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Teamchemie, Schlüsselspieler und Profi-System: Das sind die Mainzer Erfolgsfaktoren

kicker

Vorige Saison zitterten sie noch bis zum letzten Spieltag um den Klassenerhalt in der Regionalliga Südwest. Spätestens mit dem 2:1-Sieg gegen Spitzenreiter SGV Freiberg zählt der FSV Mainz 05 II, als neuer Tabellenzweiter, zum Kreis der Aufstiegskandidaten. Von solchen Ambitionen will man beim Bundesliga-Unterbau nichts wissen. Doch der Erfolg hat System.

Statt mit Viererkette spielt die U 23 nun im 3-4-3, analog zur Profimannschaft. Diese Anpassung war, wie Co-Trainer Christof Babatz sagt, ein Grund: "Die Wege sind kurz. Der ein oder andere, der oben mittrainiert und bei uns spielt, muss sich dann nicht umstellen." Doch auch die Erfahrungen aus der vorigen Saison spielten eine Rolle.

Da fehlte ein echter Goalgetter. Julian Derstroff und David Mamutovic, zwei Spieler, die eher nicht für die Spitze in Frage kommen, waren mit acht Saisontoren am erfolgreichsten. So viele hat Fabio Moreno Fell jetzt schon auf dem Konto. "Niemand konnte wissen, dass Fabio den Sprung von der Verbandsliga zur Regionalliga so schnell schafft", sagt Babatz. Doch der Gewinner der "Torjägerkanone für alle" trifft einfach wie selbstverständlich weiter.

Eine weitere Schlüsselpersonalie ist Yunus Malli. Über seine fünf Saisontore hinaus bringt der 33-Jährige Routine und Struktur rein, auf dem Feld und daneben. Der 33-Jährige wirft die Erfahrung aus über 200 Bundesligaspielen, als türkischer Nationalspieler und Europapokal-Teilnehmer in die Waagschale. "Er kann uns täglich im Training Tipps geben und geht vorneweg", sagt Kapitän Philipp Schulz.

Der 20-Jährige war ein Eckpfeiler der Mannschaft, die 2023 die Deutsche A-Jugend-Meisterschaft gewonnen hat. Damals wie heute sein Chefcoach: Benjamin Hoffmann, an der Seite von Babatz. Diese vertraute Konstellation ist für Schulz ein Erfolgsfaktor. Die Parallelen: "Die Philosophie, defensiv gut zu stehen, unser Spiel durchzuziehen. Die Krieger-Mentalität, alles auf den Platz zu werfen. Wir haben die passenden Spielertypen auf jeder Position." Und, wie damals mit Nelson Weiper, viel Torgefahr vorne im Sturm.

Selbstverständnis und Lockerheit

"Es war ein Team, eine Mannschaft", erinnert sich Babatz. "Alle jubeln zusammen, das ist wichtig." Vorige Saison war die Teamchemie längst nicht so ausgeprägt wie aktuell, das war offenkundig. Das eine Jahr Erfahrung im Herrenfußball tut den Spielern der "Generation Schulz" erkennbar gut. Im Trainingslager wurde viel Wert auf Teambuilding gelegt. "Die Konstellation der Charaktere passt gut zusammen", betont Schulz. Das Selbstvertrauen wächst mit jedem Sieg. "Wir kommen mit einer gewissen Selbstverständlichkeit und Lockerheit in die Spiele", sagt Schulz: "Wir wissen, dass wir jeden schlagen können. Letzte Saison haben wir eher gedacht: Das wird schwer."

Für Hoffmann und seinen Staff gilt es gleichwohl, hellwach zu sein. Neben dem Ü-30-Trio der Vorsaison aus Derstroff, Denis Linsmayer und Korbinian Burger sind in Malli, Moreno und Niklas Tauer, der ebenfalls Qualität und höherklassige Erfahrung einbringt, drei weitere Spieler im Kader, die nicht unter die U-23-Regelung fallen - erhöhte Wechselfehler-Gefahr also. Eine andere Gefahr hofft man gebannt zu haben. Vier Siege gaben die Mainzer schon in der 90. Minute plus X aus der Hand. Rang eins ist so gefühlt nur noch ein paar Augenblicke entfernt.