Am Dienstag stand es offiziell fest: Die Allianz Arena Stadion GmbH, ein Tochterunternehmen der FC Bayern München AG, wird ab 1. Januar 2026 den Sportpark Unterhaching übernehmen. Überschwängliche Worte wie "ein historischer Tag", "ein zukunftsfähiger Moment" oder "Königslösung" flogen auf der am Mittwochmorgen im VIP-Haus des Sportparks anberaumten Pressekonferenz rund um den FC Bayern-Vorstandsvorsitzenden Jan-Christian Dreesen und SpVgg-Präsidenten Manfred Schwabl durch die Luft. Das Stadion und das rund 45.000 Quadratmeter große Areal soll neben der SpVgg als neuen Pächter mittelfristig zusätzlich die neue Heimat der Frauenmannschaft der Münchner werden. Ab der Saison 2026/2027 werden hier bereits die Heimspiele in der Frauen Champions League ausgetragen, der Bau eines Leistungszentrums für den Frauen- und Mädchenfußball soll ab Sommer 2029 zusätzlich folgen.
Die vor sieben Jahren angestoßene Verkaufsabsicht der Gemeinde Unterhaching als Eigentümerin des Stadions mit einer Kapazität von bis zu 15.000 Zuschauern und des umliegenden Grundstücks läuft schon seit geraumer Zeit. Im Rahmen der Kooperation zwischen dem Regionalligisten und dem deutschen Rekordmeister hat sich das einst für 7,56 Millionen Euro netto zum Verkauf ausgeschriebene Projekt spätestens nach dem Kaufverzicht der SpVgg im vergangenen Sommer fortlaufend immer stärker manifestiert.
Bayern beteiligen sich an Ausbaumaßnahmen für zweiten SpVgg-Standort
Ganz konkret übernimmt der neue Betreiber im Rahmen seines Investments mit einem "zweistelligen Millionenbetrag" neben dem Stadionbetrieb auch die Kosten für eine notwendig gewordene Stadionsanierung und Neubauten. Zudem beteiligt sich der Bundesligaklub an Ausbaumaßnahmen für einen zweiten Standort der SpVgg mit weiteren Rasen- und Kunstrasenplätzen im Gemeindegebiet sowie zwei weitere lokale Sportvereine, die mit der Errichtung eines zweiten Gebäudes für die Bayern-Frauen weichen müssen.
Während sich Unterhachings Bürgermeister Wolfgang Panzer mit dem Verkauf einen "Investitionsturbo" vor dem Hintergrund neuen Gewerbes eine "Erfolgsgeschichte" für seine Gemeinde verspricht, zeigte sich auch Schwabl zufrieden mit dem Abschlussergebnis. "Für uns war der Stadionkauf eine Nummer zu groß. Der Profi-Standort Unterhaching ist gesichert. Wir können uns auf die Nachwuchsarbeit konzentrieren und ich hoffe, dass sich das dann in der Pacht niederschlägt", so der Haching-Boss süffisant.
"Wir wurden nie als kleiner Beisitzer behandelt"
Genaue Konditionen zur Pacht sind bis dato nicht verhandelt, ebenso wenig die Ausgestaltung des Stadions. Gemäß Allianz-Arena-Geschäftsführer Jürgen Muth werde es zunächst eine Bestandsaufnahme geben, bevor die Infrastruktur verbessert werden soll. Trainingsplatz eins soll den Hachingern erhalten bleiben, ebenso das aktuelle Hauptgebäude mit Spielertrakt, Geschäftsstelle und Gastronomie. "Wir wurden nie als kleiner Beisitzer behandelt, sondern auf Augenhöhe und vor dem Hintergrund eines langfristigen Pächters", so Schwabl. Gespräche mit Hachinger Anhängern, die den Stadionverkauf kritisch beäugen, möchte Schwabl nach dem Abschluss nun auch führen.