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Ritter: "Ein Derby, wie wir es uns alle vorgestellt haben"

kicker

Die Freude musste nochmal raus, auch wenn Marlon Ritter und seine Mannschaftskollegen schon ausführlich mit den mitgereisten FCK-Fans auf dem Karlsruher Rasen gefeiert hatten. Der Kapitän der Pfälzer marschierte im Anschluss Richtung Kabine und brüllte alle Euphorie nochmal mit einem lauten "Vamooos, heute ist ein Feiertag" raus.

Ritter höchstselbst hatte ein phasenweise sehr intensives Derby beim KSC entschieden, dabei musste der 31-Jährige dem wilden Geschehen 85 Minuten von der Bank aus zusehen, Cheftrainer Torsten Lieberknecht hatte ihn im Gegensatz zum Sieg gegen Bochum wieder auf die Bank rotiert. Das war für den Routinier eine bittere Pille: "Heute musste ich schon richtig schlucken. Ich will jetzt auch nicht zu viel sagen. Natürlich bin ich jemand, der immer spielen möchte", sagte er bei Sky. Ohne Ritter hatten die Roten Teufel zunächst eine 2:0-Führung herausgeholt, diese dann aber aus der Hand gegeben.

Als der offensive Mittelfeldspieler dann für den entkräfteten Naatan Skyttä ins Spiel kam, stand es 2:2 und das Spiel auf Messers Schneider. Angetrieben vom Publikum, witterte der KSC die Chance auf den Siegtreffer - verlor aber in der Lauterer Hälfte in der dritten Minute der Nachspielzeit nochmal den Ball. Mit mehr oder minder letzter Kraft fuhr der FCK einen letzten Konter und mit in Position gelaufen war Ritter.

"Ich glaube, wir hatten in der zweiten Halbzeit viele solcher Situationen, die wir dann vielleicht nicht gut zu Ende gespielt haben. Sonst wäre vielleicht schon früher das ein oder andere Tor drin gewesen", sagte der Matchwinner, der diesmal die Ruhe behielt. "Die Verteidiger haben immer so eine Krankheit, dass sie einen Schritt machen wollen, um den Ball zu blocken. Dann ist die lange Ecke frei", beschrieb er sein Tor - wodurch Ritter zum zweiten Mal in dieser Saison bereits ein Spiel entschieden hat (beim 1:0 gegen Schalke traf er vom Elfmeterpunkt).

Den knappen Vorsprung brachte der FCK über die restliche Spielzeit - ehe dann der große Jubel bei Mannschaft und Fans ausbrach. "Es war ein Derby, wie wir es uns alle vorgestellt haben", so Ritter.

Kunze vermisst die Cleverness

"Ein Derby ist immer geil", betonte FCK-Kapitän Fabian Kunze. "Du kommst auf den Platz und wirst ausgepfiffen, das muss einen extra Schub geben. Ich denke, das hat man dann auch früh bei uns gesehen, dass wir den Schub besser mitgenommen haben als Karlsruhe." Womit der im Sommer ablösefrei von Hannover gekommene Sechser richtig lag. Auch mit seiner Analyse, dass sich die Roten Teufel mit zwei Toren Vorsprung "cleverer verhalten müssen. Wir hatten eigentlich alles im Griff. Das darf uns in dieser Situation nicht passieren."

Umso schöner sei es aber, die Partie am Ende eben doch gewonnen zu haben - und einen Schub für die kommenden Aufgaben zu kriegen? "Irgendwie wird jede Woche gefragt, ob es jetzt ein Schub ist. Dann verlieren wir ein Spiel, dann ist es ein Nackenschlag", bremste Ritter. "Wir können zwar heute feiern, aber ich glaube, jeder Spieltag in der 2. Liga ist genauso wie heute. Es kann immer auf die eine oder andere Seite kippen."

Heute eben auf die Seite der Pfälzer, denen anschließend eine "kurze, aber eine schöne Rückfahrt" bevorstand, wie Ritter augenzwinkernd andeutete.