"Es war ein Spiegelbild der vergangenen Wochen", ordnete Stefan Hierländer die 1:3-Auswärtspleite der Grazer bei der Austria nach Schlusspfiff im Sky-Interview ein. Nachdem Arjan Malics Akrobatik-Einlage den Meister früh in Führung gebracht hatte, ermöglichten Mankos in der Defensive ein rasches Veilchen-Comeback: "Wir sind gut gestartet, machen dann defensive Stellungsfehler, kassieren zu schnell das 1:1. Das 2:1 resultiert auch aus einem kollektiven defensiven Versagen", so Hierländer weiter.
Für Sturm war es die dritte Niederlage in den vergangenen vier Spielen. Für die Winterpause werden bei den Steirern in Bezug auf die sportliche Führung tiefgreifende Personalentscheidungen erwartet. Angesprochen auf den tobenden Machtkampf zwischen Chefcoach Jürgen Säumel und Sportdirektor Michael Parensen gab sich Kapitän Hierländer diplomatisch: "Ich bin sehr loyal gegenüber meinen Vorgesetzten, das betrifft Trainer und Sportdirektor. Wir als Mannschaft stehen hinter den Entscheidungsträgern. Beide Persönlichkeiten sind mit einem gewissen Know-How ausgestattet, das Sturm Graz gut tut."
Der 34-Jährige betonte allerdings auch: "Es ist nicht optimal für die Mannschaft, wenn es Nebenschauplätze gibt. Wir müssen uns alle zusammenraufen, die Kommunikation nach außen muss besser werden." Dem Wunsch seines Kapitäns leistete Säumel im Sky-Interview Folge, der Meistertrainer ließ Parensen öffentlich nichts ausrichten.
In die anstehenden, internen Gespräche gehe Säumel mit einem "klaren Plan. Die Rahmenbedingungen müssen stimmen." Details wollte der 41-Jährige nicht nennen. "Es geht ausschließlich um den Verein. Sturm ist größer als jeder Spieler, Sturm ist größer als jeder Trainer," zitierte Säumel schließlich Vereinslegende Ivica Osim. Welche Spieler das Jahr 2026 mit den Blackies in Angriff nehmen, bleibt abzuwarten. Bei der Kaderzusammenstellung herrscht dringend Handlungsbedarf. Ob Jürgen Säumel diese mitgestalten darf, werden die nächsten Tage zeigen.