Am Ende der Trainingseinheit gab's für die Offensivabteilung von Hertha BSC am Mittwoch noch das obligatorische Torschusstraining. Mittendrin: Marten Winkler.
Für den gelernten Flügelstürmer, den Trainer Stefan Leitl am Sonntag beim Heimspiel gegen Fürth (2:1) etwas überraschend im Sturmzentrum postiert hatte, ist die Saison wegen der 5. Gelben Karte bereits vor der abschließenden Dienstreise nach Bielefeld vorbei. In dieser Spielzeit ist Winkler mit 13 Scorerpunkten hinter Fabian Reese (24) Herthas gefährlichster Profi.
Womöglich war der Auftritt gegen die Franken für den Mann mit dem Top-Speed sogar der letzte Einsatz überhaupt im Hertha-Trikot. Der 23-Jährige, der aus Frankfurt (Oder) stammt und 2015 aus der Jugend des 1. FC Union zu Hertha gewechselt war, denkt ein Jahr vor Vertragsende sehr konkret an Abschied. Herthas Management hat er über seine Wechselabsichten bereits informiert. Mit dem kicker sprach Winkler über ...
… seine Gelb-Sperre zum Saisonabschluss: "Die Karte gab es gegen Fürth für Ballwegschlagen. Im Spiel sind Emotionen da, da denkt man oft nicht so viel nach. Direkt eine Sekunde danach ist es mir in den Kopf gekommen. Es ist sehr ärgerlich, dass die Saison für mich so endet und ich das Spiel in Bielefeld verpasse."
… die neue Rolle als Mittelstürmer gegen Fürth: "Das kann ziemlich ähnlich sein zu der Rolle als Rechtsaußen. Die Laufwege sind ziemlich gleich. Man hat aber im Zentrum weniger Ballkontakte und immer einen Gegner im Rücken. Die ersten 30 Minuten (bis zur Roten Karte für Josip Brekalo; Anm. d. Red.) waren okay, danach hat es nicht mehr so viel Spaß gemacht. Ich bin keiner, der vorn den Ball festmacht oder in die Luftzweikämpfe geht. Ich will eher mitspielen und Tiefenläufe anbieten."
… Herthas Saison: "Es war zu wenig Konstanz da. Wir hatten Auf und Ab im Wechsel. Aber wenn man aufsteigen will, muss man so eine Saison durchziehen und konstanter vollstrecken."
Winkler über Herthas Umbruch: "Es wird nicht einfach"
… Herthas anstehenden Transfer-Sommer: "Es wird wahrscheinlich einen großen Umbruch geben. Es wird auf jeden Fall nicht einfach. Aber die Verantwortlichen werden das sicherlich meistern."
… Ausnahmetalent Kennet Eichhorn: "Er ist 16 und wird wahrscheinlich eine unfassbare Karriere haben. Ich wünsche Kenny das Beste. Von mir hat er das Go, irgendwann in die große weite Welt hinauszuziehen (schmunzelt)."
… seine beste Karriere-Saison mit 13 Scorerpunkten: "Ich bin persönlich sehr zufrieden mit dem Jahr, vor allem damit, dass ich anders als in den Jahren davor gesund geblieben bin. Ich habe privat viel mit meinem Trainer gearbeitet. Das ist für einen Offensivspieler das Wichtigste: dass man körperlich stabil ist, in seine Momente kommt und die Spielminuten nutzt. Ich bin sehr froh über meine Saison."
… seine Steigerung: "Ich bin klarer geworden bei den letzten Bällen. Das muss man jahrelang spielen auf diesem Niveau und daran arbeiten. Ich bin froh, dass ich diesen Schritt gehen konnte."
… seine Zukunft: "Man will sich immer weiterentwickeln. Mich reizt die Bundesliga sehr. Hier ist nichts abgeschrieben. Aber ich habe beim Verein hinterlegt, dass ich den nächsten Schritt gehen möchte und mir einen Wechsel vorstellen kann. Jetzt schauen wir mal, was der Sommer bringt."