Logistisch ergibt dieser Transfer schon einmal Sinn: Da Alemannia Aachen momentan im Winter-Trainingslager an der Türkischen Riviera verweilt, hatte Petros Bagalianis es nicht weit und konnte noch am Tag seiner Verpflichtung zum Team stoßen. Der 24-Jährige kommt aus Griechenland, wo er zuletzt beim Erstliga-Aufsteiger AE Larisa unter Vertrag stand. Seine neue Heimat wird nun jedoch der Tivoli sein. "Ich habe viel Gutes über Alemannia Aachen gehört", sagt der Innenverteidiger in der Vereinsmitteilung.
Über Piräus nach Polen - und zurück
Für Bagalianis ist der Wechsel ein besonderer Schritt aus seiner Heimat: Ausgebildet bei Aris Thessaloniki, wechselte er 2020 zum Top-Klub Olympiakos Piräus. Dort konnte er sich jedoch nicht durchsetzen und kam ausschließlich für die zweite Mannschaft in der zweithöchsten Spielklasse zum Einsatz. Nach einem Auslandsabenteuer in Polen beim Erstligisten Stal Mielec in der Saison 2024/25 ging es im Sommer zurück nach Griechenland. Dort unterschrieb er im vergangenen Sommer beim Aufsteiger AE Larisa, für den er in der bisherigen Saison in elf Partien zum Einsatz kam und ein Tor erzielte.
"Petros ist ein Innenverteidiger, der bereits viel Erfahrung gesammelt hat und regelmäßig auf hohem Niveau gespielt hat", adelt Alemannia-Geschäftsführer Rachid Azzouzi seinen ersten Winter-Transfer. Azzouzi, der erst im August 2025 seine Arbeit am Tivoli aufgenommen hat, sah schon länger Bedarf in der instabilen Defensive, die sowohl unter dem bereits entlassenen Trainer Benedetto Muzzicato als auch unter seinem Nachfolger Mersad Selimbegovic auf Drittliga-Niveau agierte.
"Robuste Spielweise und Beidfüßigkeit"
Gebeutelt vom Ausfall von Kapitän und Leader Mika Hanraths, der frühestens im Februar zurückkehren soll, konnte sich in der Hinrunde keine stabile Abwehrformation einspielen - nie standen in zwei Pflichtspielen in Folge dieselben drei oder vier Spieler in der Abwehrreihe auf dem Spielberichtsbogen.
Mit Bagalianis erweitern die Kartoffelkäfer nun ihre Optionen um einen Spieler, der "mit seiner robusten Spielweise und Beidfüßigkeit Eigenschaften mitbringt, die uns in der Defensive von Nutzen sein werden." Diese Qualitäten können die Aachener dringend gebrauchen, die nicht nur in der Gesamttabelle auf Abstiegsrang 17 stehen, sondern auch die viertschlechteste Defensive der Liga stellen. "Ich möchte der Mannschaft so schnell wie möglich helfen und alles dafür tun, dass wir gemeinsam erfolgreich sind", sagt Bagalianis. Den Worten hat der Grieche bereits Taten folgen lassen und ist schon im Winter-Trainingslager bei der Mannschaft eingetroffen.
Dass er nun noch Teile der Wintervorbereitung absolvieren kann, ordnet auch Azzouzi als Gewinn ein. Bis Sonntag verweilen die Aachener noch dort, bevor es in die finale Vorbereitung auf den Rückrundenstart gegen den VfL Osnabrück (Samstag, 17. Januar, 16 Uhr) geht - und die Mission Klassenerhalt beginnt.