Federico Valverde war noch sichtlich erschöpft, als er den Pokal für den Michelob Ultra Spieler des Spiels entgegennahm. Schweißgebadet nach dem 1:0-Sieg gegen den Juventus FC im Achtelfinale der FIFA Klub-Weltmeisterschaft 2025™, sprach er gerade mit den Medien – doch das breite Lächeln wollte nicht weichen.
Nur wenige Sekunden später kam Real-Präsident Florentino Pérez auf ihn zu und fragte: "Darf ich ein Foto mit dir machen?" An seiner Seite: Klublegende Pirri, Ehrenpräsident der Königlichen. Die drei posierten gemeinsam für ein Erinnerungsfoto – sichtliche Freude inklusive.
"Das ist eine große Freude für mich, ich bin glücklich für meine Teamkollegen und für die ganze Mannschaft. Klar, die Trophäe geht mit nach Hause – aber sie gehört uns allen", sagte Valverde im Gespräch mit FIFA.com.
Zum Ziel im Turnier, nach einer für Real-Ansprüche unbefriedigenden Saison, erklärte der Uruguayer: "Wir wollen gewinnen – so wie immer. Mit diesem Wappen auf der Brust besteht die Verpflichtung, alle Turniere zu gewinnen und um jeden Titel zu kämpfen. Es ist ein Privileg, diesen Klub zu vertreten."
Im Viertelfinale trifft Real Madrid am 5. Juli im MetLife-Stadion in New York/New Jersey auf Borussia Dortmund, das sich in einem engen Spiel gegen CF Monterrey durchsetzte.
Mit 26 Jahren ist Valverde nicht nur Leistungsträger, sondern auch Sinnbild für den neuen Kurs unter Xabi Alonso. Der Trainer lobte seinen Mittelfeldspieler in der Pressekonferenz in höchsten Tönen:
"Er macht mir das Leben deutlich leichter. Er ist ein kompletter Top-Spieler, der nahezu alles auf dem Platz richtig macht. Er hat Führungsqualitäten mit und ohne Ball, reißt seine Mitspieler mit. Für mich zählt er zu den Besten – und ich bin froh, mit vielen großartigen Spielern zusammenzuarbeiten, aber Fede ist dabei etwas ganz Besonderes."
Auch wenn das Grundgerüst der Mannschaft unverändert ist, hat der Wechsel von Carlo Ancelotti zu Xabi Alonso nach nur einem Monat bereits Spuren hinterlassen. Nach vier Turnierspielen – mit Höhen und kleineren Tiefen – ist die Spielidee des neuen Trainers mittlerweile deutlich sichtbar.
Die Marschroute variiert je nach Gegner und Spielverlauf. Real Madrid wechselte bislang mehrfach zwischen 4-3-3, 4-4-2 und 3-5-2, doch gewisse Prinzipien bleiben unverkennbar: Gegen Juventus etwa gestikulierte Alonso an der Seitenlinie immer wieder energisch, seine Mannschaft solle so hoch wie möglich verteidigen. Immer wieder standen die Verteidiger – Huijsen, Tchouaméni und Rüdiger – phasenweise tief in der gegnerischen Hälfte. Das Team versucht, den Ball früh zurückzuerobern, so nah wie möglich am gegnerischen Tor.
Die Abstände zwischen Abwehr und Angriff sind gering – ideal für Pressing, aber auch für schnelle Ballzirkulation. Hier glänzt Valverde, der bei Real bereits nahezu jede Rolle bekleidete: Rechtsverteidiger, Sechser, Achter und Flügelspieler. Gemeinsam mit Arda Güler, der stärker in den Spielaufbau eingebunden ist, bildet Valverde das variable Mittelfeldzentrum.
Der Uruguayer überzeugt mit Ballgewinnen, Führungsstärke, Dynamik und Torgefahr. Gegen Juventus testete er Juve-Keeper Michele Di Gregorio mehrfach aus der Distanz – fast hätte er zudem mit einem spektakulären Fallrückzieher getroffen.
Seit seinem Wechsel von Peñarol zu Real Madrid im Juli 2016 hat Valverde zwölf Titel mit den Königlichen geholt. "Ich fühle mich richtig wohl, das Team hat aktuell viel mehr Freiheiten. Wir fühlen uns physisch und mental gut, wenn wir den Ball so nah am gegnerischen Tor erobern – das gibt uns viele Optionen für schnelle Angriffe und Tore", sagte Valverde gegenüber FIFA.com.
Nach den Abgängen von Klublegenden wie Karim Benzema, Marcelo und Nacho, während Dani Carvajal noch verletzt fehlt und Luka Modrić derzeit meist auf der Bank sitzt, trägt Valverde inzwischen die Kapitänsbinde.
"Es ist ein großes Privileg und eine riesige Freude, Kapitän zu sein. Xabi Alonso hat als Spieler alles gewonnen und wird nun auch als Trainer erfolgreich sein – das motiviert uns. Wir müssen das Beste aus diesem Trainerteam herausholen. Ich muss weiter hart arbeiten, ruhig bleiben und ein Vorbild für meine Mitspieler sein. Wenn du Kapitän bei Real Madrid bist, musst du auf und neben dem Platz ein anderes Bild abgeben", erklärte Valverde im Gespräch mit DAZN.