Markus Fiedler hatte erst im Juni beim 1. FC Magdeburg als Nachfolger des zu Hannover 96 abgewanderten Christian Titz übernommen. Nun ist sein erstes Engagement als Cheftrainer einer ersten Mannschaft nach nur wenigen Monaten schon wieder vorbei.
"Wie angekündigt haben wir in der zurückliegenden Woche eine eingehende Analyse vorgenommen und sind zum Entschluss gekommen, dass das Vertrauen seitens der Mannschaft in Markus und die Hoffnung auf die Trendwende nicht mehr gegeben sind", wird Sport-Geschäftsführer Otmar Schork in einer Mitteilung zitiert.
Bisher konnte Magdeburg in dieser Spielzeit nur eine Partie gewinnen: Am 2. Spieltag setzten sich die Sachsen-Anhalter im prestigeträchtigen Derby bei Dynamo Dresden mit 2:1 durch. Alle anderen Spiele verlor der FCM dagegen, das 0:4 vor eigenem Publikum gegen die SV Elversberg war die sechste Niederlage in Folge.
0:6 im Test gegen Braunschweig ließ das Vertrauen endgültig schwinden
Trotzdem hatte ihm Sportchef Otmar Schork am Dienstag zunächst weiter das Vertrauen ausgesprochen. Doch das 0:6 im Test gegen Braunschweig führte zum Umdenken, sodass sich der Zweitligist doch in der Länderspielpause auf die Suche nach einem neuen Trainer macht. Vorübergehend übernimmt das Trainer-Gespann der U 23, Petrik Sander und Pascal Ibold.
"Nach dem 0:4 gegen Elversberg und dem 0:6 im Test gegen Eintracht Braunschweig herrschte beim Team Ratlosigkeit vor. Mit Petrik Sander und Pascal Ibold im Verbund mit Silvio Bankert (bisheriger Co-Trainer Anm. d. Red.) sowie dem weiteren Staff haben wir eine Interimslösung, sie werden die Mannschaft auf die schwere Auswärtsaufgabe in Darmstadt vorbereiten", so Schork.
„Leider haben wir zusammen nicht die Ergebnisse erzielt, die wir aufgrund der Leistungen verdient gehabt hätten.“ (Markus Fiedler)
Sander bringt dabei viel Erfahrung mit. Der heute 64-Jährige war unter anderem bei Energie Cottbus in der 1. und 2. Liga als Cheftrainer aktiv. Später war er auch in der 2. und 3. Liga für den VfR Aalen, in Koblenz und in Jena tätig. Seit 2020 arbeitet er im Nachwuchsbereich des FCM und war gemeinsam mit dem 35-jährigen Ibold zunächst bis 2022 für die U 19 verantwortlichen. Vor drei Jahren stiegen beide dann als gleichberechtigte Cheftrainer zur U 23 auf, die sie in die Regionalliga Nordost und dort aktuell auf Rang acht führten.
Für Fiedler endet indes seine erste Station bei einer ersten Mannschaft mit einer herben Enttäuschung. Vor seiner Zeit an der Elbe war er vorrangig im Juniorenbereich tätig. Zunächst beim aufstrebenden SGV Freiberg, später bei der TSG Hoffenheim, seit 2015 dann beim VfB Stuttgart. Bei den Schwaben übernahm er vor der Saison 2023/24 die zweite Mannschaft und führte diese zum Aufstieg in die 3. Liga. Eine Spielzeit später realisierte er mit einer sehr jungen Truppe den Klassenerhalt und empfahl sich damit für höhere Aufgaben.
"Es war mir eine große Ehre, für diesen stolzen Traditionsklub zu arbeiten. Leider haben wir zusammen nicht die Ergebnisse erzielt, die wir aufgrund der Leistungen verdient gehabt hätten", verabschiedet sich der 39-Jährige. "Wir wussten, dass wir nach dem Umbruch im Sommer Zeit benötigen würden, doch nach vielen unglücklichen Spielverläufen sind wir in eine schwer aufzuhaltende Negativ-Spirale geraten."