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"Nicht ausgeschlossen": Luthe stellt Siebers Cheftrainer-Amt in Aussicht

kicker

Auf einmal saß David Siebers in der ersten Reihe. Das Rampenlicht in Bochum kennt der 38-Jährige trotz seiner zwölf Jahre Vereinszugehörigkeit eigentlich nicht, war er doch bislang als Jugendtrainer engagiert. Zukünftig muss die Bochumer U 19 allerdings auf ihn verzichten. Fragt sich bloß: Wie lange?

Das kommt letztlich auf ihn selbst an, wie Luthe betonte. "David Siebers wird nun erstmal bis zur Länderspielpause die Mannschaft übernehmen. Es ist aber nicht ausgeschlossen, dass er das auch länger machen wird", sagte der Klubvorsitzende, der das Amt selbst erst seit Juni 2025 inne hat. "Er kommt aus der Region, er kennt den VfL. Wir sind davon überzeugt, dass er der Mannschaft ein Gesicht und diesen positiven Impuls geben kann."

Siebers setzt auf "aggressives Pressing"

Siebers betonte, der gestrige Tag sei "sehr besonders" für ihn gewesen. Bereits am Vormittag leitete er sein erstes Training mit den Profis und wird ihnen nun seine Ideologie zu vermitteln versuchen. "Kämpfen, das steckt in der DNA des VfL. Leidenschaft. Siegermentalität. Das möchte ich vorleben und meinen Mannschaften vermitteln." Siebers schätzt sich selbst als "kommunikativen Trainer" ein, der auch seinen Ansatz klar kommunizierte. "Auf dem Platz stehen meine Teams für ein aggressives Pressing", erklärte er.

Siebers' Vorteil: Es kann eigentlich nur besser werden. Nach vier Niederlagen aus fünf Spielen steht der VfL auf Rang 16, zuletzt setzte es eine 0:1-Niederlage in Paderborn. Eine Spielidee war kaum zu erkennen, dem Kader fehlt die Harmonie. Für diesen war der ebenfalls beurlaubte Dufner zuständig. "Am Ende war nicht mehr die volle Überzeugung da, dass wir mit Dieter Hecking und Dirk Dufner den Turnaround schaffen", sagte Luthe. "Die Mannschaft spielt aktuell unter ihren Möglichkeiten."

"Kein langes Vakuum" bei Dufner-Nachfolge

Wie sich der VfL auf der Position des Sport-Geschäftsführers neu aufstellt, ist noch offen. "Da ist jetzt ein Vakuum da, bis wir eine neue Lösung präsentieren. Wir müssen als gesamter VfL zusammenrücken, da spielen verschiedene Personen intern eine Rolle", verriet Luthe, der sich gemeinsam mit Geschäftsführer Ilja Kaenzig bereits auf dem Markt umsieht. "Es ist eine Gesamtentscheidung. Wir wollen in diesem Bereich kein langes Vakuum haben, so wie es in der Vergangenheit schon mal war."

Zumindest eine saubere Trennung ist Bochum geglückt. Hecking verfasste via VfL-Homepage sogar ein paar Abschiedsworte, in denen er auch Selbstkritik übte. "Nach dem holprigen Start in die aktuelle Saison muss ich konstatieren, dass es mir und uns nicht gelungen ist, jene positive Stimmung in Erfolgserlebnisse umzuwandeln“, schrieb der 61-Jährige. Der VfL werde "immer einen besonderen Stellenwert für mich einnehmen, ich werde seinen Werdegang aufmerksam verfolgen. Die Daumen für das Spiel am Samstag sind gedrückt."

Auch Kaenzig war am Dienstag anzumerken, dass ihm die Entscheidung durchaus schwer gefallen ist. "Wir möchten uns bei Dieter und Dirk bedanken. Der Fußball ist schnelllebig, irgendwann setzen diese Mechanismen ein. Da geht es nicht mehr um Sympathien, denn persönlich verbindet uns viel. Die Ergebnisse zählen, da müssen wir nun nach vorne schauen", sagte Kaenzig.

Auch Siebers hatte vor seiner Feuertaufe am Samstag beim 1. FC Nürnberg (20.30 Uhr) nur Gutes für seinen Vorgänger übrig. Hecking habe ihm viel Glück gewünscht, "dafür möchte ich mich auch hier nochmal bedanken. Wir haben und hatten ein sehr gutes Verhältnis und waren immer wieder im Austausch."