriff entpuppt. Rilind Nivokazi, Anthony Racioppi und Kreshnik Hajrizi sind direkt zu Leistungsträgern geworden.
BSC Young Boys - Sergio Cordova
Offensiv haben die Berner Young Boys nicht ihr Hauptproblem und dennoch stammt ihr schlechtestes Geschäft aus der Abteilung Attacke. Zu Chris Bedia hätte Sergio Cordova eine schlagkräftige Alternative im Angriff bieten sollen, allerdings hinkt der 27-Jährige den Ansprüchen hinterher. Von einem 98-fachen Bundesligaspieler versprach man sich in der Hauptstadt verständlicherweise mehr als nur ein gutes Spiel gegen den FC Thun. Nimmt man diesen Ausreisser mit drei Scorerpunkten aus der Bilanz Cordovas, bleiben in der gesamten Hinrunde nur noch ein Tor und ein Assist übrig. So ist es vorwiegend der Torproduktion von Bedia und Christian Fassnacht zu verdanken, dass YB zumindest im Angriff performt.
FC Basel - Jeremy Agbonifo
Beim FC Basel hätten sich sowohl Argumente für Moritz Broschinski als auch für Jeremy Agbonifo finden lassen. Der deutsche Stürmer kommt immerhin zu regelmässigen Einsätzen und hat zuletzt gegen den FC Luzern sein erstes Ligator geschossen. Der schwedische Flügelspieler Jeremy Agbonifo wirkt allerdings in der Kaderstruktur des FCB überflüssig.
Mit Ibrahim Salah, Marin Soticek und Junior Zé haben die Bebbi bereits drei Flügelspieler im Kader, die hinter den Stammspielern Philip Otele und Benie Traoré eingesetzt werden können. Einen sechsten hätte es nicht gebraucht, auch wenn Agbonifo interessante Anlagen mitbringt. Im Dribbling ist der 20-Jährige äusserst stark, doch bislang durfte er das erst selten zeigen. Fünf Teileinsätze in der Liga hat Agbonifo bislang hinter sich. Immerhin im Cup konnte er ein wichtiges Tor beisteuern. Gegen Etoile-Carouge rettete der Schwede den FC Basel kurz vor Schluss in die Verlängerung.
FC Lugano - Alexandre Parsemain
Es spricht nicht für einen Transfer, wenn bereits nach sechs Monaten eine Leihstation für einen Spieler gesucht wird. Im Sommer wechselte der 22-jährige Alexandre Parsemain von Dijon ins Tessin zum FC Lugano. Der Mittelstürmer kam nicht zu viel Spielpraxis bei den Bianconeri und durfte oftmals nur in den Schlussminuten aufs Feld. Eine Torbeteiligung ist ausgeblieben. Noch reicht das Niveau von Parsemain nicht, um in der Super League aufzulaufen. Deshalb haben die Verantwortlichen eine Lösung für den Franzosen gefunden. Bis zum Ende der Saison wird er für den französischen Drittligisten SM Caen auflaufen.
FC St.Gallen - Shkelqim Vladi
Shkelqim Vladi ist in gewisser Hinsicht ein Opfer des Laufs von Alessandro Vogt. Nach dem Abgang von Willem Geubbels suchte der FC St.Gallen im Sommer nach Ersatz. Mit Aliou Baldé und Vladi haben die Espen dann reagiert. Während Baldé in der Gallusstadt angekommen ist und tolle Leistungen zeigt, hinkt Vladi den Ansprüchen hinterher. In der Hinrunde hat die Leihgabe aus Lugano gerade einmal ein Tor erzielen können - beim 5:0 gegen GC. Eine definitive Übernahme von Vladi zum Ende der Saison zeichnet sich aktuell nicht ab.
FC Thun - Noah Rupp
Viele Transfers hat der FC Thun im letzten Sommer nicht getätigt und schlechte Transfers ohnehin kaum. Es bleibt lediglich Noah Rupp, bei dem man sich wohl im Berner Oberland mehr versprochen hat. Der Aufsteiger hat Rupp auf Leihbasis vom Karlsruher SC geholt, doch auch beim FCT kommt das Eigengewächs des FC Luzern nicht auf Touren. Rupp steht meist hinter dem bereits gut funktionierenden Kollektiv an und kommt so nur auf wenige Einsatzminuten. Anstatt als Leistungsträger zu fungieren, ist der Leihspieler nur Ergänzungsspieler im Kader der Überraschungsmannschaft.