Wenn es jemanden gibt, der die Tage bis zum Anpfiff der FIFA Klub-Weltmeisterschaft 2025™ zählt, dann ist es Franck Ribéry. Der ehemalige französische Nationalspieler (81 Länderspiele) darf sich jedoch freuen, denn der Beginn des neuen Klubwettbewerbs der FIFA mit 32 Teilnehmern steht unmittelbar bevor. Am Samstag, 14. Juni, wird das Turnier mit dem reizvollen Duell zwischen dem Al Ahly FC und dem Inter Miami CF eröffnet.
Schlag auf Schlag folgen dann die weiteren Gruppenspiele, und der ehemalige Linksaußen wird nicht lange auf den ersten Einsatz seines Herzensklubs Bayern München warten müssen. Die Bayern starten nämlich bereits am zweiten Turniertag (15. Juni, 12 Uhr Ortszeit, 18 Uhr MESZ) in Cincinnati gegen den Auckland City FC ins Turnier. Anschließend stehen in der Gruppe C noch die Duelle gegen den CA Boca Juniors aus Argentinien und den portugiesischen Spitzenklub SL Benfica an.
"Für mich ist das eine schwierige Gruppe", so Franck Ribéry im Gespräch mit der FIFA. "Man könnte sagen, dass Bayern der Favorit ist, aber genau wie in der Champions League ist auch hier jedes Spiel knifflig. Wer nicht absolut konzentriert ist und denkt, dass er leichtes Spiel hat, wird mehr und mehr Probleme bekommen."
Es ist sicher keine Überraschung, dass Ribéry bei der Klub-WM voll und ganz hinter den Bayern stehen wird. Zwar ist er im Laufe seiner Karriere auch für den FC Metz, die AC Florenz und Olympique Marseille aufgelaufen, doch die schönsten Momente erlebte der ehemalige französische Nationalspieler zweifellos mit dem deutschen Klub. Immerhin verbrachte er von 2007 bis 2019 zwölf fantastische Jahre in der bayerischen Landeshauptstadt, bestritt in diesem Zeitraum mehr als 400 Spiele für die Münchner und hat alles gewonnen, was es zu gewinnen gab, nämlich neun Mal die Bundesliga, sechs Mal den DFB-Pokal und ein Mal die UEFA Champions League (2013).
Auf globaler Ebene kam sogar noch der Interkontinental-Pokal (früher als Klub-Weltmeisterschaft bezeichnet) hinzu, den er bei einem unvergesslichen Aufenthalt in Marokko errang. "Das Jahr 2013 werde ich nie vergessen. Das war für mich das beste Jahr", meint Ribéry. "Es war einfach genial in Marrakesch. Wir haben den Titel gewonnen [2:0 gegen den marokkanischen Klub Raja Casablanca], und ich wurde außerdem noch zum besten Spieler des Turniers gewählt. Das war natürlich fantastisch für mich."
Zwölf Jahre später wartet bei einer Klub-WM im neuen Gewand eine ganz neue Herausforderung auf die Bayern, bei der Franck Ribéry selbst gern auf dem Platz gestanden hätte. "Es werden viele gute Mannschaften dabei sein, mit großen Namen, und für die Fans in Amerika ist es sicher schön, solche Spiele bei sich zu Hause zu sehen", erklärt er. "Wenn die Bayern zu 100 Prozent fit und vorbereitet sind, können sie gewinnen. Natürlich gibt es noch andere Favoriten, aber ich erwarte schon, dass Bayern München den Titel holen wird."
Weitere Prognosen wollte der ehemalige Star der Équipe Tricolore nicht abgeben, er verriet aber, dass er außer seiner Lieblingsmannschaft auch noch die Auftritte von River Plate und vor allem die der Boca Juniors (beide aus Argentinien) aufmerksam verfolgen werde. Letztere treffen – so wollte es das Los – am zweiten Spieltag der Gruppe C auf Bayern München.
"Ich bin wirklich ein großer Fan der Boca Juniors", verrät der ehemalige Akteur von Olympique Marseille. "Ich hoffe, eines Tages nach Argentinien reisen zu können, denn ich liebe die Atmosphäre dort. Außerdem bin ich überzeugt, dass Boca [die Klub-WM] gewinnen könnte. Sie haben ein tolles Konzept, eine tolle Mentalität, eine tolle Einstellung. Das wird eine große Herausforderung für die Boca Juniors, aber das Gleiche gilt für die Bayern und für jeden anderen Klub. Es ist schwer, Prognosen darüber abzugeben, wer gewinnen, wer jeweils weiterkommen wird. Ich werde versuchen, das Geschehen zu verfolgen, und das wird sicher emotional werden."
Mit Emotionen bei einem FIFA-Turnier kennt Ribéry sich bestens aus. Schließlich erzielte er bei der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2006™ in Deutschland beim 3:1-Achtelfinalsieg gegen Spanien das erste Tor für Frankreich.
Und wenn wir schon bei Emotionen sind, können wir auch gleich auf Ribérys Freund Thomas Müller zu sprechen kommen, der bei der Klub-WM die letzten Minuten im Bayern-Trikot absolvieren wird.
"Er ist eine wahre Bayern-Legende. Wir haben lange zusammen gespielt, er ist ein hervorragender Spieler und ein toller Mensch, vor dem ich sehr viel Respekt habe. Ich hoffe, dass die Spieler ein gutes Turnier abliefern, nicht nur für Thomas, sondern auch für sich selbst und den Klub."