Das Malheur geschah bei einem Freistoß. Als Dawid Kownacki, Bestandteil der Berliner Mauer, nach dem Hochspringen wieder landete, knickte er um und musste nicht mal 30 Minuten nach seiner Einwechslung wieder ausgewechselt werden. Es war das fatale Ende eines bis dahin erfolgreichen Arbeitstages, den Kownacki bei Herthas 3:0-Sieg in Nürnberg mit einem eigenen Tor veredelt hatte.
"Es hätte von seiner Seite aus keinen Sinn gemacht, dass er weiterspielt", hatte Trainer Stefan Leitl nach dem Abpfiff am Sonntag gesagt. "Wir hoffen, dass die Diagnose nicht allzu schlimm ausfällt und dass er im Training bleibt." Jetzt ist klar: Daraus wird nichts.
Hertha BSC vermeldete am Dienstag einen längeren Ausfall des Angreifers wegen einer Sprunggelenkverletzung. Für Kownacki, der erst vor zehn Tagen im Heimspiel gegen den SC Paderborn (0:2) wegen einer Kopfverletzung vorzeitig vom Platz musste und auch deshalb in Nürnberg als Joker kam, ist das ein Schlag ins Kontor - und für die verletzungsgeplagten Berliner die nächste Hiobsbotschaft. Aktuell macht das Langzeitverletzten-Trio John Anthony Brooks, Diego Demme und Paul Seguin Fortschritte. Doch Kownackis Ausfall reißt eine neue Lücke ins Personaltableau.
Der schleppend in die Saison gekommene Neuzugang hatte zuletzt klar aufsteigende Tendenz gezeigt - und sowohl beim ersten Saisonsieg in Hannover (3:0) als auch in Nürnberg seine Qualität im Abschluss nachgewiesen.
Grönning und Schuler stehen fürs Sturmzentrum parat
Jetzt muss Leitls Team den Rest der Hinrunde ohne einen seiner Besten bewältigen. Das macht die geplante Aufholjagd Richtung Liga-Spitze noch schwerer. In Nürnberg hatte Sebastian Grönning Kownacki in der Startelf vertreten, auch Luca Schuler steht fürs Sturmzentrum bereit. Leitl muss wieder basteln - jetzt auch im Angriff.