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Dembélé und Mbappé: Weltstars im Duett

FIFA
  • Real Madrid trifft im Viertelfinale der Klub-WM auf Paris Saint-Germain
  • Dabei kommt es auch zum Wiedersehen von Kylian Mbappé und Ousmane Dembélé
  • Die Karrieren der beiden Weltmeister von 2018 sind eng miteinander verknüpft

Wir schreiben den 4. März 2017. Der Signal Iduna Park in Dortmund ist mal wieder bis auf den letzten Platz gefüllt – Borussia Dortmund empfängt Bayer Leverkusen. Doch an diesem Tag interessiert sich das ganze Stadion eigentlich nur für einen Spieler: Ousmane Dembélé, gerade einmal 19 Jahre alt.

Der BVB gewinnt das Spiel mit 6:2, unter anderem dank eines Doppelpacks von Pierre-Emerick Aubameyang – doch der unbestrittene Star des Tages ist der junge Franzose. Jede seiner Aktionen, jede noch so kleine Beschleunigung bringt die Leverkusener Defensive an ihre Grenzen. Am Ende wird Dembélé völlig zurecht zum Spieler des Spiels gewählt.

"Ich glaube, das Wort 'talentiert' wurde erfunden, um Spieler wie Dembélé zu beschreiben", schwärmte sein damaliger Trainer Thomas Tuchel später in einem Interview mit der UEFA. "Er ist ein außergewöhnliches Talent. Er dribbelt wie kein anderer, ist mit beiden Füßen stark, unberechenbar – und hat das Auge für genau die Pässe, die es braucht."


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Seit seinem Durchbruch bei Stade Rennes in der Vorsaison spricht ganz Fußball-Frankreich nur noch von ihm und auch die Experten sind sich einig: Der nächste ganz große Star des französischen Fußballs ist Ousmane Dembélé. Und sonst niemand.

Doch genau in dem Moment, als der gebürtige Normanne in Deutschland endgültig abhebt, taucht wie aus dem Nichts das nächste Ausnahmetalent in der französischen Fußballlandschaft auf: Kylian Mbappé.

Der mittlerweile 26-Jährige spielt damals bei der AS Monaco und gilt als großes Talent, aber nicht unbedingt als so spektakulär wie Dembélé im Dribbling. Und trotzdem: An jenem Wochenende, an dem Dortmunds Juwel die Leverkusener Abwehr auseinandernimmt, antwortet der 17-jährige Mbappé mit einem eindrucksvollen Doppelpack gegen den FC Nantes. Wenig später setzt er dann ein noch größeres Ausrufezeichen: Mit jeweils einem Treffer im Hin- und Rückspiel schießt er Manchester City im Achtelfinale der Champions League aus dem Wettbewerb.

Nach einem echten Galaauftritt beim 3:0 in Caen, inklusive Doppelpack und Vorlage, bestehen keine Zweifel mehr: Die Mbappé-Ära hat begonnen – und die gegnerischen Fans verabschieden ihn mit Applaus.

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Der März 2017 markierte endgültig den Durchbruch des heutigen Real-Madrid-Stars. "Man hat sofort gesehen und gewusst, dass er irgendwie anders ist", erklärte sein damaliger Mitspieler Bernardo Silva. "Allein wie er den Ball berührt. Sein Spiel hat einfach etwas Besonderes. Und dazu arbeitet er extrem hart. Ich hoffe, er macht so weiter."

Inmitten ihres kometenhaften Aufstiegs kreuzen sich die Wege der beiden französischen Ausnahmetalente noch in derselben Saison – im Viertelfinale der Champions League. Monaco setzt sich gegen ein ersatzgeschwächtes Dortmund durch. Zwar trifft Dembélé im Heimspiel, doch Mbappé steuert gleich die Hälfte aller Monaco-Tore bei – beim insgesamt deutlichen 6:3-Erfolg über zwei Spiele.

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Der darauffolgende Sommer wurde geprägt von zwei echten Highlight-Transfers: Während Dembélé den nächsten Karriereschritt machte und zum FC Barcelona wechselte, unterschrieb Mbappé bei Paris Saint-Germain. Für beide ist es ein riesiger Schritt – doch es ist Mbappés Transfer, der die meiste Aufmerksamkeit auf sich zieht.

In den sechs folgenden Jahren verlassen die beiden Aushängeschilder des französischen Fußballs ihre neuen Vereine nicht. Dembélé verfeinert beim FC Barcelona unter Trainern wie Ernesto Valverde, Quique Setién, Ronald Koeman und später Xavi weiter seine Technik und sammelt in Katalonien Titel auf nationaler Ebene.

Mbappé zieht auf der anderen Seite der Pyrenäen nach – mit ähnlichem sportlichen Erfolg. Doch was Medienpräsenz, Zahlen und Wirkung auf dem Platz betrifft, steht der Mann aus Bondy weiterhin ein kleines Stück über seinem einstigen Rivalen aus Rennes.


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Während seiner Zeit beim FC Barcelona kommt Dembélé auf 40 Tore und 41 Vorlagen in 185 Spielen. Mbappé, im gleichen Zeitraum seltener verletzt, häufiger als Vollstrecker eingesetzt und mit brutalem Zug zum Tor, erzielt in 262 Partien ganze 212 Treffer – und liefert obendrein noch etwa 100 Assists. Kein Wunder also, dass die Scheinwerfer längst auf ihn gerichtet sind.

Auch wenn die französischen und europäischen Medien die beiden immer wieder miteinander verglichen und eine Art Rivalität heraufbeschwören wollen – Dembélé und Mbappé werden enge Freunde. Gemeinsam führen sie Frankreich 2018 zum WM-Titel und 2022 erneut bis ins Finale.

Schon bei ihren ersten Einsätzen im Nationaltrikot zeigten beide viel gegenseitigen Respekt. "Er ist der beste junge Spieler der Welt", sagte Mbappé kurz vor der WM 2018 über seinen Kumpel. Dembélés Antwort folgte prompt: "Er übertreibt ein bisschen – aber es freut mich natürlich. Für mich ist er selbst der beste junge Spieler der Welt: Er hat so viele Qualitäten, macht Tore, dribbelt, ist einfach unglaublich effizient."

Fünf Jahre nach dem gemeinsamen WM-Titel geht Paris Saint-Germain zu Beginn der Saison 2023/24 einen nachvollziehbaren Weg: Die beiden Freunde Mbappé und Dembélé sollen nach dem Doppelabgang von Neymar und Lionel Messi die neuen Gesichter des Klubs werden. Abseits des Platzes eng verbunden, sorgen sie auch auf dem Feld für Furore – unter Luis Enrique holen sie die französische Meisterschaft, den Pokal und erreichen das Halbfinale der Champions League.

Doch das neue Traumduo hat nur eine begrenzte Lebensdauer: Mbappé wechselt ein Jahr später zu Real Madrid und überlässt Dembélé die Führungsrolle in Paris.

Als die Saison 2024/25 beginnt, gibt es Zweifel, ob Dembélé auch ohne Mbappé glänzen kann. Doch was dann folgt, ist längst Geschichte: Der Mann aus Évreux spielt die Saison seines Lebens und führt PSG zu einer historischen Titeljagd. Auch wenn er lange im Schatten von Mbappé stand, ist es Dembélé, der als Erster den ganz großen Coup schafft: Er wird Champions-League-Sieger. Der einstige Hoffnungsträger aus Rennes erfüllt endlich all das, was man ihm seit Jahren zutraute.

"Das ist Stolz, einfach nur außergewöhnlich", sagte er im Interview mit Canal+. "Wir haben Qualität gezeigt, es war hart, aber wir haben uns über die Saison gesteigert. Und das jetzt als Abschluss – das ist einfach nur außergewöhnlich."

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Am Mittwoch kommt es im Halbfinale der Klub-WM nun zum symbolträchtigen Duell: Dembélés Paris Saint-Germain trifft auf das Real Madrid von Kylian Mbappé. Unter all den Geschichten, die sich rund um dieses Spiel verweben, sticht vor allem diese hervor.

Ganz egal, welches Team am Ende den Platz als Sieger verlässt: Es ist beeindruckend zu sehen, wie beide – jeder auf seine Weise, in seinem Tempo, mit seiner eigenen Geschichte – genau dorthin gelangt sind, wo sie jetzt stehen: auf der größten Bühne der Fußballwelt, im Rampenlicht des internationalen Spitzensports.

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