Mit einer Horror-Bilanz aus nur einem Sieg und sieben Niederlagen in den ersten acht Saisonspielen unter dem neuen Coach Markus Fiedler hielt der 1. FC Magdeburg die rote Laterne fest in den Händen. Obwohl man nach der 0:4-Klatsche gegen die SV Elversberg dann erst noch hinter seinem Trainer stand, entschied sich der FCM in der Länderspielpause nach der 0:6-Testspielpleite gegen Braunschweig doch, getrennte Wege zu gehen. Damit war es also Zeit, das Pferd bei dem Verein aus Sachsen-Anhalt nochmal neu aufzuzäumen und mit dem Interimsgespann aus Petrik Sander und Pascal Ibold eine Zwischenlösung zu nutzen, um wieder so etwas wie Zuversicht auszustrahlen.
"Wir hätten gerne mit dem Trainer weitergemacht, aber aus irgendeinem Grund hat das einfach nicht so funktioniert", lautete das Fazit von Keeper und Kapitän Dominik Reimann nach dem ersten Punkt seit sechs Niederlagen in Serie am Mikrofon von Sky. "Aber wir haben jetzt da eine neue Konstellation mit dem Trainerteam und ich glaube wir sind auf einem guten Weg."
„Man darf ihnen doch nicht die eigene Stärke nehmen.“ (Petrik Sander)
Und dieses neue Trainerteam hat es zumindest mal geschafft, innerhalb einer Woche wieder etwas Leben in die Mannschaft zu bringen. "Ich brauch' jetzt nicht sagen, was es zu verbessern gibt, da gibt es reichlich", wollte Sander nicht alles schönreden. "Aber ich beschränke mich darauf zu sagen, was gut war und das war das zu-Null." Mit 19 Gegentreffern in dieser Spielzeit war das Vertrauen in die eigenen defensiven Fähigkeiten sicherlich angekratzt. Das letzte Spiel ohne Gegentor war datiert auf den 20. April dieses Jahres.
Der Interimstrainer, der das Coaching während der Partie an der Seitenlinie seinem Co Ibold überließ, um ihm den Raum zu geben sich weiterzuentwickeln, sah in dem kämpferischen 0:0 einen "ersten Step in die richtige Richtung". Nun soll aber "aus dem kleinen Schritt ein großer werden". Dabei will der 64-Jährige, dessen letztes Zweitligaspiel exakt 5.642 Tage her war, seinen Spielern das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten zurückgeben. "Es bringt jetzt nichts, denen irgendwas zu sagen. Die Jungs können Fußball spielen und das müssen wir denen doch lassen. Man darf ihnen doch nicht die eigene Stärke nehmen."
Modell für die Zukunft?
Für die Zukunft stellt sich nun die Frage, mit wem dieser große Schritt raus aus dem Tabellenkeller gelingen soll. Sander selbst will sich dabei nicht in die Karten schauen lassen, die Entscheidung liegt ja ohnehin bei Geschäftsführer Otmar Schork. Der sagte vor dem Spiel bereits, dass er erste Gespräche geführt habe, sich mit der Entscheidung aber nicht beeilen wolle. Vielleicht auch, um die Entwicklung unter dem aktuellen Gespann abzuwarten?
Sander jedenfalls interessiere es nicht, wie lange er auf der Bank sitzen wird. Es gebe kein Agreement über irgendwelche Absprachen. Dennoch lässt sich auch der erfahrene Coach ein Hintertürchen offen: "Wir stehen bereit, wir stehen in der Verantwortung und wir werden hier solange übernehmen, wie es gefragt ist."
Klar ist nur, dass der FCM unter Sander und Ibold in die neue Trainingswoche in Vorbereitung auf das Heimspiel gegen Münster geht. Mit den Preußen haben sie ohnehin noch ein Hühnchen zu rupfen, kassierte Magdeburg beim letzten Aufeinandertreffen doch eine herbe 0:5-Klatsche im eigenen Wohnzimmer. Vielleicht zeichnet sich dann auch schon ab, wie es für das Interimsduo weitergehen wird.