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"Arjen ist mir auch mal an die Gurgel": Thomas Müller im exklusiven Interview

DAZN

Für Thomas Müller ist die aktuell laufende FIFA Klub-WM ein ganz besonderes Turnier, das Urgestein des FC Bayern München dreht seine große Abschiedsrunde im Trikot seinen Herzensklub. Nach insgesamt 25 Jahren im Verein ist nach der Klub-WM Schluss, seine Zukunft ist noch offen.

Im exklusiven Interview mit DAZN blickt Müller auf das Turnier und schwelgt zugleich in Erinnerungen, unter anderem an eine Keilerei im Training des Rekordmeisters. Außerdem verrät er, warum ihm der Umgang mit anderen Menschen so wichtig ist.

Das komplette Interview mit Thomas Müller im Video

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Thomas Müller im exklusiven DAZN-Interview über ...

... das anstehende Spiel gegen Flamengo:

Die Reise fühlt sich wie ein Auswärtsspiel an, weil wir natürlich einen Tag vorher anreisen. Wir fahren zum Achtelfinale, zum Spiel gegen Flamengo und wissen natürlich vorher nicht, ob wir weiterkommen oder ob wir nach Hause fahren. Und dementsprechend ist natürlich jetzt der Druck da, dass jedes Spiel das entscheidende sein kann. Ich hatte das Gefühl, dass wir die Spiele vorher auch schon sehr, sehr seriös angegangen sind. Die Mannschaft ist sehr kompetitiv, wir haben genügend Spieler dabei, die die wissen, worauf es ankommt. Also für uns kann es eigentlich keine großen Überraschungen geben, es geht halt darum: Bringen wir unsere Leistung?

… Vergleiche mit der WM 2014:

Die Vibes hatten wir auch mal vorher und dann stand am Ende kein erfolgreiches Turnier da. Wir haben eine gute Gruppe, das wusste ich auch schon vor drei Monaten und dementsprechend bin ich auch nicht überrascht, wie gut wir hier als Gruppe agieren, wie es in den Trainingseinheiten läuft. Es gibt keine Anpassungsschwierigkeiten. Der Trainer hat die Zügel in der Hand, der gibt den Takt vor und fordert viel und dementsprechend sind wir gut vorbereitet.

... die Favoriten bei der FIFA Klub-WM:

Paris Saint-Germain ist Champions-League-Sieger, die sind aktuell das beste Pferd im europäischen Stall und trotzdem sind sie schlagbar. Genauso ist es bei uns. Ich glaube jeder, der uns analysiert und jeder, der auf uns trifft, der weiß, was ihn erwartet und dass ihm sehr viel Ungemach blüht, wenn sie gegen uns spielen und trotzdem sind wir auch schlagbar, weil das ist nur das Schöne im Fußball, dass gerade im Fußball relativ viel möglich ist.

... seine Freizeitgestaltung bei der Klub-WM:

Also zumindest hocke ich nicht im Zimmer rum und warte darauf, dass endlich der nächste Tag beginnt. Also der Verein hat für alles gesorgt: Tischtennisplatte, wir können schwimmen gehen, wir haben hier Cornhole, Quiz, können Dart spielen. Wir können uns als Gruppe beschäftigen, wir können uns miteinander so ein bisschen battlen in kleinen Spielen. Der Golfplatz ist gleich daneben, dementsprechend finde ich schon auch in den freien Minuten genügend Beschäftigung, um auch eben diesem kindlichen Spieltrieb gerecht zu werden.

Thomas Müller FC Bayern München FCB FIFA Klub WM Club World Cup 15062025Getty Images

 

... seinen nahenden Abschied vom FC Bayern:

Aktuell spüre ich es noch gar nicht. Also ich bin voll irgendwie drin und es ist für mich völlig normal, hier zu sein, die Trainingseinheiten zu absolvieren und auch natürlich in Richtung Spiel zu arbeiten. Ich glaube, komisch wird es dann, wenn es wirklich vorbei ist. Weil dann habe ich auf einmal keine Termine mehr, also da gibt es keinen Tagesplan, dem ich folge. Ich werde auch keinen Trainingsplan über den Urlaub bekommen. Vielleicht werde ich verzweifelt anfragen.

... die Abschiedsworte von außen:

Also schön war es immer, wenn so ein bisschen mehr Inhalt dabei war. Natürlich, ich bedanke mich auch bei allen, die sich gemeldet haben. Was vielleicht noch emotionaler war: Wenn Leute ein bisschen mehr ins Detail gegangen sind, warum sie denn dankbar sind, dass sie mich getroffen haben oder warum die Zusammenarbeit so viel Spaß gemacht hat, also einfach eine inhaltliche Analyse oder ein Kompliment, das freut einen dann natürlich auch.

... seine Rolle als Mentor für andere Spieler:

Am Ende habe ich die Dinge immer für mich selbst getan. Aber gar nicht unbedingt aus der egoistischen Sicht heraus. Wenn ich jemanden motiviere oder im Training auch auf andere einwirke, Tipps weitergebe - da steht keiner mit der Peitsche hinter mir, sondern mir macht das auch Spaß, mit anderen Menschen zu arbeiten und auch zu leben, sich auszutauschen. Das ist mein eigener Anspruch und mein Antrieb gewesen.

... fehlende Emotionalität bei der Meisterfeier:

Ich hatte eigentlich versucht, mir emotional wirklich viel Freiraum zu geben und falls eine Träne kommt, dann kommt eine. Man hat mich auch während meiner Karriere das ein oder andere Mal weinen sehen. Also ich hatte da nicht das Gefühl, ich muss da mir einen auf cool machen. Aber ich fühle mich mehr wie der 90-Jährige, der schon mit 80 eine schlechte Diagnose vom Arzt bekommen hat, als der Mitte 50-Jährige, der einen Autounfall hatte.

... seine Rolle als Sprachrohr und Kommunikator im Team:

Wenn du ganz jung ins Team kommst, dann hast du erstmal nicht den Anspruch, nicht die Kompetenz und auch gar nicht das Verlangen danach, dich mit mehr zu beschäftigen als mit dir selbst. Weil erstmal musst du selbst klarkommen in so einem Haifischbecken Profifußball beim FC Bayern, da geht es zunächst um Leistung an sich. Ohne Leistung oder die Bereitschaft, immer alles auf dem Platz zu geben, hast du gar nicht den Respekt, als Sprachrohr oder zumindest kommunikativ verbindend unterwegs zu sein.

Ich habe natürlich schon immer auch eine Verantwortung dem Verein und der Mannschaft gegenüber gespürt und kann natürlich auch meine Qualitäten und Fähigkeiten einschätzen. Das war auch früher schon so in der Schule oder im Kindergarten. Eine Gruppe von Menschen ist immer auch wie ein Vergnügungspark, oder zumindest ein sehr interessantes Umfeld. Du hast ganz viele verschiedene Menschen mit ganz vielen verschiedenen Eigenarten. Und es macht ja auch Spaß, damit so zu jonglieren und was zu lernen, zu reagieren, zu analysieren, also einfach halt Menschen zu studieren und mit ihnen umzugehen.

Thomas Müller FC Bayern Klub-WM 2025Getty Images

... einen besonderen Moment während seiner Karriere:

Da tue ich mich schwer, es gab viele Momente. Jede Epoche hatte so ein paar Momente, über die man erzählen kann. Ganz am Anfang gab es mal ein Training, da sind sich fast alle an die Gurgel, weil Louis van Gaal mal zwei, drei Fouls nicht abgepfiffen hat. Dann haben alle die Stollen nachgeschliffen und es ging richtig los. Da sind sich die Holländer an die Gurgel, van Bommel und Arjen Robben. Der Arjen ist mir auch mal an die Gurgel, nach einem Spiel in Bremen oder so. Es gibt viele Erlebnisse, die man mitnimmt.