Der Chelsea FC ging mit der Außenseiterrolle ins Endspiel der FIFA Klub-Weltmeisterschaft 2025™. Gegen das Star-Ensemble von Paris Saint-Germain schienen die Erfolgschancen eher gering und nur wenige sprachen den Blues gegen den amtierenden Champions-League-Sieger eine echte Chance zu.
Doch Chelsea-Trainer Enzo Maresca entwickelte einen ausgeklügelten Spielplan, wie man PSG knacken kann und sein Team setzte das Konzept in beeindruckender Manier um. Am Ende stand ein klares 3:0 im MetLife-Stadion in New York New Jersey und ein echter Statement-Sieg für Marescas junge Mannschaft
Cole Palmer, der zurück zu seiner Bestform gefunden hatte, war der überragende Mann des Abends. Darüber hinaus gab es drei klare Elemente in Marescas Spielidee, die Chelsea letztlich zum Sieg verhalfen. Zeit, genauer hinzuschauen.
Die Pariser Offensive ist aktuell eine der gefährlichsten im Weltfußball – wie schafften die Blues es also, den PSG-Angriff über 90 Minuten nahezu zu neutralisieren? Die Antwort: Disziplin, Konzentration und eine mannschaftlich geschlossene Abwehrleistung.
Sobald Chelsea den Ball in der gegnerischen Hälfte verlor, setzte das Team auf aggressives Gegenpressing. Kam PSG doch mal durch, formierte sich die Defensive sofort zu einer stabilen Fünferkette. So bekamen die schnellen Flügelspieler von Paris – Désiré Doué, Ousmane Dembélé und Khvicha Kvaratskhelia – wenig Räume und keine Gelegenheit, Tempo aufzunehmen.
Mit strukturierter Raumdeckung, cleverem Stellungsspiel und viel Laufarbeit nahm Chelsea dem Pariser Angriff den Wind aus den Segeln. Statt temporeichen Kombinationen und gefährlichen Flankenläufen suchte PSG vergeblich nach Lücken in Chelseas defensiver Struktur.
Doué und Kvaratskhelia fanden nie die Räume, die sie sonst im letzten Drittel so gerne nutzen. Und auch die offensivstarken Außenverteidiger Achraf Hakimi und Nuno Mendes waren im Finale nur selten zu sehen. Über das gesamte Turnier hatten sie für Gefahr über die Flügel gesorgt, doch gegen Chelsea wurden sie fast komplett aus dem Spiel genommen.
"Die Idee war, Mann gegen Mann zu spielen – denn wenn du PSG Räume gibst, machen sie dich kalt", erklärte Enzo Maresca nach dem Spiel. "Deshalb wollten wir früh draufgehen und sie direkt unter Druck setzen."
Flügelspieler Pedro Neto hatte dabei eine entscheidende Aufgabe. Der Offensivmann übernahm selbstlos die Rolle des linken Schienenspielers und beackerte seine Seite unermüdlich. Auch Robert Sánchez war gut aufgelegt und zeigte mehrere gute Reflexe im Endspiel. Doch am Ende half PSG auch selbst mit: Ohne eine Antwort auf Chelseas Spielplan rannten sie immer wieder direkt in die blaue Mauer.
Laut Maresca wurde das Spiel schon in den ersten zehn Minuten entschieden – mit Chelseas hohem Tempo und ihrer Intensität. Was dabei auffiel: Die Blues gewannen im Zentrum immer wieder den Ball und hielten ihn dann kontrolliert in den eigenen Reihen – selbst gegen das berüchtigte Pressing der Pariser.
Mindestens genauso wichtig: Chelseas Mittelfeld ließ es meist gar nicht erst zu, dass PSG wie in den vorherigen Spielen Druckwellen lostreten konnte. Die Pariser hatten Atlético de Madrid, Inter Miami CF und Real Madrid C.F. jeweils mit 4:0 überrollt, doch gegen die Blues war von diesem Offensiv-Feuerwerk nichts mehr zu erkennen.
Ein Schlüssel für die Neutralisierung der Pariser Offensive: Chelsea dominierte das Zentrum und offenbarte dort kaum Lücken. Moisés Caicedo und Reece James gaben mit robuster Zweikampfführung den Ton an und machten PSG's Spielaufbau von Minute zu Minute wirkungsloser.
Ein weiterer cleverer Schachzug von Trainer Enzo Maresca: Statt wie gewohnt als Rechtsverteidiger aufzulaufen, agierte Kapitän Reece James diesmal im Zentrum an der Seite von Moisés Caicedo. Direkt hinter dem Pressing von Enzo Fernández zogen die beiden die Linie dicht und machten dem Pariser Mittelfeld das Leben schwer.
Vor allem Vitinha, normalerweise der Strippenzieher im PSG-Spiel, fand kaum Lösungen. Wenn Caicedo in der Nähe war, wich er zumeist auf sichere, aber harmlose Querpässe aus. Auch Fabián Ruiz und João Neves kamen nie richtig ins Spiel und konnten der Partie nicht ihren Stempel aufdrücken.
Dass Vitinha kaum vertikale Bälle spielen konnte, um Angriffe einzuleiten, raubte PSG am Ende jegliche Durchschlagskraft. Der Ursprung dieses Problems lag klar bei James und Caicedo, die dem Mittelfeldzentrum von Beginn an den Zutritt verweigerten.
Bei dicht gestaffeltem Mittelfeld und hochstehenden Abwehrreihen war schnell klar: Wer es schafft, den Gegner mit langen Bällen zu überspielen, könnte sich den entscheidenden Vorteil verschaffen. Und genau das machte Chelsea. Der Führungstreffer, wie auch das 2:0 durch Palmer, entstanden beide durch lange Bälle.
Vor allem Caicedo und Sánchez suchten immer wieder mit präzisen Pässen in die Tiefe den Weg über das PSG-Pressing hinweg. In der 22. Minute zahlte sich dieser Plan dann zum ersten Mal aus: Sánchez schlug einen gefühlvollen Ball auf die rechte Seite zu Malo Gusto. PSG-Verteidiger Nuno Mendes rutschte weg und Gusto nutzte das eiskalt. Er zog in den Strafraum ein und legte auf Cole Palmer ab, der mit viel Übersicht zur 1:0-Führung einschob.
Ein langer Ball von Innenverteidiger Levi Colwill ebnete dann den Weg zum 2:0. Sein tiefer Pass landete punktgenau vor dem durchstartenden Cole Palmer, der den Sprint in den PSG-Strafraum fortsetzte. Mit ein paar geschickten Körpertäuschungen ließ Palmer sowohl Vitinha als auch Lucas Beraldo stehen und versenkte punktgenau im unteren linken Eck.
Die starke Defensivarbeit war zweifellos das Fundament für diesen denkwürdigen Abend in den Meadowlands von New Jersey. Doch es waren die clever getimten Läufe hinter die Pariser Abwehrreihe, mit denen Chelsea die Mannschaft von Luis Enrique immer wieder auf dem falschen Fuß erwischte. Gegen ein PSG-Team, das viele als stärkste Mannschaft der Welt sahen, war Chelsea die tonangebende Mannschaft und sicherte sich dank eines gut durchdachten Spielplans verdient den Klub-WM-Titel.