Königsblau dominierte beim 1:0-Sieg gegen Fürth in allen Belangen, der Treffer wollte allerdings nicht fallen. Poraths Einwechslung änderte das. Nur sechs Minuten nach seiner Hereinnahme durch Trainer Miron Muslic erzielte der im Sommer aus Kiel gekommene Norddeutsche den entscheidenden Treffer.
"Ich hatte Gänsehaut. Genau für diese Momente habe ich die Jahre alles hintenangestellt", freute sich der 28-Jährige am Sky-Mikrofon. "Was soll ich sagen? Wie geil ist das!" Direkt nach seinem Tor hatte der Ex-Storch emotional vor der Schalker Nordkurve gejubelt und sich feiern lassen. "Wenn die Fans dabei sind, ist das unglaublich", erläuterte Porath den Heimvorteil vor der größten Kulisse der 2. Liga.
Porath merkt, "dass es nur in eine Richtung geht"
Zwar traf Porath per Abstauber, doch es war ein äußerst sehenswerter. Aus spitzem Winkel traf er aus der Luft in die Maschen, was schwieriger gewesen sein dürfte, als es aussah. "Das ist Teqball", sagte Porath über seine Technik beim Treffer. "Das ist so ähnlich wie Fußballtennis." Bei dieser Sportart sind genau solche Bewegungen gefragt und in Poraths Fall sogar für das Profigeschäft nützlich.
Dank des Treffers hat Schalke nun 15 Punkte und ist am Freitagabend vorerst auf den zweiten Platz gesprungen. "Ich bin drei Wochen hier. Ich merke seit dem ersten Tag, dass es nur in eine Richtung geht. Es wird das gemacht, was das Trainerteam verlangt", gab Porath Einblicke in das Innenleben der Knappen. Die Stimmigkeit spiegelt sich auch auf dem Platz wider. Königsblau trat dominant auf und war über die volle Distanz das deutlich bessere Team - einzig die letzte Konsequenz in der Chancenverwertung ließ zu wünschen übrig.
Wermutstropfen Becker
Porath verglich die Situation auf Schalke sogar mit der in Kiel, als die Störche in der Zweitliga-Saison 2023/24 aufgestiegen sind: "Ich bin schon mit Kiel aufgestiegen, da war auch ein Spirit da - es macht Bock!" Immer natürlich mit dem Zusatz, dass man "ruhig bleiben" müsse und die Saison noch sehr jung sei. "Wir sollten die nächsten Wochen gut spielen."
Der einzige Wermutstropfen: Innenverteidiger und Leader Timo Becker, der ebenso wie Porath aus Kiel nach Gelsenkirchen gewechselt ist, musste bereits in der neunten Minute verletzt ausgewechselt werden und droht länger auszufallen. Das deutete Muslic an: "Keine guten Nachrichten: Verdacht auf Innenbandverletzung - das schaut nicht gut aus."