Monarch Collective wird strategischer Investor der Frauen des FC Viktoria Berlin. Für die US-Investitionsplattform ist es die vierte Beteiligung im Profifußball - und die erste in Europa. Bislang gehören die NWSL-Teams Angel City FC, San Diego Wave FC und Boston Legacy FC (Einstieg in die Liga 2026) zum Portfolio.
In den beiden deutschen Frauen-Bundesligen gab es bisher noch keine strategischen Investoren. Die Zusammenarbeit der Viktoria mit Monarch Collective soll sofort starten, teilte der Zweitligist am Mittwoch mit. Demnach übernehme das Netzwerk sukzessive bis zu 38 Prozent der Frauen-Abteilung und respektiere die 50+1-Regelung in Deutschland.
"Mit dieser Partnerschaft gehen wir den nächsten bedeutenden Schritt, um den Frauenfußball auf ein neues Niveau zu heben - hin zu mehr Unabhängigkeit, Expertise, Reichweite und Stabilität im Frauenfußball", lässt sich Verena Pausder zitieren, Mitgründerin der Viktoria-Frauen: "Wir wollen zeigen, dass Spitzenfußball und gesellschaftliche Wirkung zusammengehören. Monarch Collective bringt genau das Mindset und die Erfahrung mit, die uns auf diesem Weg stärkt und beschleunigt."
Monarch Collective verwaltet 250 Millionen US-Dollar
Vereinspräsident Ulrich Brüggemann spricht von einem "historischen Moment - nicht nur für unser Frauenteam beim FC Viktoria Berlin, sondern für den gesamten deutschen Frauenfußball". Dieser beweise, dass "sich Investitionen und Integrität nicht ausschließen, sondern gemeinsam die Basis für eine neue Ära des Frauensports bilden können".
Monarch Collective konzentriert sich auf Minderheitsbeteiligungen im Frauensport und wurde 2023 von Kara Nortman sowie Jasmine Robinson gegründet. Die Plattform verwaltet laut eigenen Angaben rund 250 Millionen US-Dollar. "Der FC Viktoria Berlin verkörpert einen mutigen Unternehmer- und Pioniergeist, der perfekt zu Monarchs Vision für echten Wandel im Profi-Frauensport passt", sagt Nortman zum Einstieg: "In Berlin - einer pulsierenden Stadt im Herzen Europas - und in Deutschlands starkem Fußball-Ökosystem sehen wir das ideale Umfeld, um ein neues Modell des Frauenfußballs aufzubauen, das Gemeinschaft und Professionalität gleichermaßen großschreibt."
Die Viktoria, anfangs unter Mitgründerin Ariane Hingst, präsentiert sich schon seit geraumer Zeit als Frauenfußball-Team der etwas anderen Sorte, gewissermaßen als Start-up. Trotz des jüngsten 7:0-Siegs über den FC Bayern München II belegen die Berlinerinnen aber derzeit nur den 10. Platz in der 2. Bundesliga, recht weit entfernt vom Aufstiegsrennen.