Während Arminia Bielefeld seinem Namen als Pokalschreck mit dem Sieg über Werder Bremen (1:0) am Freitagabend ein weiteres Mal alle Ehre machte, hat sich der 1. FC Saarbrücken, gewissermaßen Vorgänger der Arminen in puncto Pokalüberraschungen, nach dem frühen Aus im Vorjahr nun zum zweiten Mal in Serie bereits in Runde eins des DFB-Pokals verabschiedet. Gegen den 1. FC Magdeburg unterlagen die Saarländer mit 1:3.
So klar wie das Ergebnis ausschaut, war die Angelegenheit allerdings keinesfalls. "Wir wussten, dass Saarbrücken eine Pokalmannschaft ist", urteilte etwa Jean Hugonet nach der Partie gegenüber dem Magdeburger Vereinsmedium. "Heute ist genau das passiert, was wir erwartet haben", so der Franzose, der aber gleich das Rezept für den Erfolg nachlieferte: "Aber wir haben unsere Chancen gut genutzt."
Ein Eindruck, den nicht nur die Statistiken (22:11 Schüsse zugunsten des FCS), sondern auch sein Trainer Markus Fiedler teilt. Es sei ein Spiel gewesen, "in das wir eigentlich nicht reingekommen sind", so der Coach. Offensiv habe "die zündende Idee gefehlt, um uns entscheidend durchzuspielen. Und je länger die erste Hälfte ging, umso mehr haben Ungeduld und Hektik Einzug erhalten, weil es uns nicht gelungen ist, den Schlüssel zu finden." Umso wichtiger waren kurz vor der Pause der Doppelschlag durch Martijn Kaars, der einen Konter verwertete, sowie Rayan Ghrieb, der den Ball aus halblinker Position wuchtig unter die Latte jagte.
Ghrieb zeigt seine "Genialität und seine Qualität mit dem linken Fuß"
Ghrieb, erst seit knapp über einer Woche Teil des FCM, legte nach der Pause noch seinen zweiten Treffer hinterher. Womit die Partie entschieden war, zumindest vermeintlich. "Mit dem dritten Tor ist gefühlt eigentlich der Deckel drauf und dennoch müssen wir am Ende mit dem 1:3 wieder zittern, verlieren einfach die Ordnung, geben dem Gegner zu viele Räume und haben tatsächlich noch den ein oder anderen Schreckmoment zu überstehen, um nicht nochmal in einen Pokalfight zu geraten", fand Fiedler aber auch noch kritische Worte über die Leistung seiner Elf, die er am Ende mit dem Fazit "Pflichtaufgabe erfüllt" abtat.
Für Ghrieb, der nicht zuletzt auch aufgrund seiner Auszeichnung zum "Man of the Match" von einem "Traumstart" sprach, hatte Fiedler indes noch ein paar lobende Worte parat. In dem Wissen, dass er aufgrund von Trainingsrückstand "weder körperlich noch inhaltlich das Niveau der anderen hat", beorderte er den 26-Jährigen in die Startelf, nachdem dieser am vergangenen Wochenende gegen Dresden bereits einen Kurzeinsatz gefeiert hatte. Umso mehr freute sich Fiedler, dass Ghrieb das Vertrauen zurückzahlte und "bei seinen beiden Toren seine Genialität und seine Qualität mit dem linken Fuß zu unserem Vorteil hat ausspielen können".