Mit einem 1:0-Sieg gegen den 1. FC Nürnberg hat sich der FC Schalke 04 bereits einen Spieltag vor der Winterpause die Herbstmeisterschaft gesichert. Vitalie Becker mit dem Tor des Tages und Loris Karius mit seinem neunten Zu-null-Spiel sorgten dafür, dass die Mannschaft von Trainer Miron Muslic als Aufstiegsfavorit und Tabellenführer im Unterhaus überwintert.
"Es wäre gelogen, wenn man das so erwartet hätte", sagte Schalke-Sportvorstand Frank Baumann bei Sky zur starken Hinrunde: "Es ist eine besondere Leistung, die das Trainerteam und die Mannschaft auf die Beine gestellt haben. Man kann das nicht hoch genug bewerten, aber wir haben erst den 16. Spieltag. Wir müssen jedes Spiel ans Limit gehen."
Dass es bis zum möglichen Aufstieg für die Knappen noch ein weiter Weg ist, zeigt auch ein Blick in die Historie der 2. Bundesliga. Von den 31 Herbstmeistern seit 1994/95, seit es in der 2. Bundesliga durchgängig 34 Spieltage gab, stiegen am Ende "nur" 22 auf, neunmal schaffte es der Herbstmeister nicht. Die Wahrscheinlichkeit, dass Schalke am Ende in die Bundesliga zurückkehren wird, liegt so gesehen bei circa 71 Prozent.
Köln und Bielefeld als Vorbilder
Durchgezogen hat es in der vergangenen der 1. FC Köln - und das sogar als Meister der 2. Bundesliga. In den acht Spielzeiten davor stiegen jedoch nur drei der Herbstmeister auch auf. Also nicht einmal die Hälfte. Der Hamburger SV stürzte gleich zweimal (2020/21 und 2018/19) von der Tabellenspitze noch auf Platz vier ab, Herbstmeister St. Pauli in der Saison 2021/22 gar auf Rang fünf.
Die Herbstmeister aus Braunschweig (2016/17) und Kiel (2017/18) scheiterten jeweils in der Relegation. Arminia Bielefeld wurde in diesem Zeitraum als einziges Team sowohl Herbstmeister als auch Meister der 2. Bundesliga, das war 2019/20. Die Herbstmeister Darmstadt (2022/23) und Holstein Kiel (2023/24) stiegen jeweils als Tabellenzweiter auf.
Freude und kritische Töne
Schalke ist also gewarnt - und das auch ohne Statistik. Denn für die Leistung gegen Nürnberg fand Kapitän Kenan Karaman auch kritische Worte: "Wir waren nicht gierig genug und wissen selbst, dass wir auf Dauer nicht immer Spiele auf diese Weise ziehen können. Da muss absehbar auch wieder mehr kommen", forderte der 31-Jährige ein dominanteres Auftreten.
Gleichwohl hätte er "auch nicht gedacht, dass dieses Jahr so schön zu Ende geht", sagte Karaman, der bei S04 auch schon ganz andere Zeiten miterleben musste. "Es ist schön, dass wir den Fans noch ein Geschenk machen konnten", freute er sich nach dem siebten Heimsieg im achten Spiel.
Nun gilt es, die Hinrunde gut abzuschließen. Das letzte Spiel der Schalker in diesem Kalenderjahr steigt am kommenden Sonntag (13.30 Uhr) auswärts bei Eintracht Braunschweig.