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Voll gefordert: Blessin rotiert im Tor

kicker

Voll kam nach St. Paulis Bundesliga-Aufstieg von Viktoria Köln als einer der besten Drittliga-Keeper in die Hansestadt und absolvierte dann prompt die gesamte Vorbereitung als Nummer 1. Der Grund: Nikola Vasilj hatte wegen Knieproblemen lange gefehlt, wurde von Neu-Coach Alexander Blessin dennoch als Nummer 1 bestätigt und hat diesen Status seitdem höchst eindrucksvoll untermauert.

Vasilj unterstützt die Entscheidung und den Kollegen

Ben Voll, der in seinen ersten Wochen mehr im Blickpunkt stand als erwartet worden war, musste vor ziemlich genau einem Jahr zudem einen herben Rückschlag hinnehmen. Bei seiner Pflichtspiel-Premiere für St. Pauli, in der Regionalliga-Mannschaft, im "kleinen Derby" gegen den HSV zog er sich mehrere Frakturen im Gesicht zu, fehlte monatelang - ehe er am 33. Spieltag der Vorsaison dann doch seine absolute Bundesligatauglichkeit nachweisen durfte: Als Vasilj wegen einer Gelb-Rot-Sperre zuschauen musste, überzeugte Voll beim 2:2 in Frankfurt in einem Spiel, in dem der Kiez-Klub den Klassenerhalt perfekt machte. Der kicker bewertete seinen Auftritt mit der Note 2.

Beim schnellen Wiedersehen mit Hoffenheim, in der Liga gab es vor eineinhalb Wochen am Millerntor ein ernüchternd klares 0:3, darf Voll nun erstmals ran, obwohl Vasilj gesund und spielberechtigt ist. "Ben", begründet Alexander Blessin, "macht es einfach gut. Er trainiert super, deshalb wollen wir ihm dieses Spiel geben." Eigentlich, verrät der Trainer, hätte er seiner Nummer 2 gern die gesamte Pokalsaison geben wollen. In der ersten Runde gegen Eintracht Norderstedt (3:2 im Elfmeterschießen) hatte er aber Vasilj gebracht, "weil es das erste Pflichtspiel der Saison war."

Mit seiner etatmäßigen Nummer 1 hat Blessin seine Entscheidung im Vorfeld besprochen und ist angetan von dessen Reaktion. "Er hat das unterstützt, Niko schätzt Ben total." Der Trainer hat den Bosnier im Zuge der Rotation zudem auch gefragt, ob er aufgrund der Nationalmannschaftsreisen womöglich mal einen Tag frei haben und auf einen Platz im Kader verzichten wolle. "Aber er hat gesagt, dass er bei der Mannschaft bleiben will, dass er auch Ben unterstützen und deshalb auf der Bank sitzen will. Das zeigt seinen Charakter."

Am kommenden Samstag im Ligaalltag werden dann wieder die Rollen getauscht. Wenn Borussia Mönchengladbach ans Millerntor kommt, wird Voll wieder in der Rolle des Unterstützers von Vasilj sein - im Idealfall für ihn und St. Pauli mit einem Pokalerfolg im Rücken. Dieser würde ihm auch gleichzeitig mindestens einen weiteren Einsatz im Cup-Wettbewerb garantieren.