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Trotz "vieler guter Leistungen": Gemischte Gefühle am Bornheimer Hang

kicker

Mit gemischten Gefühlen sind die Verantwortlichen des FSV Frankfurt in die Winterpause gegangen. Einerseits spielte der Traditionsverein vom Bornheimer Hang eine gute Runde und holte in 20 Meisterschaftsspielen 33 Punkte - das brachte immerhin Rang 4, davon war zu Saisonbeginn nicht prinzipiell auszugehen. Doch in den beiden letzten Spielen des Jahres kassierten die Schwarz-Blauen 1:3-Niederlagen beim SGV Freiberg und gegen die SG Sonnenhof Großaspach. Anstatt das Titelrennen richtig anzuheizen, liegen die Hessen nun schon sieben respektive acht Zähler hinter diesem schwäbischen Duo.

"Freiberg und Großaspach haben sich ein bisschen abgesetzt", konzediert FSV-Trainer Tim Görner. Doch abgeschrieben sieht der 29-Jährige seine Mannschaft noch lange nicht: "Viele Teams sind ambitioniert und haben eine hohe Qualität." Laut Görner zählt mindestens ein Drittel dazu, für viel Spannung in den restlichen 14 Partien zwischen dem 21. Februar und 16. Mai dürfte gesorgt sein.

In der vergangenen Saison hatte die TSG Hoffenheim II in diesem Zeitraum für stabile und teils furiose Leistungen gesorgt und die Konkurrenz klar distanziert, der Tabellenzweite Kickers Offenbach hatte elf Punkte Rückstand. Bis in die Winterpause war seinerzeit noch der FSV der ärgste Häscher der Kraichgauer bei vier Punkten Differenz - dank einer Serie von acht Siegen am Stück. "Wir waren damals schwankender in unseren Leistungen", deutet Görner an, dass auch ein bisschen Glück im Spiel war.

Nun sieht der Pro-Lizenz-Trainer seine Mannschaft gefestigter als im Dezember 2024. "Wir haben sehr viele gute Leistungen gezeigt", sagt er. Allerdings drückte sich dies nicht immer im Ergebnis aus. So seien die Niederlagen gegen den SC Freiburg II, Kickers Offenbach (jeweils 1:2) und beim FC Homburg (1:3) vermeidbar gewesen. Ebenso das Unentschieden gegen den Tabellenletzten TSV Schott Mainz (2:2). Eine Sichtweise, die weitgehend nachvollziehbar ist; nur Homburg war in toto schon das dominante Team und holte sich verdientermaßen drei Punkte. "Unterlegen waren wir nur zu Hause gegen Freiberg (ebenfalls 1:3, d. Red.) und Großaspach", sagt Görner. Dazu kommt der Ausrutscher von Walldorf, nach ideenloser Vorstellung hatte es beim FC Astoria eine 0:1-Niederlage gegeben.

"Wir wollten ihn nicht verheizen"

Ob die Qualität reicht, noch Erster zu werden und nach neun Jahren wieder in die 3. Liga zurückzukehren, ist fraglich. Der FSV ist zweifelsohne in der Lage, jeden Gegner im Südwesten zu schlagen. Das fußballerische Niveau ist für einen Regionalligisten gut, das Umschaltspiel sogar stark. Und auch die Defensive ist meist stabil, gab es doch immerhin sieben Partien ohne Gegentor. Die Hauptgaranten dafür stehen in der Deckungsmitte, nämlich Kapitän Tim Weißmann und Lukas Gottwalt.

Wie wichtig eine eingespielte Abwehr ist, zeigte sich bei den Niederlagen gegen den Tabellenersten SGVF und den -zweiten SGG, da fehlte nämlich erstmals Gottwalt - wegen muskulärer Probleme. "Wir wollten ihn nicht verheizen", sah Görner die Gefahr eines Faser- oder Muskelrisses.

Für Betrieb in der gegnerischen Hälfte sorgten vor allem Ismail Harnafi (8 Tore), Birkan Celik (5) und Amin Farouk (2). Torschützenkönig Cas Peters kam zwar nur auf fünf Treffer, der Niederländer leistete aber auch viel (Defensiv-)Arbeit. Stabilisatoren im Mittelfeld sind Giorgio Del Vecchio und Ben-Luca Fisher, wobei Görner den Ex-Eintrachtler und -Gießener aus strategischen oder taktischen Gründen mitunter zurückzieht und die Abwehrkette auf fünf Spieler erweitert. Eine Maßnahme, die fast immer greift.

Dass der FSV im Januar Änderungen in seinem Kader vornimmt, könnte passieren, aber dann nur punktuell. "Stand jetzt ist nichts angedacht", sagt Görner zu diesem Thema. Das erste Mannschaftstraining im neuen Jahr hat er für den 10. Januar angesetzt. Dann ist auch Gottwalt wieder voll belastbar.

Und nicht nur in der Regionalliga beabsichtigen die Frankfurter anzugreifen. Am 15. Februar, also eine Woche vor dem Punktspielstart 2026 gegen Hessen Kassel, erwartet der FSV im Landespokal-Viertelfinale den OFC Kickers. "Wir werden mit Tatendrang darauf hinarbeiten und wollen in beiden Wettbewerben bestmöglich abschneiden", betont Görner.