Als Malick Thiaw im Sommer von Milan zu Newcastle wechselte, war nicht jeder von dem Schritt überzeugt, auch Julian Nagelsmann nicht. Doch nach einer Eingewöhnungsphase als Bankdrücker hat sich der 35-Millionen-Euro-Mann zu einem Toptransfer der Magpies entwickelt, an dem auch der Bundestrainer zuletzt nicht mehr vorbeikam.
Was am Mittwochabend passierte, passte da überhaupt nicht ins Bild. Im Premier-League-Duell mit Leeds United legte Thiaw seinen schwärzesten Auftritt als Newcastle-Profi hin, ein Horror-Spiel, das Trainer Eddie Howe zur Horror-Halbzeit komprimierte, indem er seinen Innenverteidiger zur Pause auswechselte.
Thiaws Spielfilm, der nichts für die ganze Familie war: In der 7. Minute holte er sich für ein Foul an James Justin eine hochverdiente Gelbe Karte ab; in der 32. Minute rutschte er vor dem eigenen Strafraum mit dem Ball am Fuß aus, was Leeds prompt für das 1:0 nutzte; und in der Nachspielzeit verschuldete er mit einem plumpen Handspiel einen Elfmeter, der Newcastles 1:2-Pausenrückstand besiegelte.
Howe erklärt frühe Auswechslung - Thiaw spricht von "Blackout"
Zum zweiten Durchgang tauchte Thiaw, der seit dem 5. Spieltag in der Startelf steht und nur bei der Premiere nicht durchspielte (sondern nur bis zur 84. Minute), nicht mehr auf. "Ich habe ihn runtergenommen, damit er nicht vom Platz fliegt", erklärte Howe die Auswechslung. "Er war für uns bislang absolut herausragend, aber das waren schwierige 45 Minuten für ihn. Das Ziel war, zu elft auf dem Feld zu bleiben."
Obwohl sie in der 79. Minute noch ein drittes Mal in Rückstand gerieten, feierten die Magpies durch zwei Tore in der Nachspielzeit - die auch der in der 75. Minute ausgewechselte Nick Woltemade nicht mehr auf dem Feld erlebte - einen denkwürdigen 4:3-Sieg, der sie auf Platz 6 katapultierte, während Leeds erstmals seit November verlor.
Und Thiaw? Der bedankte sich via Instagram in Großbuchstaben für die "unglaubliche Mentalität" der Kollegen und entschuldigte sich für seine Vorstellung: "Das war von meiner Seite ein kompletter Blackout, sorry dafür!" Die Fans dürften es nicht nur wegen der drei Punkte locker nehmen. Erst drei Tage vorher hatte Thiaw gegen Crystal Palace nicht nur zu null gespielt, sondern sogar sein drittes Saisontor erzielt.