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Rödinghausens Trainer Fleischer: Gratulation von Koschinat und neue Optionen

kicker

Nach einer ersten Saisonhälfte mit zahlreichen Enttäuschungen und nur 17 Punkten aus 17 Partien in der Regionalliga West dürfen die Spieler des SV Rödinghausen bis zum 2. Januar ihren Weihnachtsurlaub genießen. Dann bittet der neue Cheftrainer Lars Fleischer (31), der bis zum Ende der abgelaufenen Saison sechseinhalb Jahre Co-Trainer beim aktuellen Drittligisten Rot-Weiss Essen war, zur ersten Trainingseinheit am Wiehen.

Im Seniorenbereich arbeitet der Nachfolger des freigestellten Dennis da Silva Félix (34) erstmals als Cheftrainer, kennt jedoch die West-Staffel nach dreieinhalb Jahren mit RWE bis zum Aufstieg aus eigener Erfahrung bestens. Während der Zeit der Vereinssuche war A-Lizenz-Inhaber Fleischer außerdem vor allem in Regionalliga-Stadien unterwegs, um sich fortzubilden und auf dem Laufenden zu bleiben. Dass es nun beim SV Rödinghausen mit einem Engagement geklappt hat, ist kein Zufall. Schon im Oktober 2023, vor der Verpflichtung von Farat Toku (45), stand Fleischer mit dem SVR in einem engen Austausch, erhielt damals aber mitten in der Saison keine Freigabe der Essener, für die er zuvor auch schon als Nachwuchstrainer tätig war.

Diesmal war Fleischer frei, nachdem er sich im Sommer wegen seiner Ambitionen, künftig als Cheftrainer arbeiten zu wollen, mit RWE auf eine Beendigung der Zusammenarbeit verständigt hatte. "Lars ist bereit dafür, eigenverantwortlich zu arbeiten", hatte Essens Cheftrainer Uwe Koschinat (54) schon damals erklärt: "Ich kann seinem künftigen Verein schon jetzt zu seiner Wahl gratulieren und wünsche ihm viel Erfolg."

Beim SV Rödinghausen findet Fleischer zwar "eine reizvolle Adresse mit top Strukturen" vor, aber auch eine äußerst schwierige sportliche Situation. Vorgänger da Silva Félix, der zuvor ausschließlich im Juniorenbereich gearbeitet hatte, versuchte zwar alles und zeigte hohes Engagement, bekam aber keine Konstanz in die Leistungen. Beispielsweise kassierte der Regionalliga-West-Meister von 2020 und zweimalige Westfalenpokalsieger (2019 und 2022) regelmäßig Gegentreffer nach Standards sowie in den Schlussphasen der Spiele. "Mindestens elf oder zwölf Punkte haben wir in den letzten Minuten aus der Hand gegeben", rechnet Geschäftsführer und Sportdirektor Alexander Müller (39) vor.

Langzeitverletzte vor Rückkehr

Hinzu kam allerdings auch eine Serie von teilweise schweren Verletzungen und zahlreichen Sperren, die es da Silva Félix zusätzlich erschwerten, ein Team mit einem klaren Gerüst zu formen. Hier ist für seinen Nachfolger Besserung in Sicht. So sollen beispielsweise Torhüter Matthis Harsman (26/nach Gesichtsfraktur), Innenverteidiger Alexander Höck (23/Kreuzbandriss), Mittelfeldspieler Marco Hober (30/Leistenverletzung), Angreifer Niklas Szeleschus (28/Hüfte) sowie auch Offensivspieler und Eigengewächs Ansgar Kuhlmann (20) nach langer Zwangspause bald wieder zur Verfügung stehen. Nur für Außenstürmer Benyas Solomon Junge-Abiol (26) ist die Saison nach seiner Kreuzband-Operation schon beendet.

Wie sehr der SVR im Januar eventuell noch einmal auf dem Transfermarkt tätig wird, hängt nicht zuletzt mit den Eindrücken zusammen, die Neu-Trainer Fleischer während der Vorbereitung sammeln wird. "Jeder Spieler hat zunächst einmal die Chance, sich zu zeigen", erklärt Geschäftsführer Müller, schließt allerdings auch mögliche Abgänge nicht aus.

Was Neuverpflichtungen angeht, stehen aktuell die Außenverteidiger-Position und das defensive Mittelfeld im Fokus. Sollte Fleischer auch in anderen Bereichen Bedarf sehen, wird sich der Verein noch einmal umschauen, wobei Müller betont: "Grundsätzlich sind wir von der Qualität des Kaders nach wie vor überzeugt. Aber wir müssen sie jetzt auch dauerhaft auf den Platz bringen."

Klar ist: Wegen Punktgleichheit mit einem Abstiegsplatz geht es für den SVR nach der Winterpause nur noch um den Klassenverbleib. Dabei dürfte gleich der Start richtungsweisend werden. Nach dem Auftaktspiel in Lotte (24. Januar) geht es im Rahmen einer englischen Woche nacheinander gegen die weiteren Kellerkinder Wuppertaler SV (31. Januar), SC Wiedenbrück (4. Februar) und VfL Bochum U 21 (7. Februar). Hier können die Ostwestfalen bereits große Schritte in Richtung Tabellenmittelfeld machen.

Auf der Suche ist der SVR übrigens noch nach einem künftigen Assistenten für Fleischer. Der bisherige Co-Trainer Marco Beier (30) hatte schon vor der Trennung von Dennis da Silva Félix aus persönlichen Gründen um eine Vertragsauflösung gebeten und den Klub ebenfalls verlassen.