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"Schwierig": Sahin hadert mit seiner taktischen Rolle beim Derbysieg

kicker

Die Freude über den emotionalen Derbysieg in Karlsruhe war groß und musste ausgiebig gefeiert werden. Auch noch lange nach Schlusspfiff stand den meisten Spielern des 1. FC Kaiserslautern ein breites Grinsen ins Gesicht geschrieben, etwa Matchwinner Marlon Ritter.

Auch Semih Sahin zeigte sich erleichtert über den spät errungenen Derbyerfolg, dessen Zustandekommen er durch sein Mitwirken beim letzten Konter in der Nachspielzeit maßgeblich beeinflusst hatte. Im Anschluss gab er sich aber trotzdem spürbar zurückhaltend, ja fast kritisch, als er über seine ungewohnte Positionierung in Kaiserslauterns Formation am Samstag sprach.

"Das lasse ich mal so stehen"

Anders als zuvor in dieser Saison war der gebürtige Mannheimer nämlich deutlich weiter vorne aufgeboten worden. Statt wie bisher aus einer Höhe mit Sechser Fabian Kunze heraus zu agieren, spielte der 25-Jährige weiter vorne, fast als ein in den linken Halbraum versetzter Zehner. Eine Rolle, mit der sich der im Sommer aus Elversberg gekommene Profi auf dem Feld immer wieder schwertat, auch bei der Einordnung nach dem Spiel.

"Das ist keine einfache Frage, es ist schwierig", wandte er sich zunächst um eine klare Bewertung seiner ungewohnten Positionierung. Cheftrainer Torsten Lieberknecht habe ihn "da aufgestellt und ich habe versucht, das bestmöglich zu machen", so Sahin, fügte dann aber doch an: "Die PS, die ich habe, bekomme ich so nicht auf den Platz. Das ist klar."

Durch seine eigene veränderte Aufstellung sei "Kunze gefühlt im Mittelfeld alleine" gewesen, fuhr Sahin fort, "weil ich weit vorne oder weit auf den Außenpositionen war. Aber gut, das lasse ich mal so stehen."

Kunze selbst sah das weniger dramatisch: "Semih hat viel nach hinten gearbeitet. Für mich waren das halt größeren Räume im Vergleich zu anderen Spielen. Wir stellen uns auf jeden Gegner neu ein, dann ist das halt manchmal so."

Nur zu Beginn ist der FCK richtig griffig

Tatsächlich hatte Lieberknechts Variation zur Folge, dass der FCK den Gegner zu Beginn quasi in einem 3-3-2-2 spiegelte und zielgerichtet, für ein Auswärtsspiel mutig und konsequent in dessen Hälfte anlief. Mannorientiert wollte der FCK den KSC bei dessen Aufbau unter Druck setzen, schon vor dem Derby hatte Kaiserslauterns Trainer schließlich erklärt, die eine oder andere Möglichkeit erkannt zu haben, wie den Badenern beizukommen sei.

Angesprochen auf Sahins sanfte Manöver-Kritik reagierte Lieberknecht gelassen, hob vielmehr dessen Fähigkeiten hervor. Dass kein offensiver Anläufer, sondern Sahin von ihm aufgestellt worden war, erklärte er mit Wertschätzung und dessen Fähigkeiten, sich eben auch im Fall der Fälle als Sechser tiefer einreihen zu können.

Anfänglich ging der Plan gut auf, mit fortlaufender Zeit verloren die Roten Teufel jedoch immer mehr den Zugriff im Mittelfeld, was allerdings nicht einzig und alleine an der veränderten Grundformation lag. Womöglich zusätzlich hätten den Pfälzern in diesen Phasen auch Sahins "Schlepper-Qualitäten" als Anspielstation und Verbindungsmann in der Tiefe gutgetan.

Trotz ungewohnter und ungewollter Rolle: Sahin spulte am Ende die meisten Kilometer aller FCK-Akteure ab und durfte sogar zum ersten Mal in dieser Saison durchspielen (zuvor war er in jeder Partie ausgewechselt worden). "Am Ende zählt der Sieg, am Ende ist alles richtig gelaufen", sagte der 25-Jährige, der aber wohl trotzdem im kommenden Heimspiel gegen Nürnberg wieder auf seine gewohnte Rolle hoffen dürfte.