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Wegzug vom Bieberer Berg? OFC fragte in Aschaffenburg an

kicker

Das jedenfalls bestätigte die Stadt Aschaffenburg dem kicker. Allerdings gab es kein Grünes Licht für eine dauerhafte Nutzung des Stadions am Schönbusch durch Kickers Offenbach: "In dem von Vereinsseite dargestellten Umfang ist eine regelmäßige Nutzung des Stadions derzeit aus personellen und organisatorischen Gründen nicht leistbar."

"Wir haben alternative Optionen geprüft"

In Ausnahmefällen jedoch, so heißt es bei der Stadt, sei nach entsprechender Einzelfallprüfung denkbar, einzelne Spiele in der Heimspielstätte von Bayern-Regionalligist Viktoria Aschaffenburg austragen zu lassen. Offen ist, ob die Anfrage schon für die Rückrunde der laufenden Saison galt, die für den OFC am 21. Februar mit dem Gastspiel beim TSV Steinbach-Haiger beginnt.

Laut der Stadt habe der Klub im November angefragt, den konkreten Nutzungszeitraum aber nicht näher spezifiziert. Laut OFC-Geschäftsführer Florian Holzbrecher sei es um die Option erst ab der kommenden Saison gegangen. "Wir haben einen laufenden Mietvertrag" so Holzbrecher, der aber auch erklärt: "Für die Zeit nach Ende des Mietvertrags haben wir auch alternative Optionen geprüft. Derzeit sind wir in den üblichen Gesprächen zur Verlängerung des Mietvertrags. Es ist nach Ablauf des Mietvertrages grundsätzlich nicht angedacht, woanders zu spielen." Dass man aber andere Optionen prüft, schließt einen Weggang vom Bieberer Berg eben auch nicht aus.

Zum Stichtag waren 345.000 Euro Miete offen

Zu möglichen Hintergründen der Anfrage in Aschaffenburg und der Prüfung anderer Optionen sagt Holzbrecher nichts. Allerdings lässt sich mit Blick auf die Finanzen durchaus die These vertreten, dass das liebe Geld dabei eine Rolle spielen könnte. Zum Bilanzstichtag 30. Juni 2024 waren laut Jahresabschluss der "Offenbacher Fußball-Club Kickers 1901 GmbH", in der der Spielbetrieb der Südwest-Regionalliga-Mannschaft organisiert wird, noch 345.000 Euro an Stadionmiete gegenüber der "Stadiongesellschaft Bieberer Berg mbH" offen. Denkbar, dass dieser Betrag heute noch höher liegt.

Etwas mehr als 200.000 Euro soll der OFC pro Jahr an diese den Stadtwerken Offenbach zuzurechnende GmbH an Pacht für das Stadion am Bieberer Berg bezahlen, wobei während der Corona-Pandemie auch Gelder gestundet wurden. Nach kicker-Recherchen ist in der Summe auch die Pflege für die Trainingsplätze inkludiert, die Betriebskosten trägt der Klub selbst. Insgesamt viel Geld für einen Viertligisten, allerdings hat dieser mit dem Stadion auch ein vermarktbares Pfund in der Tasche. Gerade die Logen sind ein potenziell einnahmestarkes Gut, über das in dieser Form nicht jeder Wettbewerber verfügt.

Wie würden die Fans zu einem Wechsel stehen?

Im Falle einer anderen Option stellt sich die Frage, was die Dauermieter jener VIP-Bereiche erwarten würde? Ebenso offen bleibt, wie die Fans reagieren würden, die mit durchschnittlich 6.218 Zuschauern pro Partie nicht nur die Regionalliga Südwest klar anführen, sondern bundesweit den fünftbesten Zuschauerschnitt der vierten Liga vorweisen - und wie sie einem, wenn auch temporären, Abschied von der Kultstätte am Bieberer Berg gegenüberstünden.