Ron-Thorben Hoffmann sprach nach dem 3:2-Sieg von einer "beeindruckenden Teamleistung" und betonte, dass die Eintracht trotz verspielter Zwei-Tore-Führung auswärts noch gewinnen konnte. "Ich glaube, dass wir es vor einem Monat verloren hätten", mutmaßte der Torhüter und ergänzte mit Blick auf die Atmosphäre in Dresden. "Das Spiel nicht zu verlieren, wenn du das Stadion so gegen dich hast, das nötigt mir Respekt ab. Wir waren uns in der Halbzeit sehr bewusst, was noch kommt, auch weil sie auf ihren Block spielen würden. Das hat schon Wucht, muss ich als gegnerischer Spieler sagen. Umso beeindruckender, wie wir es aufgefangen haben."
Kevin Ehlers ergänzte, dass man sich in der Halbzeitpause bereits auf ein Dynamo eingestellt hatte, das "alles nach vorne werfen wird - und so kam es dann auch." Das sei eben auch "typisch Dresden", so der Innenverteidiger. Trainer Heiner Backhaus klang ähnlich. "Wenn die nach der Halbzeit auf ihre Kurve spielen und im Prinzip mit der ersten Torchance zum Anschlusstreffer kommen - und dann das Zweite sofort hinterher machen, dann gibt es wenig Mannschaften, die dann noch mal zurückkommen", betonte der 43-Jährige und stellte fest: "Aber wir haben es heute geschafft. Es ist ein in Summe völlig verdienter Sieg."
Zwischen Lob und Kritik
Dennoch war auch bei den seit drei Spielen ungeschlagenen Löwen nicht alles Gold, was glänzte. So monierte Ehlers, dass man in der Phase nach Wiederanpfiff "ein bisschen zu passiv" gewesen sei und den Gegner so durch "zu einfache Gegentore" stark sowie das Stadion zum Tollhaus gemacht habe. Er stellte aber auch fest: "Wir haben es gut gemacht, sind ruhig geblieben, haben bis zum Ende gekämpft und uns mit dem 3:2 belohnt."
Backhaus beklagte derweil, dass man nur zwei der zahlreichen Chancen vor der Halbzeit genutzt habe. "Den einzigen Vorwurf, den ich meinen Jungs machen muss, ist, dass wir schlampig mit den Chancen waren", sagte der Coach und war damit einer Meinung mit Hoffmann, der "ein Stück weit mehr Killermentalität" einforderte. Die erste Halbzeit sei "nahezu komplett" gewesen, das "Stadion tot und komplett leise - dann kommen unsere Leute in super Situationen. Was die Jungs da vorne machen, ist irre. Sie müssen sich halt noch mehr belohnen."
Hoffmann betonte, dass die fehlende Effizienz letztlich das sei, was "uns noch von Mannschaften, die oben sind, unterscheidet". Dennoch stellte am Ende die Freude über den so eminent wichtigen Dreier alles andere in den Schatten - oder wie Hoffmann sagte: "Ganz ehrlich, es ist scheißegal. Wir haben drei Punkte."
Besondere Vorfreude auf Schalke
Und nun? Kurz vor Weihnachten steht noch das Heimspiel gegen Schalke 04 an - ein besonderes Spiel für Hoffmann und Backhaus. Der Torhüter kam schließlich im Sommer aus Gelsenkirchen nach Braunschweig und freut sich darauf, seine ehemaligen Mitspieler wiederzusehen. "Das sind gute Jungs gewesen, haben mich super aufgenommen. Und ich habe da trotzdem viel gelernt, deswegen auch kein Groll."
Noch mehr Emotionen könnten bei Backhaus dann im Spiel sein. "Ich komme aus dem Pott und bin Schalke-Fan, seit ich laufen kann", gab der Trainer zu und verriet: "1997 war ich beim Europacup-Finale Balljunge und habe den UEFA-Cup mal kurz anfassen dürfen, ich habe Ronaldo aus einem Meter Entfernung gesehen, im Rückspiel war ich aber noch zu jung, um mitzufahren. Ich bin Schalker durch und durch. Für mich ist es das erste Mal, dass ich gegen Schalke spielen darf. Das ist für mich eine Riesenehre. Das Spiel wird für uns Pokal-Charakter haben."