Tor für Palmeiras: Paulinho (100.)
Was für ein Kräftemessen im Lincoln Financial Field in Philadelphia! Palmeiras und Botafogo lieferten sich bei der FIFA Klub-Weltmeisterschaft 2025™ einen intensives Schlagabtausch, der nach 120 packenden Minuten entschieden wurde. Palmeiras gewann das brasilianische Duell 1:0 und spielt nun am 5. Juli gegen Benfica SL oder Chelsea FC.
Palmeiras und Botafogo gingen mit viel Leidenschaft und taktischer Disziplin in die Partie. Von Beginn an war spürbar, was für die beiden am dem Spiel stand. Beide Teams agierten mit hoher Intensität, setzten ihre Gegner früh unter Druck und schenkten sich in den Zweikämpfen nichts.
Die ersten nennenswerten Chancen gehörten Palmeiras. In der 9. Minute verpasste Vitor Roque eine scharfe Hereingabe nur um Haaresbreite. In der 22. Minute, versuchte es Estevão mit einem kreativen Pass, doch Botafogo verteidigte wachsam. Der anschließende Eckball landete bei Bruno Fuchs, dessen Abschluss allerdings deutlich über das Tor ging.
Palmeiras blieb am Drücker: Gustavo Gómez hatte in der 25. Minute eine gute Gelegenheit, doch sein Schuss aus dem Getümmel wurde geblockt. Botafogo kam nach rund einer halben Stunde besser ins Spiel, aber Savarino und Freitas konnten ihre Fernschüsse nicht präzise genug platzieren.
Der gefährlichste Moment der ersten Hälfte kam in der Nachspielzeit: Richard Ríos nahm aus gut 25 Metern Maß und zog wuchtig ab. Sein Schuss wurde abgefälscht und rauschte nur knapp über das Tor.
Direkt nach der Pause legte Palmeiras wieder energisch los. Zunächst schoss Vitor Roque aus der Distanz deutlich am Tor vorbei (46.), dann zwang Estevão mit einem präzisen Schlenzer John Victor zu einer Glanzparade (47.). In der 50. Minute zappelte der Ball im Netz, doch Estêvãos Treffer wurde wegen Abseits aberkannt.
Auch danach blieb Palmeiras offensiv gefährlicher. In der 59. Minute zeigte Vitor Roque sein artistisches Können. Sein Fallrückzieher konnte gerade noch so geblockt werden. Nur Sekunden später scheiterte Mauricio mit einem wuchtigen Volley an Botafogos Keeper John Victor, der heute in Topform war.
Botafogo fand nur selten Entlastung, versuchte es in der 70. Minute erneut mit einem Fernschuss von Savarino, der das Ziel klar verfehlte. Palmeiras drückte weiter: In der 73. Minute zwang Mauricio den gegnerischen Torwart mit einem Kopfball aus kurzer Distanz zu einer weiteren Glanztat. Victor lenkte den Ball spektakulär über die Latte.
Kurz vor Schluss versuchte Paulinho noch sein Glück von der Strafraumkante, aber auch dieser Ball landete über dem Querbalken. So blieb es nach 90 Minuten torlos. Trotz Chancenplus für Palmeiras und einem Spiel, das vor Intensität nur so strotzte.
Die Verlängerung begann, wie die reguläre Spielzeit aufgehört hatte: mit Druck von Palmeiras. In der 97. Minute war es erneut Richard Ríos, der aus der Distanz abzog. Sein kraftvoller Schuss ins rechte Eck wurde jedoch von erneut Victor pariert.
Drei Minuten später fiel dann endlich das Tor des Abends: Der eingewechselte Paulinho setzte sich auf der rechten Außenbahn mit einem sehenswerten Solo durch, drang in den Strafraum ein und behielt die Nerven. Mit einem präzisen Flachschuss ins linke Eck ließ er dem Torwart keine Chance.
Botafogo war nun gefordert und versuchte in der Folge, offensiv mehr Akzente zu setzen. In der 107. Minute kam Igor Jesus nach einer Ecke von Joaquin Correa zum Kopfball, setzte diesen aber über das Tor.
Die größte Ausgleichschance hatte Vitinho in der 115. Minute: Nach einer Halbfeldflanke an den zweiten Pfosten kam er aus kurzer Distanz zum Abschluss. Seine Direktabnahme rauschte jedoch nur ans Außennetz. Palmeiras verteidigte nun mit viel Leidenschaft, verlor allerdings kurz vor Schluss noch seinen Kapitän: Gustavo Gómez musste nach einem Foul in der 117. Minute mit Gelb-Rot vom Platz.
Botafogo versuchte es in Überzahl noch einmal aus der Distanz. Vitinhos Schuss in der 119. Minute segelte deutlich über das Tor. Kurz darauf war Schluss, und Palmeiras konnte den knappen, aber verdienten Sieg feiern. Mit 10 Zu-Null-Spielen in den letzten 14 Partien unterstreicht Palmeiras seine Defensivstärke, mit der man sich im Viertelfinale definitiv nicht verstecken muss.
Für Palmeiras geht es am 5. Juli weiter. Dann trifft das Team von Abel Ferreira auf den Gewinner der Partie Benfica SL gegen den Chelsea FC, das noch am heutigen Abend um 22:00 MESZ ausgetragen wird.
"Da waren viele Emotionen im Spiel. Ein richtig hartes Match gegen ein extrem konkurrenzfähiges Team. Ich wusste, dass sich das Spiel in der Verlängerung etwas beruhigen würde, dass wir den Rhythmus ändern müssten. Zwei Minuten vor dem Tor habe ich zu Mayke gesagt, dass wir flach schießen müssen, weil der Torwart unsere hohen Abschlüsse immer stark gehalten hat. Dann bekam ich die Chance und das gibt mir nochmal zusätzliches Selbstvertrauen. Ich gehe gerade durch eine schwierige Phase wegen meiner Verletzung. Die Schmerzen spüre ich immer noch, aber es ist ein weiterer Schritt bei der Klub-Weltmeisterschaft."
Paulinho, Torschütze von Palmeiras
"Wir haben heute wirklich alles gegeben. Ich bin dankbar für alles, was wir in diesem Turnier geleistet haben. Im Moment fehlen mir die Worte. Wir müssen erst mal durchatmen und verarbeiten, was heute passiert ist. Wir haben alles versucht, haben es bis in die Verlängerung geschafft. Palmeiras hat es heute gewonnen, also muss ich ihnen gratulieren."
John Victor, Torwart von Botafogo und Spieler des Spiels
"Niemals aufgeben, niemals nachlassen. Dafür arbeiten wir jeden Tag. Ich habe mit den Spielern gesprochen: Wenn wir so spielen wie im Training, dann wird das Spiel auf jeden Fall besser als unser letztes. Ich möchte meinen Spielern danken für ihren Einsatz. Sie haben ein unglaubliches Spiel gemacht. Über die vollen 90 Minuten, plus Verlängerung, haben wir richtig gut gespielt. Als wir leiden mussten, haben wir gemeinsam gelitten. Sogar in Unterzahl. Wir haben es verdient, denn wir arbeiten hart. Wie du (der Interviewer) zu Beginn gesagt hast: Wir geben niemals auf. Denkt nicht, wenn wir mal schlecht spielen, das wir das nächste Mal genauso auftreten. Als Team und als Trainer lernen wir aus unseren Fehlern. Aber jetzt stehen wir da und werden bis zum Ende für unseren Traum kämpfen."
Abel Ferreira, Trainer von Palmeiras
John Victor