Offenbar geht Viktor Gyökeres fest davon aus, kein Spiel mehr für Sporting Lissabon zu bestreiten. Bislang ist jedoch noch kein neuer Arbeitgeber des Torjägers in Sicht - und die Stimmung droht langsam, aber sicher zu kippen.
Am Wochenende sorgten Aussagen des Sporting-Präsidenten nicht nur in Portugal für Aufsehen. Frederico Varandas jonglierte offen mit Ablösesummen, wie man es hierzulande gerade bei VfB-Shootingstar Nick Woltemade erlebt, und verärgerte damit offenbar den Protagonisten. Laut dem portugiesischen Blatt Record hat Gyökeres Varandas mitgeteilt, dass er nie mehr für Sporting spielen werde. Auch ein Streik zum Trainingsstart steht - nicht zum ersten Mal - im Raum.
Varandas bestätigte zwar, dass Sporting bereit ist, Gyökeres für eine Summe abzugeben, die unter der angeblich rund 100 Millionen Euro schweren Ausstiegsklausel liegt. "Aber ich kann garantieren, dass Viktor nicht für 60 plus zehn Millionen gehen wird. Viktor weiß das bereits, und ich möchte, dass auch die Sporting-Fans das wissen."
Die Begründung: "Wir haben den Markt in den letzten Wochen genau beobachtet. Ich habe gesehen, wie ein Spieler wie Zubimendi, der sechs Monate jünger ist als Viktor, für 65 Millionen zu Arsenal geht. Ich habe mit Matheus Cunha und Mbeumo zwei Spieler gesehen, die in der Premier League gehandelt wurden - Stürmer, die meiner Meinung nach nicht die Qualität von Viktor haben und die für etwa 75 Millionen gehandelt wurden."
"Ich glaube, dass er gehen kann, es sei denn, er hat den schlechtesten Berater der Welt"
Es gebe also zwei Szenarien: "Entweder ein Verein respektiert Viktors Marktwert und Viktor wird sich seinen Traum erfüllen oder ein Verein will Viktor nicht und Viktor, der noch drei Jahre Vertrag hat, bleibt bei Sporting und wir werden sehr glücklich sein", betonte Varandas, der gleichwohl eine "hohe Wahrscheinlichkeit" für einen Wechsel sieht. "Ich glaube, dass er gehen kann, es sei denn, er hat den schlechtesten Berater der Welt. Das ist für mich schwer zu glauben, denn er ist einer der besten Fußballer der Welt."
In der Premier League wird vor allem Arsenal und Manchester United ein Interesse an Gyökeres nachgesagt, der in der vergangenen Saison in 52 Pflichtspielen 54-mal traf und Sporting damit zum Double führte. Bleibt abzuwarten, ob beide Seiten nach zwei erfolgreichen Jahren eine saubere Trennung hinbekommen - oder ob es tatsächlich unschön wird.