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Wie lange noch Regionalliga? Für Meuselwitz wird's immer komplizierter

kicker

"Mit drei Punkten mehr wäre die Welt für uns in Ordnung", bekundete Hubert Wolf beim Eintritt in die Winterpause der Regionalliga Nordost. Der Präsident des Zipsendorfer FC aus dem 10.000-Einwohner-Städtchen Meuselwitz mischt mit seinem Verein bereits das 17. Jahr in der Regionalliga mit.

Einfach war auch diese Herbstrunde für den ZFC nicht. Zwar liegen die Meuselwitzer wie vor Jahresfrist nach 18 Partien - das Heimspiel gegen den BFC Preussen soll am 24. Januar nachgeholt werden - auf Rang 13, doch diesmal brachte "Zipse" nur vier Siege zustande. Damals waren es sechs.

Trainer Georg-Martin Leopold, der den ZFC in den vergangenen zwei Spielzeiten jeweils auf Rang 11 führte, ahnt, wie schwer es werden könnte, das erneut zu wiederholen. "Die Liga wird immer professioneller", beobachtet er. Ihm wie seinem Präsidenten ist klar, dass es nicht leichter wird, sich darin zu behaupten. Vielleicht ein Grund, warum der Coach mit der Vertragsverlängerung noch zögert. Man sei im Gespräch, bestätigten sowohl der Trainer als auch sein Chef, wobei Leopold andeutet, dass seine Entscheidung von weiterem Anspruch und vorgezeichneter Perspektive des Vereins abhängt.

Die Meuselwitzer erleben in jeder Wechselperiode, wie schwer es ist, hinreichend gute Spieler in den ostthüringischen Zipfel zu locken. "Grundsätzlich haben wir in der Regionalliga nicht den klangvollsten Namen und mit den Abstiegen von Zwickau und Halle aus der 3. Liga ist der Spielermarkt in der Regionalliga für uns noch komplizierter geworden. Andere Klubs haben zudem andere finanzielle Möglichkeiten als wir. Es ist generell schwierig, Spieler nach Meuselwitz zu holen, die uns tatsächlich weiterhelfen", berichtet Wolf.

Trübenbach kommt in Form

Der Präsident wie der ZFC-Anhang waren mit der Saisonstartphase alles andere als zufrieden. "Wir sind abermals zäh in die Saison gekommen", konstatiert Wolf. Coach Leopold erklärt das damit: "Die Rückkehrer Andy Trübenbach und Luis Fischer hatten ebenso wie Neuzugang Califo Baldé unerwartete Anlaufprobleme. Andy kam in dem Jahr in Erfurt nicht auf die erhofften Einsatzzeiten und im Sommer weniger fit von dort zurück als wir annahmen. Ähnlich war es bei Luis, der gegen Ende der vorigen Saison in Chemnitz fast gar nicht mehr gespielt hat. Und Califo hat von Oberliga-Absteiger Wismut Gera etliche kleine Blessuren mitgebracht, die erst nach einer größeren Verletzung bei uns festgestellt und nun auskuriert wurden." Unterdessen sind diese drei Stürmer wieder fitter. "Trübe" hat es mittlerweile auf immerhin sechs Treffer geschafft und ist derzeit bester Torschütze des ZFC.

Trotzdem will sich der ZFC zur Winterpause punktuell verstärken. "Jedoch nur, wenn wir Jungs finden, die uns wirklich weiterhelfen", betonen Wolf und Leopold unisono. Mit Luca Bürger wird ein Langzeitverletzter zurückkommen, er ist bereits im Training. Er kann seine Mannschaft wieder um eine spielerische Note bereichern, die mitunter etwas zu kurz kommt. Ein Fakt, den die Meuselwitzer meist mit kämpferischen Qualitäten auszugleichen versuchen. In den letzten Wochen legten sie in jeder Hinsicht zu, was in den beiden wichtigen Auswärtssiegen bei Chemie Leipzig (2:0) und in Babelsberg (3:2) gipfelte. Das rettete die Herbstbilanz.

„Wenn man bedenkt, dass unser Regionalverband NOFV bis zur Wende 1990 ein eigenständiger FIFA-Verband war und wie er jetzt innerhalb des DFB verschmolzen ist, gibt mir das zu denken.“ (Präsident Hubert Wolf bezüglich der Regionalliga-Reform)

Ob sich der ZFC auch nach der angepeilten Regionalliga-Reform in Liga 4 retten und halten kann, scheint offen. Wolf sieht die angedachten Modelle mit nur noch vier Staffeln kritisch. Er favorisiert anderes: "Die Aufstockung der 3. Liga auf 22 Mannschaften, sodass es von dort ohne weiteres fünf statt vier Absteiger geben könnte, was wiederum allen Meistern der heutigen fünf Viertliga-Staffeln den direkten Sprung nach oben ermöglichen würde. Wenn man bedenkt, dass unser Regionalverband NOFV bis zur Wende 1990 ein eigenständiger FIFA-Verband war und wie er jetzt innerhalb des DFB verschmolzen ist, gibt mir das zu denken. Unsere Regionalliga-Staffel unter NOFV-Regie sollte so erhalten bleiben. Aber es dreht sich alles nur ums Geld, weshalb sich die Drittligisten gegen die eigentlich verkraftbare Aufstockung auf 22 Teams sträuben. Aber egal, was bei dieser Reform herauskommt, wir werden auf jeden Fall weiter Fußball spielen."