Bereits seit Februar 2022 steht Daniel Thioune bei Fortuna Düsseldorf an der Seitenlinie. Nach Karlsruhes Trainer Christian Eichner und Kiels Marcel Rapp die drittlängste Amtszeit in der aktuellen 2. Liga. Das Unterhaus hätte er mit der Fortuna bereits am Ende der vorletzten Saison gern verlassen, doch in der Relegation scheiterte man dramatisch am VfL Bochum. In Thiounes vierter kompletter Saison in Düsseldorf soll nun der große Wurf gelingen, das stellt der 51-Jährige im neuen Vereinspodcast Rot & Schweiß auch selbst klar.
"Ich habe in diesem Jahr so ein bisschen 'All-in' für uns als Überschrift gewählt", erklärt Thioune. Dabei gehe es primär gar nicht darum, "alles auf eine Karte zu setzen", sondern wieder ans Maximum zu kommen.
"Die Ergebnisse waren am Limit, die Performance nicht immer", lautet schließlich das Fazit der vergangenen Saison. Am Ende wurde die Fortuna mit 53 Punkten Sechster. Seine ersten beiden kompletten Spielzeiten hatten die Flingeraner als Vierter (58 Punkte) und Dritter (63 Punkte) abgeschlossen.
Neue Hierarchien in der Mannschaft - Itten "kein Heilsbringer"
Nach dem Relegationsdrama in der vorletzten Spielzeit hätte es die Düsseldorfer - wie zum Beispiel Braunschweig im Jahr 2018 - auch deutlich schlimmer treffen können: "Wenn der Verein nicht so stabil wäre wie er ist, mit allem drum und dran, dann wäre die letzte Saison vielleicht so ausgegangen wie die Saison hätte ausgehen können, in der ich übernommen habe." Zur Erinnerung: Thioune startete mit der Mannschaft einst nach dem 21. Spieltag auf Rang 16 und führte sie noch auf Platz 10.
Düsseldorf und die Fortuna seien nach mehr als 1000 Tagen als F95-Trainer "ein Stück weit Heimat" geworden: "Die wenigsten Trainer können heute von sich behaupten, so lange an einem Ort zu sein."
In diesem Sommer darf sich Thioune dafür an einige neue Gesichter gewöhnen. Neun Neuzugänge haben die Düsseldorfer bislang präsentiert, um den letzten musste man lange kämpfen. "Der Heilsbringer" sei Neu-Stürmer Cedric Itten aber nicht. Auch wenn der "ein sehr spannendes Profil" mitbringe, müsse man dem Schweizer Zeit geben. Anders als Vorgänger Dawid Kownacki (mittlerweile bei Hertha) ist Itten ein klassischer Mittelstürmer.
„Ich will, dass die Leute mit einem guten Gefühl nachhause gehen und sich mit ihrer Fortuna identifizieren können.“ (Daniel Thioune)
Mit André Hoffmann und Marcel Sobottka, deren Verträge beide nicht verlängert wurden, habe man auf der anderen Seite "Abgänge zu verzeichnen gehabt, die auf menschlicher Ebene schwer waren." Neuer Kapitän ist nach Hoffmanns Abgang Keeper Florian Kastenmeier, sein Vertreter Tim Oberdorf. Die müsse man aber auch erst "in diese Hierarchie reinwachsen lassen." Generell kommt die Mannschaft jünger daher als in der Vorsaison. Thioune betont deshalb: "Wie stabil dieses Gefüge ist, werden wir sehen, wenn wir das erste Spiel nicht gewonnen haben."
Die erste Aufgabe wartet am Samstag (20.30 Uhr, LIVE! bei kicker) bei Aufsteiger Bielefeld. "Wenn wir am Samstagabend mit drei Punkten im Bus nach Hause fahren, würde ich sagen, es war eine großartige Vorbereitung", gibt Thioune die Marschroute für den Auftakt klar vor. Spielerisch hat er eine zentrale Vorgabe: "Wir spielen tief vor breit: Unser erster Gedanke ist, zentral durchzukommen."
„Wir wollen bis zum Ende um den Aufstieg spielen!“ (Daniel Thioune)
Am Spiel mit Ball im letzten Drittel werde man weiter arbeiten - und sehe man auch den spielerischen Anspruch, das Verteidigen gegen den Ball sei schließlich "kein Hexenwerk" - und voller Einsatz eine Grundvoraussetzung.
Thiounes oberstes Prämisse? "Ich will, dass die Leute mit einem guten Gefühl nachhause gehen und sich mit ihrer Fortuna identifizieren können." Mit einer kleinen Einschränkung: "Für alle drum herum würde ich mich freuen, wenn wir nochmal ein paar andere Stadien sehen." Am liebsten in der Bundesliga-Saison 2026/27. "Das ist definitiv das Ziel, da brauchen wir nicht drum herum reden. Wir wollen bis zum Ende um den Aufstieg spielen!"