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Noch mehr Fragezeichen hinter Irans WM-Teilnahme

kicker

Sportlich hat sich das Team aus dem Nahen Osten qualifiziert, würde in Gruppe G auf Ägypten, Belgien und Neuseeland treffen - das jedoch in den USA. Die Spielorte wären zweimal Los Angeles und einmal Seattle. Schon länger wird diskutiert, was passiert, wenn der Iran nicht antritt. Dieser Fall könnte nun wahrscheinlicher geworden sein, auch wenn es keine offizielle Stellungnahme gibt.

"Wenn die Weltmeisterschaft so aussieht - wer bei klarem Verstand würde seine Nationalmannschaft an so einen Ort schicken?", sagte Verbandspräsident Mehdi Taj im iranischen Staatsfernsehen und hatte dabei wohl auch die Vorkommnisse bei der aktuell laufenden Asienmeisterschaft der Frauen im Sinn. Während des ersten Gruppenspiels gegen Südkorea hatten die Iranerinnen dann darauf verzichtet, die Hyme zu singen oder gar zu salutieren, was in der Heimat als Affront gewertet wurde.

Asienmeisterschaft der Frauen im Fokus

Im iranischen Fernsehen wurden einige Spielerinnen daraufhin als "Verräterinnen in Kriegszeiten" gebrandmarkt. In den zwei anderen Gruppenspielen habe dann aber die gesamte Mannschaft die Nationalhymne gesungen und salutiert, wie Taj betonte. Dennoch war die Sorge um Leib und Leben der Spielerinnen groß. Menschenrechtsaktivisten hatten die Sorge geäußert, den Spielerinnen könnte nach der Rückkehr Leid angetan werden.

Auch US-Präsident Donald Trump hatte sich eingeschaltet und den australischen Premierminister Anthony Albanese persönlich aufgefordert, den Spielerinnen Asyl zu gewähren, da den Spielerinnen ansonsten "der Tod drohen" würde.

Das wurde anschließend auch getan: Nach australischen Angaben haben fünf Spielerinnen Asyl erhalten. Die betreffenden Spielerinnen seien "von der australischen Polizei an einen sicheren Ort gebracht" worden, teilte der australische Innenminister Tony Burke am Dienstag mit und betonte. "Ich habe gestern Abend ihre Anträge auf humanitäre Visa unterzeichnet." Inzwischen sind es sogar sieben Personen aus dem Kreis der Frauen-Nationalmannschaft, die von Australien Schutz erhalten sollen, wie Burke bestätigte.

Taj spricht von "Geiseln" und US-Druck

Im Iran wird die Geschichte anders gedeutet, dort behauptete Taj, die Spielerinnen würden als "Geiseln" gehalten - und sprach davon, dass die australische Polizei iranischen Informationen zufolge "ein oder zwei Spielerinnen nach dem letzten Spiel aus dem Hotel geholt" habe. Er unterstellte Trump auch, dass dieser die australische Regierung gezwungen hätte, so zu handeln. "Er hat Australien gedroht: Wenn ihr ihnen kein Asyl gewährt, werde ich ihnen Asyl in den USA gewähren", echauffierte sich Taj und meinte noch mit Blick auf die Männer-WM: "Wie kann man da optimistisch auf eine Weltmeisterschaft blicken, die in Amerika stattfinden soll?"